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Constance Halaveli/Moofushi
Malediven für Robinson 2.0

Stefan Klug / 16.12.2019, 14:53 Uhr - Aktualisiert 16.12.2019, 15:03
Malé (MOZ) Türkisblaues Meer, nahezu weißer Puderzuckerstrand und Palmen, die fast im Wasser stehen. Auf den Malediven wird der Traum von der Robinson-Insel war. Hundertfach. Und so wundert es nicht, dass das Land mitten im Indischen Ozean im Trend liegt - verordneter Flugscham oder ungünstigem Öko-Fußabdruck zum Trotz. Der Run auf die Atolle ist ungebrochen. Mittlerweile gibt es dort über 140 Ressort-Inseln. Doch neben steigender Beliebtheit zeichnen sich zwei weitere Trends deutlich ab: Der Urlaub auf den Eilanden wird luxuriöser und - nachhaltiger. Dies bedingt einander. Denn mit nur knapp einem Meter über dem Meeresspiegel wäre der Inselstaat von steigenden Pegeln direkt betroffen. Doch der Umweltschutz kostet Geld. Geld, das das kleine Land nicht hat. Und so ist es vor allem an den ausländischen Investoren und Betreibern der Ressorts, dort notwendige Maßnahmen zum Erhalt und Schutz von Inseln wie Umwelt zu treffen. Augenscheinlich wird das in erster Linie an den vielen Wellenbrechern, die sich mittlerweile vor fast jedem Eiland befinden. Vor 15 Jahren noch wäre das ein "no go" gewesen. Zu sehr hätten die Barrieren Idylle und Optik gestört. Doch heute sind selbst Sandsackbarrieren an einigen Strandabschnitten kein Tabu mehr.

"No shoes, no news" ist auch ein Überbleibsel aus alten Robinsontagen. Auf Mofooshi wird der Gast so am Ende des Landungssteges begrüßt. Doch die Zeiten karger Unterkünfte und abgeschnitten von der Außenwelt sind längst vorbei. Geblieben ist der Barfußcharakter. Auch wenn man sich bei Constance - einer Company, deren Headquarter auf Mauritius zu finden ist - der originären Inselidylle verschrieben hat, so will niemand den Gästen Verzicht auf moderne Annehmlichkeiten zumuten. TV in jeder Villa und WLAN inselweit sind längst Standard. Und ebenso, dass man hier am äußeren Rand des Süd Ari Atolls mehr machen kann als in der Sonne zu liegen oder den Fischen einen Besuch abzustatten. Wasser freilich spielt eine große Rolle. Und der Sport auf demselben ist ebenso im All-inklusive-Paket enthalten wie die rund 120 Weinsorten, die die Someliers kredenzen. Das Spa-Angebot allein würde schon für eine Woche Aufenthalt herhalten. Im Wechsel mit Yoga, unter professioneller Betreuung direkt in einem Pavillon über dem Meer, geht mehr Entspannung fast nicht. Die freilich findet der Gast auch auf den teils sehr üppigen Terrassen der Water-Villen oder am Strand. Denn der ist ebenso meist leer. Kein Wunder, weniger als ein Drittel aller Unterkünfte finden sich direkt auf der nur wenige hundert Meter großen Insel. Die meisten der Villen stehen im Meer. Damit folgt Constance auch den Auflagen des Staates, dass die Landflächen nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz bebaut werden dürfen.

Längste Jetti der Malediven

Zwei Restaurants - eines davon am Strand, zwei Bars und das alles unter Leitung eines deutschen Chefs aus dem Berliner Raum komplettieren das Rundum-Wohlfühlprogramm von kulinarischer Seite her. Nicht zu vergessen der schon angesprochene Wine Cellar. Dieser findet sich in allen Constance-Ressorts.

Gut eine halbe Stunde mit dem Speedboot weiter östlich gibt es sogar zwei Weinkeller. Denn im Nord-Ari-Atoll haben die Mauritianer mit dem Halaveli ein weiteres Haus. Auch hier braucht der Gast keine Schuhe, wenngleich das Niveau des Ressort gefühlt noch ein gutes Stück über den fünf Sternen von Moofushi liegt. Als Mitglied der Leading Hotels of the World erwartet den notwendiger Weise gut betuchten Besucher ein exklusiver Mix aus lässigem Inselleben und purem Luxus. Mit seinem fast 800 Meter langen Jetty verfügt das Ressort angeblich über den längsten Pier im Inselstaat. Wohl auch deshalb haben die Planer in dessen Mitte das Spa sowie eine Bar, ein Restaurant auf Sterneniveau mit Live-Cooking sowie einen Wine Cellar platziert. Ältester Jahrgang Ende der 1940er. Im Innern des Komplexes wähnt man sich eher in einem Grand Hotel denn mitten auf dem Wasser irgendwo im Nirgendwo.

Wer nicht will, muss die so relativ weiten Wege auf dem Eiland jedoch nicht zu Fuß gehen. Mit Golf-Carts kann man auf ein gut funktionierendes Transportsystem Tag und Nacht zurückgreifen. Dabei müsste prinzipiell jedoch niemand seine Villa verlassen. Denn mit direkter Leiter ins Meer und eigenem Pool, dazu großzügig bemessenen Wohn- und Schlafräumen sowie natürlich Zimmer-Service könnten Honeymooner beispielsweise tagelang die Zweisamkeit genießen. Doch ein Besuch auf dem "Festland" lohnt. Denn da wären neben Gym und Tennisplatz weitere vorzügliche Restaurants und noch eine Bar. Nicht zu vergessen der Inselblick schlechthin. Hier hat man ihn noch, ungetrübt, fast kitschig schön.

Apropos Blick. Wer kann, sollte auch mal einen hinter die Kulissen riskieren. Denn jedes Eiland ist eine Welt für sich. Strom, Wasser, Abwasser, Abfall - um all das muss man sich vor Ort kümmern. Große Dieselgeneratoren sorgen für Energie, ein ausgefeiltes Überwachungssystem dafür, dass möglichst wenig verbraucht wird. Dennoch kommen über 100 000 Dollar pro Monat an Treibstoffkosten zusammen. Fast noch komplizierter wird’s beim Wasser. Dem Meer entnommen, entsalzen, als Kühlung der Generatoren zu warmen Wasser gewandelt, wird es auf der Insel so weit gereinigt, dass es bedenkenlos wieder dem Ozean zugeführt werden kann. Ziemlich viel Aufwand für rund 200 Gäste, könnte man meinen. Doch nicht vergessen werden darf, dass auf den Eilanden dazu mehr Leute arbeiten als sich Urlauber finden. Auch die müssen versorgt werden. Für den internationalen Staff wird sogar extra gekocht. Auf Halaveli lässt man sich die Versorgung der Angestellten 6000 Dollar kosten. Pro Tag.

Mit dem E-Scooter zu den Haien

Von der Inselmitte, von der Stadt in der Stadt, wenn man so will, zum Strand sind es nur wenige Meter, aber verschiedene Welten. Während hier geschäftiges Treiben herrscht ist man dort vom hektischen Alltag weit, weit entfernt. Und noch einige hundert Meter weiter, in den Tiefen des Indischen Ozeans, findet der Besucher das, was die Malediven noch auszeichnet. Unterwasser-Leben. Zwar haben viele der Korallen im Innern der Atolle ziemlich gelitten, so ist das Maritime Life dennoch intakt. Für den ersten Hai muss man eigentlich nur am Strand entlanglaufen. Denn dort befindet sich die Kinderstube des Meeres, die künftigen Räuber in Miniaturausgabe inklusive. Weiter draußen bieten beide Ressorts spektakuläre Tauchgründe. Wanderrouten von Wahlhaien und Mantarochen sind nur wenige Minuten mit dem Dhoni entfernt. Dank E-Scooter können mittlerweile auch strömungsintensive Tauchplätze erreicht werden, die bei den größeren Riffhaien so beliebt sind. Mitunter aber tut’s auch das Hausriff, gerade für Einsteiger. Und selbst am Landungspier tummeln sich Schwarmfisch, Rochen und Teenager-Haie. Da muss der Reisende vor lauter Gewimmel auf Moofushi aufpassen, dass er nicht übers Schild "Back to reality" stolpert, das die Gäste Richtung Wasserflugzeug verabschiedet. Für die ticken fortan die Uhren nicht nur gefühlt wieder anders, sondern tatsächlich. Denn die Constance Ressort haben, wie noch andere auf den Malediven, ihre eigene Zeit. Eine Stunde der offiziellen voraus. Das verschafft dem Gast 60 Minuten mehr vom Tag in Äquatornähe, an dem die Sonne relativ zeitig auf und ebenso zeitig wieder untergeht. Fürs Robinsongefühl von heute wird eben nichts unversucht gelassen.

www.constancehotels.com/de/

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