Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Nvidia Shield TV
Netflix, Prime Video, Youtube alles in einer Box

Stefan Klug / 15.02.2020, 15:48 Uhr - Aktualisiert 19.03.2020, 21:19
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der Trend ist ungebrochen. Physische Datenträger sind ebenso out wie der Sendungs- oder Filmbeginn zu einer bestimmten Uhrzeit. Der Unterhaltungssüchtige von heute streamt. Und da ein weiterer Trend zu hochaufgelösten, also UHD-TVs geht, musste eine Lösung her, die Netflix, Prime Video & Co möglichst verlustfrei und in 4K auf den Bildschirm zaubert.

Nvidias Shield TV hat da in der Vergangenheit schon gute Dienste geleistet. Doch das Angebot an nativen 4K-Inhalten ist weiterhin begrenzt, dafür steigen die Bildschirmdiagonalen. Und nicht jeder neue Fernseher ist wirklich in der Lage, vorhandenes HD-Material sehenswert auf UHD zu upscalen. Selbst die "alte" Shield geriet da mitunter an ihre Grenzen. Denn die fehlenden Bildpunkte zur vierfachen Auflösung muss der Chip dazurechnen. Da ist Grafikpower gefragt. Die bringt Nvidia nun mit dem Tegra X1+ Prozessors an den Start, den die Kalifornier in der neuen Shield-TV-Generation verbauen. Die ist damit um 25 Prozent schneller als der Vorgänger und ermöglicht dazu, dass das Hochrechnen von HD-Inhalten unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz geschieht. Ziemlich viel Fach-Chinesisch für den Laien. Einfacher ausgedrückt: Die Differenz von knapp zwei Millionen Pixel, also HD, auf über neun Millionen für UHD muss der Prozessor aus der Vergrößerung des vorhandenen Bildes heraus ermitteln. Szene für Szene. Je schneller und exakter das geht, desto schärfer ist das Bild und desto flüssiger dessen Wiedergabe.

Dazu kommt, dass die neue Generation mit Dolby Vision arbeitet. Das bedeutet, dass in Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit des Wiedergabegerätes jede Szene bildtechnisch in Sachen Kontrast, Helligkeit und Farbe optimiert wird. Im Gegensatz zum herkömmlichen HDR, das mit einem Standard-Verbesserungsverfahren und geringerer Farbtiefe arbeitet, holt Dolby Vision also mehr aus dem Ausgangsmaterial heraus. Das ist deutlich sichtbar, wenn die entsprechenden Parameter stimmen, also der TV gut genug ist und das Ausgangsmaterial ebenso. Denn zaubern kann auch die neue Shield nicht. Das gilt ebenso für den Ton. Wenn vorhanden, wird Dolby Atmos unterstützt. Das ist echter 3-D-Sound, der nicht nur Front und Rear-Lautsprecher bedient, sondern auch jene, die seitlich in der Höhe angebracht werden. Damit ist Streaming endgültig auf dem technischen Niveau angekommen, wie es Heimkino mit herkömmlichen 4K-UHD-BluRay-Discs bietet.

Games von Playstore und GeForce Now

Und Shield kann noch mehr. Nicht nur, dass Spiele über den integrierten Playstore von Google angeboten werden. Mit GeForce Now bietet Nvidia selbst noch eine Gaming-Plattform zum streamen von Spielen. Wer mit der Shield bisher zocken wollte musste die teurere Variante wählen, der ein extra Game-Controller beilag. Die 2019-er Version lässt sich nun aber auch mit dem Dual-Shock der PS4 oder dem XBox Wireless-Controller koppeln. Und wenn wir schon beim Zubehör sind: Die neue Fernbedienung muss unbedingt erwähnt werden. Nicht nur, dass das Dreieck-Design durchaus pfiffig und gut handhabbar ist, sie hat auch endlich mehr Knöpfe zur erleichterten Bedienung. Dazu sind die Tasten, die haptisch ein gutes Feedback geben, beleuchtet, was in abendlicher Umgebung die Bedienung erleichtert. Und es gibt endlich einen Power-Button. Nicht zu vergessen das integrierte Mikrofon. Denn in Shield ist Google Assistant eingebaut wie auch Alexa unterstützt wird.

Im Gegensatz zu den vielen technischen Features stehen Einrichtung, Bedienung und Design. Shield ist echtes Plug&Play. Die neue Version kommt statt als stylischer Kasten als eher unspektakuläre schwarze Röhre daher. Ist auch nicht mehr beleuchtet. Der Auftritt mag beim ersten Mal etwas enttäuschen, andererseits kann das Gerät nun gern irgendwo versteckt werden, auch weiter weg vom TV in Abhängigkeit von der Länge des HDMI-Kabels. Das nämlich wird an einem Ende der Röhre eingesteckt, am anderen ist Platz für den Netzstecker sowie das Gigabit Ethernetkabel. WLAN ist natürlich auch mit an Bord. Für anspruchsvolle Zocker und ungetrübten 4-K-Genuss empfiehlt sich aber die kabelgebundene Variante. Shield ist nach Anschluss binnen fünf Minuten einsatzbereit. Wer will, kann die meisten Einstellungen dem System überlassen, da der Prozessor in Abhängigkeit von der Wiedergabequelle selbstständig die optimale Konfiguration übernimmt. Der Startbildschirm darf individuell angeordnet werden, so dass die gewünschten Apps immer sofort griffbereit sind. Kurzum, die rein technische Seite kann längst nicht mehr als Hinderungsgrund herhalten, um um Streaming mit Shield einen Bogen zu machen. Für die Masse der User sollte die schwarze Röhre somit ausreichend sein und liegt mit rund 160 Euro im Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich vor der derzeitigen Konkurrenz. Wer mehr möchte, greift zur 50 Euro teureren Pro-Variante. Die bietet nicht nur dank zweier USB-3.0-Ports mehr Anschluss- und damit Nutzungsmöglichkeiten, sondern offeriert mit 16 GB doppelt so viel internen Speicher. Dank dann drei GB RAM sind leistungshungrigere Games möglich. Auch der Plex Media Server wird unterstützt.

www.nvidia.com/de-de/shield

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG