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Schutz vor Covid-19
Ansteckung und Vorbeugung - Der Alltag mit Corona

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen und es ist wichtig einen richtigen Umgang zu finden. (Symbolbild)
Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen und es ist wichtig einen richtigen Umgang zu finden. (Symbolbild) © Foto: Kathy Willens/dpa
dpa / 13.03.2020, 11:37 Uhr - Aktualisiert 20.05.2020, 07:20
Berlin (dpa) Der neuartige Coronavirus Sars-Cov-2 verbreitet sich in Deutschland, Europa und der Welt. Abgesagte Veranstaltungen, geschlossene Schulen und Kitas, Homeoffice statt Büro - die Covid-19-Epidemie wirkt sich auf den Alltag der Menschen massiv aus.

Das wichtigste Ziel dabei: das Ausbreitungstempo verlangsamen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und Risikogruppen zu schützen. Jeder Einzelne ist dabei gefordert.

Alle Entwicklungen rund um die Ausbreitung des Coronavirus in Brandenburg und Berlin gibt es hier in einem Liveticker. 

Was sind die Symptome von Covid-19?

Besonders häufig haben Erkrankte Fieber und Husten, zeigt eine Übersicht des Robert-Koch-Instituts (RKI) unter Bezug auf Zahlen aus China. Kurzatmigkeit, Muskel- sowie Gelenkschmerzen, Hals- und Kopfweh traten auch auf, aber schon bei deutlich weniger Erkrankten. Noch viel seltener wurden unter den berücksichtigten knapp 56 000 Fällen verstopfte Nasen oder Durchfall als Symptome erfasst.

Was mache ich bei einem Verdacht auf Ansteckung?

Zunächst gilt: Wer Kontakt zu Infizierten hatte, sollte sich unabhängig vom Auftreten von Symptomen bei seinem Gesundheitsamt melden. Das RKI bietet online eine Postleitzahlsuche an, um das zuständige Gesundheitsamt zu finden.

Rückkehrende Reisende aus vom RKI ausgewiesenen Risikogebieten, beispielsweise Italien oder Elsass-Lothringen in Frankreich, sollten unnötige Kontakte meiden und wenn möglich zu Hause bleiben - selbst wenn sie keine Symptome entwickeln. Dies gilt ebenso nach Aufenthalten in besonders betroffenen deutschen Gebieten. Treten doch Symptome auf, dann sollte man zum Arzt gehen. Ganz wichtig ist aber, vorher anzurufen und von seinem Verdacht zu berichten.

Bekommt man innerhalb von zwei Wochen nach der Rückkehr aus einer Region, in der Covid-19-Fälle auftraten, Fieber, Husten oder Atemnot, gilt ebenfalls: vorher telefonisch melden und dann zum Arzt.

Ganz generell betont das RKI: Wer den Verdacht hegt, sich angesteckt zu haben, sollte möglichst wenig mit anderen in Kontakt kommen, sich regelmäßig die Hände waschen - und richtig husten und niesen.

Wie funktioniert richtiges Husten und Niesen?

Wegdrehen und mindestens ein Meter Abstand zu anderen halten, erläutert die Website "Infektionsschutz.de" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Idealerweise schnaubt oder hustet man in ein Papiertaschentuch, das man danach wegschmeißt. Ist keines zur Hand, hält man die Armbeuge eng vor Nase und Mund. Ob Husten oder Niesen: Wann immer möglich, sollte man danach Hände waschen.

Wie beugt man einer Ansteckung vor?

Nicht nur für Menschen, die sich - unabhängig von der Ursache - kränklich fühlen, sondern auch für gesunde Menschen gilt: Regelmäßig 20 bis 30 Sekunden Händewaschen, etwa immer vor Mahlzeiten oder nach dem Heimkommen sowie vor und nach dem Kontakt mit Erkrankten, erklären die Experten auf "Infektionsschutz.de".

Ganz konkret: Die Hände unter fließendes Wasser halten, dann gründlich einseifen - an Handinnenflächen, Handrücken, Fingerspitzen und zwischen den Fingern. Die Seife an allen Stellen sanft einreiben und dann abspülen. Flüssigseifen seien hygienischer als Seifenstücke, vor allem in öffentlichen Toiletten, so das Portal.

Um nicht nach dem Waschen direkt wieder Keime an die Hände zu bekommen, sollte man den Hahn wenn möglich mit einem Einweghandtuch oder mit dem Ellenbogen abdrehen. Für das Abtrocknen rät die BZgA zu Einweghandtüchern. Daheim sollte jeder sein eigenes Handtuch nutzen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) betont aber auch: Der Hauptübertragungsweg scheine die Tröpfcheninfektion zu sein. Darum sollte man zu möglicherweise erkrankten Personen ein bis zwei Meter Abstand halten. Diese Empfehlung einzuhalten, sei aber etwa in einer überfüllten U-Bahn kaum möglich, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen.

Er rät, sich zu überlegen, auf welche Veranstaltungen man geht - wenn sie denn stattfinden - oder welche Wege man erledigt. Beispielsweise, ob man auf der Arbeit präsent sein muss oder etwa von daheim arbeiten kann, wie es in vielen Firmen ja schon praktiziert werde.

Beim Thema Atemmasken gilt: Wer eine Atemwegserkrankung hat, kann dadurch das Risiko verringern, andere Menschen anzustecken, erklärt die BZgA. Dass diese Masken gesunde Menschen aber effektiv vor einer Ansteckung schützen, sei hingegen nicht hinreichend belegt.

Wer sind die Risikogruppen?

Bei den meisten Menschen verläuft die Erkrankung mild. Etwa 80 Prozent der Infizierten erholen sich laut Weltgesundheitsorganisation WHO ohne besondere Behandlung. Bei etwa 15 von 100 Infizierten komme es aber zu einem schweren Krankheitsverlauf mit Atemproblemen. Zum Teil kann sie lebensbedrohlich verlaufen.

Bei bestimmten Gruppen gibt es laut RKI ein erhöhtes Risiko für schwere Covid-19-Verläufe. Dazu zählen ältere Personen, wobei das Risiko ab etwa 50 bis 60 Jahren stetig steige, und Raucher. Menschen mit Vorerkrankungen des Herzens und der Lunge (zum Beispiel Asthma), mit chronischen Lebererkrankungen, mit Diabetes oder mit Krebs zählten ebenfalls zur Risikogruppe.

Auch wer ein geschwächtes Immunsystem hat oder Medikamente nimmt, welche die Immunabwehr schwächen, zum Beispiel Cortison, zählt nach bisherigen Erkenntnissen zu der Risikogruppe. Spezifisch gegen das neuartige Coronavirus wirkende Medikamente gibt es noch nicht, ebenso gibt es bislang keinen Impfstoff.

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