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Tourismus-Branche in Corona-Krise
Auch Bund unterstützt Gutscheine statt Storno

Die Arbeitsgemeinschaft Europäischer Reiseunternehmen bitte Kunden, Gutscheine statt Rückzahlungen zu aktzeptieren.
Die Arbeitsgemeinschaft Europäischer Reiseunternehmen bitte Kunden, Gutscheine statt Rückzahlungen zu aktzeptieren. © Foto: Jens Staudt
Redaktion / 30.03.2020, 12:09 Uhr - Aktualisiert 03.04.2020, 12:01
München (MOZ) Die Verluste der Reiseveranstalter durch die Corona-Krise gehen in die Milliarden. In einem emotionalen Video wendet sich nun die Arbeitsgemeinschaft Europäischer Reiseunternehmen (AER) an Verbraucher und Politiker.

Ein schicksalhafter Klangteppich, ernste Blicke in die Kamera, dann geht´s los: Im Sekundentakt nennen zwei Dutzend Veranstalter die Zahlen der Stornierungen und bedrohten Arbeitsplätze in ihren Unternehmen. Wer die synchron dazu auf dem Schirm erscheinenden roten Zahlen addiert, kommt während der ersten 60 Sekunden des Zweiminüters auf knapp 7400 Stornierungen und 322 bedrohte Arbeitsplätze.

Das Video ging innerhalb der ersten 12 Stunden bereits viral. Timo Kohlenberg, Geschäftsführer des hannoveraner Reiseveranstalters America Unlimited und Initiator des Clips, sieht die gesamte Touristik in akuter Gefahr. "Wenn nicht bald wichtige Maßnahmen speziell für die Reisebranche geschaffen werden, verlieren weltweit unzählige Menschen ihre Existenz. Die deutschen Reiseveranstalter wird es dann so nicht mehr geben!"

Die AER (https://www.aer.coop/) macht sich deshalb für die Gutschein-Lösung stark. Alle Kunden werden aufgerufen, auf Stornierungen zu verzichten und Reisegutscheine zu akzeptieren. Die Bundesregierung wird aufgefordert, diese Reisegutscheine abzusichern und ein schnelles Hilfspaket zur Existenzsicherung zu schnüren. Auch Lohnkosten soll der Staat übernehmen. Durch Absagen, Stornierungen und Umbuchungen hätten die Mitarbeiter sehr viel zu tun, ohne überhaupt Geld zu verdienen. Ralf Wiemann, erlebefernreisen: "Da hilft uns die Kurzarbeit aktuell nicht weiter." Timo Kohlenberg: "Konkret heißt das in Deutschland: 2,9 Millionen Jobs sind in Gefahr und 213 Milliarden Umsatz."

Für Reisegutscheine macht sich auch der Deutsche Reiseverband e.V. (DRV) stark. Mittlerweile setzt auch die Bundesregierung auf die Gutscheinlösung. Allerdings muss diese noch von der EU-Kommission abgesegnet werden. Dann soll es für alle Zahlungen, die vor dem 8. März 2020 getätigt wurden, einen Gutschein geben, der bis Ende 2021 eingelöst werden kann. Macht der Kunde davon keinen Gebrauch, muss ihm das Geld erstattet werden. Zudem soll es Notfall-Lösungen geben, wenn Kunden dringend vorher das Geld bräuchten.

Das Video auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=5UBldl3FgSw

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