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Wenn die Luft knapp wird

Britta GALLREINN / 05.05.2009, 08:12 Uhr
Bernau Asthma ist eine der häufigsten, bei Kindern sogar die häufigste chronische Erkrankung. Auf die Erkrankung, die den Betroffenen die Luft abschnürt, aufmerksam machen, soll der Welt-Asthma-Tag, der am heutigen Dienstag begangen wird.

Typische Symptome schon im Kindesalter sofort zu erkennen, ist wichtig, weiß Katharina Deja, Ärztin im Barnimer Gesundheitsamt. "Wenn Kinder nach körperlicher Belastung schnell Atemnot haben oder unter Kurzatmigkeit leiden, kann das auf Asthma hindeuten. Manchmal hört man beim Atmen auch ein pfeifendes Geräusch. Hustenanfälle, bei denen die Kinder zähen Schleim aushusten und die auch oft nachts auftreten, können auch ein Zeichen sein", erklärt die Ärztin.

Eltern sollten dann mit den Kindern schnellstens einen Arzt aufsuchen, um abklären zu lassen, ob es sich tatsächlich um Asthma handelt. "Asthma ist eine Entzündung der Atemwege", erklärt Katharina Deja die Volkskrankheit. "Die Schleimhaut reagiert überempfindlich auf verschiedene Reize und schwillt an, das wiederum erschwert die Atmung. Besonders betroffen ist das Ausatmen, das dauert bei den Betroffenen länger."

Zu unterscheiden sind dabei zwei Formen: das allergische und nicht allergische Asthma. Bei der Mehrzahl der Betroffenen tritt jedoch eine Mischform auf.

"Kinder haben meist allergisches Asthma, sie können dabei zum Beispiel auf Pollen reagieren, aber auch auf Tierhaare, Milben, Staub", zählt Katharina Deja auf. Vorbeugen können Eltern jedoch. "Ist ein Kind anfällig, hat also zum Beispiel schon eine Neurodermitis, dann sollte man Umgebung schaffen, wo es nicht zusätzlich belastet wird. Dazu gehören rauchfreie Räume, keine Haustiere, wenig Staub und sonstige Schadstoffe."

Mittels eines Allergietests könne der Facharzt feststellen, was genau die Allergie auslöst. "Danach können Eltern dann die Umgebung gezielt verbessern." Medikamente können helfen, auch Inhalieren bringt eine Linderung.

Das nicht allergische Asthma kann durch andere Reize verursacht werden. "Auslöser können da zum Beispiel Infektionen der Atemwege sein oder eine Medikamentenunverträglichkeit", erklärt Katharina Deja. So könne es eine Reaktion auf Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure geben. "Auch kalte Luft kann Hustenanfälle auslösen." Etwa die Hälfte aller erwachsenen Bronchitis-Kranken leide unter der nicht allergischen Form des Asthmas.

Asthma bronchiale kann medikamentös behandelt werden, stark betroffene Patienten führen immer ein Notfallspray mit sich. "Wer immer wieder Husten hat, oder Husten, der mehr als drei Wochen anhält, der sollte von einem Arzt abchecken lassen, ob es sich um Asthma handelt", empfiehlt die Ärztin.

"Je früher bei Kindern die Diagnose gestellt wird und je besser Eltern informiert sind, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich für die Therapie", weiß auch Heiko Schübler, Leiter der DAK Bernau. Die Krankenkasse schaltet anlässlich des Welt-Asthma-Tages ein Expertentelefon. Vom 5. bis 8. Mai stehen Mediziner der DAK zwischen 8 und 20 Uhr allen Interessierten unter der Rufnummer 0180 1000741 zur Verfügung (3,9 Cent/Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom). Die DAK unterstützt Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch das Gesundheitsprogramm DMP Asthma bronchiale. Mehr Infos unter www.dak.de.

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