Unbekannte sind in den Gartzer Kindergarten Regenbogenhaus eingebrochen. Erzieherinnen und Erzieher sind noch immer geschockt, wenn sie daran denken. Etwas Trost erreichte die Kindereinrichtung am Mittwoch in Form von Spenden.
Amtsdirektor Frank Gotzmann überreichte einen symbolischen Scheck über 1419 Euro. Das Geld stammt aus Spenden von Einwohnern. Das Amt Gartz hat die Spendenaktion koordiniert und das Geld aufs städtische Konto überwiesen. Heike Lewin von der Edis-Netz GmbH überreichte150 Euro. "Wir haben in der Märkischen Oderzeitung von dem Einbruch gelesen. Es ist gut, dass das veröffentlicht wurde. Unsere Kollegen sind entrüstet von der Dreistigkeit, mit der hier gegen Kinder vorgegangen wurde. Wir haben gleich gesagt: Da helfen wir."
Fenster mit Stein eingeschlagen
Kita-Leiterin Elke Sengebusch war gerührt: "Die Hilfe in Gartz und bei der Bevölkerung war sehr groß. Viele haben Anteil genommen und geholfen. Allen herzlichen Dank." Mit einem großen Stein hätten Unbekannte ein Fenster eingeschlagen und seien in die Kita eingebrochen, erzählte sie. "Wenn ich den Dieb fange, dann haue ich ihn", empörte sich Linus, der im Sommer in die Schule kommt. Sein Spielfreund Piet korrigierte ihn: "Die Diebe fängt die Polizei."
Der Einbruch beschäftigt die Kinder. Joghurt aus dem Wirtschaftsraum, Süßigkeiten für Ostern, Kinderzahnbürsten und Zahnpasta sind gestohlen worden. Das Büro der Leiterin ist durchwühlt und Computertechnik ebenso entwendet worden wie Schallplattenspieler und Radio aus Gruppenräumen. "Die Bücher zum Kindertag haben die Täter liegen gelassen und auch den Kuhfuß, mit dem sie Schränke aufgebrochen haben", erzählte Elke Sengebusch.
Die erste Frage der Kinder sei gewesen: "Haben die Einbrecher auch unser Spielzeug mitgenommen?" Und in der Vorschulgruppe waren zwei Mädchen in Sorge, ob denn ihr Lernmaterial noch da sei. "Es war sehr bewegend, die Kinder so zu erleben. Sie brauchen uns Erwachsene und sind auf Eltern und Erzieher angewiesen", sagte Elke Sengebusch. Auch die Eltern seien geschockt gewesen, hätten sich aber sehr kooperativ gezeigt. Weil ein Teil der Räume wegen der Spurensicherung nicht genutzt werden konnte, haben die Eltern ihre Kinder zu Hause betreut. Wie die Polizei informiert, haben die Täter Handschuhe getragen. Ihre zahlreichen Fußspuren stammen von Turnschuhen.
Bäcker bringt Osterplätzchen
Ein Trostpflaster kam außerdem von der  Bäckerei Börner aus Schmölln. Dieser Ort liegt schon in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Bäckereiauto hatte mehrere Kisten mit Osterplätzchen ausgeladen. "Mittwoch ist bei uns Naschtag", freute sich die Kita-Leiterin. "Ansonsten gibt es bei uns keine Süßigkeiten."

Warteliste für Krippenkinder


Der Kindergarten Regenbogenhaus in Gartz betreut gegenwärtig116 Mädchen und Jungen im Alter von einem Jahr bis zu zehn Jahren. Darunter sind 22 Krippenkinder. "Das ist viel für unsere kleine Kita", sagt die Leiterin Elke Sengebusch. In der Region Gartz werden so viele Kinder geboren, dass es sogar eine Warteliste gibt. Für 2020 liegen schon sieben Anmeldungen vor. Die Kita betreut auch Schulkinder. Sie verbringen von 6.15 bis 7.15 Uhr ihre Zeit im Frühhort der Kita. Nach der Schule ist ab 14 Uhr wieder Hortzeit. Im Regenbogenhaus wird jeden Werktag in der Küche Mittagessen für die Kinder gekocht. Träger der Einrichtung ist die Volkssolidarität Ost-Uckermark. emw