„Als wir vor drei Monaten diesen Termin gesetzt haben, wussten wir nicht einmal, ob wir ihn überhaupt halten können“, erklärte Jens Bäumer, vorsitzender Geschäftsführer der Mosaik-Werkstätten in seiner einleitenden Rede. „Ich glaube die Maler und Gebäudereiniger verlassen gerade erst durch den Hinterausgang das Haus“, ergänzte er scherzhaft.
Einen Hofladen gab es in Kuhhorst auch vorher schon. Doch nun wird weit mehr verfolgt, als nur die eigenen Produkte anzubieten. Gemeinsam mit acht regionalen Partnern, die das Sortiment ergänzen, werden nun Nudeln, Käse, Honig, Gebäck, Gemüse, Bier und vieles mehr angeboten. „Schon 2009 haben wir überlegt, wie wir uns künftig am Markt positionieren wollen. Denn Bio ist schon lange keine Nische mehr und der Markt ist mittlerweile sehr unübersichtlich“, beschreibt Bäumer die Situation. Um sich von den anderen Anbietern abzusetzen, wurden daher vier große Ziele gesetzt. „Der erste Punkt ist eine hohe Qualität. Denn die ist bei weitem nicht bei allen Bio-Anbietern selbstverständlich.“ Als zweites kommt das Regionalprinzip mit verkürzten Wegen hinzu, das nun auch dem Laden mit seinen verschiedenen Partnern zugrunde liegt. Als drittes führt Bäumer die Integration von Menschen mit Behinderungen an. Der vierte Punkt lautet schließlich „professionell, aber nicht industriell“.
Auch die Expansion nach Berlin und die Eröffnung von dortigen Filialen wurden im Zusammenhang mit einer neuen Marktpositionierung geprüft. „Wir haben uns aber dagegen entschieden. Vielmehr wollen wir die Berliner nach Kuhhorst holen.“ Als Attraktion soll dafür demnächst ein Streichelzoo errichtet werden. Auch die Zimmer im Dorfkrug seien extra ausgebaut worden, um mehr Menschen die Möglichkeit zur Übernachtung zu geben. Zudem gebe es dort nun eine Bio-Karte, so Bäumer.
Neben hauseigenen Produkten werden nun im Regional-Hofladen in Kuhhorst auch Waren der Bäckerei Vollkern, des Neuruppiner Vereins Lebensräume, des Sternenhofes, der Keimzelle Vichel, der Braumanufaktur, der Blüten-Imkerei sowie Sanddornprodukte und Bio-Eis aus der Uckermark angeboten.
Nicht nur die Gäste sondern auch das Personal erfreuten sich gestern am neuen Aussehen und Angebot des Hofladens. Denn dort gibt es nun auch eine kleine Sitzecke, die besonders in den kälteren Jahreszeiten den Aufenthalt in Kuhhorst verschönern soll. „Es ist wunderbar“, schätzten gestern Helga Ritter und Inge Karbe ein, die für Verkauf und Bestellungen im Shop verantwortlich sind. „Es ist viel übersichtlicher geworden“, erklärte Karbe. Die Sitzecke war ihr ein besonderes Anliegen. „Wir haben immer mehr Besucher aus Berlin. Die können nun hier auch einen kleinen Imbiss zu sich nehmen, bevor sie sich die Ställe anschauen.“ Überhaupt sind die Großstädter nach ihrer Erfahrung ein sehr wichtiger Teil der Kundschaft. Besonders Fleischprodukte sowie Gemüse seien für diese oft ein Grund, nach Kuhhorst zu kommen.
Eine kleine Premiere gab es dann gestern auch noch. Denn zum ersten Mal wurde eine neue Kuhhorster Kreation vorgestellt: Die süße Joghurtspeise hat zwar bislang noch keinen eigenen Namen, erfreute sich aber nichtsdestotrotz reger Beliebtheit bei den Gästen.