Fast zur gleichen Zeit, als Morgenstern in Günterberg der Kirchenmusik zum Klingen verhilft, gründet Friedrich Kienscherf in Eberswalde eine Orgelbauanstalt. Sie existiert bis heute. Firmenchef Harry und Sohn Julian Sander haben sich nun auf den Weg gemacht, um in der benachbarten Uckermark ein Instrument zu retten. Die beiden Profis brauchen nicht lange, um die Probleme des Patienten zu finden. In kurzer Zeit sind bei der Operation alle Pfeifen ausgebaut und auf speziellen Transportkonstruktionen verstaut – von den ganz großen, die ins Kirchenschiff hineinragen, bis zu den ganz winzigen. Die Pakete landen in der Orgelwerkstatt in Eberswalde. Dort reinigen die Orgelbauer sämtliche Kleinteile, Windladen und mechanischen Elemente. Kein noch winziges Einzelteil darf vergessen werden, will man das Gesamtwerk zum Spielen bringen. Fehlende Stücke werden ersetzt.
"Wir haben mindestens 30 Liter Staub aus der Orgel geholt", berichtet Harry Sander. Und nur ein vor 150 Jahren an der Decke im Inneren gespanntes Stofftuch hat verhindert, dass der gesamte bröcklige Putz in den Pfeifen landete. "Das ist aber häufig so", sagt Julian Sander. "Wir haben dort schon tote Mäuse, Vögel und Fliegen gefunden."
Veränderungen des Klangs
Die Handarbeit kostet Zeit. Die beiden Experten und ihre Mitarbeiter sind ununterbrochen unterwegs, um den im Laufe der Jahrhunderte geschaffenen Orgeln überall in Deutschland wieder eine klangvolle Stimme zu verschaffen. Sie sehen sofort, welche Veränderungen es in früheren Tagen gegeben hat. Denn Kriegseinwirkungen, Diebstahl, Vernachlässigung oder auch der Musikgeschmack führen häufig dazu, dass Originalinstrumente überbaut werden. "In Günterberg sind wir uns bei einigen Dingen nicht ganz schlüssig, wie die Ursprungsvariante war", so Harry Sander.
Möglich geworden ist die Überarbeitung von Morgensterns Erbe durch drei Spender. Die Bürgerstiftung der Sparkasse Uckermark, die Denkmalförderung des Landkreises und der Günterberger Denkmalverein legen zusammen. Eigentlich sollte schon Wiedereinweihung nach Reparatur, Reinigung und Stimmung sein. Doch durch Corona musste das dafür vorgesehene Eröffnungskonzert des Uckermärkischen Orgelfrühlings kurz vor Himmelfahrt ausfallen. Und so haben die Orgelbauer noch ein wenig mehr Zeit. Der Festakt wird nachgeholt. Und auch der Orgelfrühling startet im nächsten Jahr wie geplant in Günterberg.
In der ebenfalls um 1724 erbauten Schwesterkirche Greiffenberg fehlt derzeit auch die Orgel. Die Sanders haben das Instrument wegen der Turmsanierung ausgelagert und vorsorglich in die Prenzlauer Marienkirche geschafft.

Wasser-Zweckverband berät Personalfragen


Die Verbandsversammlung des Zowa berät Montagabend über die Ergebnisse der Untersuchung, die Vorsitzender Frederik Bewer gegen Vorsteher Jens Arnold eingeleitet hatte. Erstmals darf sich Arnold selbst zu den Vorwürfen äußern. "Ich scheue mich nicht, dazu Stellung zu nehmen und die Sachen richtig zu stellen", sagte Jens Arnold gegenüber dieser Zeitung. Ob diese Untersuchung, die Freistellung und das Hausverbot gegen Arnold rechtens waren, soll ebenfall geklärt werden. Dazu bestehen Zweifel nach Schreiben der Kommunalaufsicht, die den Vorsitzenden darüber belehrte, dass die Verbandsversammlung zuständig sei und nicht er. Auf der Sitzung wird eine Kampfabstimmung unter den 14 Mitgliedern erwartet. Vorsitzender Bewer und Amtsdirektor Detlef Krause, der für Schöneberg und Landin im Zowa sitzt, scheiterten zuletzt mit dem Versuch, Arnold noch weiter zu beurlauben, gegen die Mehrheit  der Mitglieder. md