Die Oder liegt für alle Frankfurter praktisch vor der Haustür. Sie wird wenig beschifft, tritt gerne mal über ihre Ufer und so mancher findet sie dann im Keller wieder. Kaum ein Frankfurter war schon in ihr baden und noch wenigere haben sich schon mal sportlich auf der Oder betätigt. Doch manche Jugendliche verbringen ihre Freizeit mehrmals in der Woche auf dem Wasser.
Ich habe den Frankfurter Ruderclub besucht, um mir ein Bild von dieser Sportart zu machen. Schmale Boote werden zu Wasser gelassen, die Ruder in die so genannten Dollen gespannt, gekonnt wird sich noch vom Steg abgestoßen und schon kann er losgehen - der Rudersport. So einfach es bei den trainierten Jugendlichen auch aussieht, diese Sportart erfordert nicht nur Armkraft, sondern es wird auch Teamfähigkeit benötigt und man muss schwimmen können.
Oft beginnt man mit dem Training, wenn man zehn oder zwölf Jahre alt ist. Die jüngsten haben zwei Mal pro Woche das Vergnügen, während die Fortgeschrittenen fünf bis sechs Tage in der Woche üben. Neben dem Sport auf dem Wasser gehört zum Rudern auch Kraft- und Ausdauertraining dazu. Bei gutem Wetter sieht man die Ruderer oft über den Ziegenwerder joggen und bei schlechtem auf dem Ergometer, einem Gerät, von welchem die Ruderbewegung imitiert wird. Allgemein könnte man sagen, dass die jungen Sportler im Sommer auf der Oder ihre Techniken verbessern und im Winter, wenn sich die Eisschollen auf dem Fluss zusammenschieben, die Muskeln auf Vordermann bringen.
Wer denkt, dass Rudern nur Armkraft erfordert, der irrt. Auch Rücken und Beine werden - ganz anders als beim Paddeln - in Anspruch genommen. Na dann bleibt nur noch zu wünschen: Skull- und Dollenbruch!