"Alles auf einmal zu sanieren ist wegen der Kosten schmerzlich für die Gemeinde, aber notwendig", erklärt Zichows Bürgermeister Martin Röthke. Die im mit Altöl aus DDR-Zeiten belasteten Boden lagernden Tanks wurden 2009 gehoben. Das mit Schadstoffen verseuchte Areal im Umfeld des schmucken, zum Verkauf stehenden Barockschlosses soll nun gesichert und versiegelt werden.
Ursprünglich wollten die Zichower die nächsten Sanierungsabschnitte aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht auf einmal durchführen. Und die Kreisverwaltung hatte vor zwei Wochen auf einem Treffen von Vertretern der Gemeinde und des Amts Gramzow sogar einer Splittung der rund 177 000 Euro teuren Komplettsanierung zugestimmt. Damit wollte man den Zichowern entgegenkommen: Denn der Zeitplan, den das Planungsbüro UWEG Umwelt-Forschungs- und Dienstleistungs GmbH im Abschlussbericht vorgelegt hatte, war eigentlich schon von der Kreisverwaltung abgenickt worden.
Allerdings würde eine schrittweise Sanierung teurer sein, hatte der scheidende Kreisbaudezernent Reinhold Klaus gesagt. Denn jedes Mal müssten Baustellen gesichert oder auch Arbeitsschutzmaßnahmen beachtet werden.
Zudem sei man Röthke zufolge besorgt, dass sich ins Schichtwasser gelangte Schadstoffe bei einem Hinauszögern verteilen würden und ins Grundwasser oder in den Haussee gelangen. Der Schichtwasserbereich liegt oberhalb der Grundwasserleiter. Käme es zum Schadstoffaustausch, dann würden zusätzliche Analysen vom Kreisumweltamt angemahnt. Außerdem gebe es nun mindestens drei Kaufinteressenten für das Schloss, über die auf der Fredersdorfer Sitzung informiert wurde.
Neben dem bisherigen Kandidaten, dem Heilbronner Geschäftsmann Frank Ammann, sei die Stiftung der deutschen Wirtschaft für Arbeit und Beschäftigung interessiert, in dem Schloss Ausbildungsräume einzurichten. Zudem gebe es mögliche Investoren, die sich für ein Kunst- und Medieninstitut engagieren. Und wie die anderen drei, wolle auch ein weiterer, noch nicht benannter Kandidat einem Kauf nur zustimmen, wenn die Sanierung abgeschlossen ist.
"Egal, wer investiert: Hauptsache die Gemeinde kommt mit plus minus null raus und das Schloss wird erhalten", so Röthke. Mit dem Kauferlös könnten etwaige Kredite für die im zweiten Quartal beginnende Sanierung gedeckt werden. Zudem beantrage man in Potsdam Fördermittel und würde im Umweltausschuss des Bundestags um Geld bitten. Bisher sei man dort auf taube Ohren gestoßen, weil man keine Investoren für das Areal in Aussicht hatte.