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Advertorial

Tierarzt Dr. med. vet. Volker Wienrich

Juckende Hauterkrankungen bei Hund, Katze & Co

Juckreiz ist eine unangenehme Empfindung, die Kratzen zur Folge hat. Es gibt keinen Zusammenhang zu Schmerzempfindungen. Das Kratzen beginnt, wenn eine so genannte Juckreizschwelle überschritten wird. Das kann zum Beispiel geschehen, wenn zu den eigentlichen Grundursachen Aufregung oder andere psychische Faktoren hinzukommen. Die eigentlichen Probleme bei juckenden Hauterkrankungen entstehen durch das Kratzen. Es führt zu Verletzungen der Haut und anschließend zu Hautinfektionen, die wiederum den Juckreiz verstärken können.

Die Ursachen für juckende Hauterkrankungen können u.a. sein: 

  • allergisch bedingte Erkrankungen (sowohl durch äußere Faktoren aus der Umwelt wie z.B. Pollen oder Hausstaubmilben als auch durch Futtermittelinhaltsstoffe) – Klärung durch entsprechende Allergietests
  • allergische Rektionen auf den Befall mit Ektoparasiten wie Flöhe oder Milben
  • Ektoparasitenbefall  wie z.B. durch Haarlinge, manche andere Milben
  • Erkrankungen des Immunsystems (Autoimmunkrankheiten)
  • Hautpilzinfektionen
  • Bakterielle Hautinfektionen oder Infektionen mit Hefen (sie sind aber meist sekundär entstanden)
  • Erkrankungen innerer Organe einschließlich der Hormone produzierenden
  • manche Tumorerkrankungen
  • in Einzelfällen auch vor allem psychische Störungen.

Die Behandlung von juckenden Hauterkrankungen sollte soweit wie möglich gegen die Ursachen gerichtet sein. Solche Behandlungsmethoden sind z.B:

  • Desensibilisierung bei Allergien
  • Anwendung von Mitteln gegen Ektoparasiten
  • Behandlung von Hautinfektionen mit Bakterien, Pilzen oder Hefen
  • Behandlung der Erkrankungen innerer Organe

Eine weitere Möglichkeit, Juckreiz zu verhindern, ist es, die auslösenden Ursachen zu meiden, wie z.B. bei einer Futtermittelallergie durch Fütterung einer entsprechenden Diät. Eine Reduktion Belastung mit Hausstaubmilben an den wesentlichen Aufenthaltsorten des Tieres kann ebenfalls hilfreich sein.

Die medikamentelle Behandlung gegen Juckreiz erfolgt einerseits äußerlich (Shampoos, Salben, Lotionen usw.). In vielen Fällen ist bei Juckreiz an zahlreichen Körperstellen  aber auch eine  systemische (innerliche) Behandlung notwendig. Zum Einsatz kommen dabei in manchen Fällen Kortisone.  Da Kortisone jedoch bei Langzeitanwendung massive Nebenwirkungen zur Folge haben können, gilt hier der Grundsatz: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Auf die Anwendung von Langzeit-Kortisonen per Injektion sollte grundsätzlich verzichtet werden. Weitere  Möglichkeiten sind die Anwendung von Oclacitinib (Apoquel), Ciclosporinen (z.B. Atopica) oder Cytopoint - Injektionen Zusätzliche – oder in leichteren Fällen alleinige – Wirkungen gegen den Juckreiz können durch Antihistaminika und durch Omega 3 – Fettsäure – Medikamente erreicht werden.

Bei juckenden Hauterkrankungen muss eine sorgfältige Diagnostik erfolgen. Die Behandlung ist in vielen Fällen kompliziert und besteht oft aus mehreren Schritten, die gleichzeitig oder auch nacheinander durchgeführt werden.

Autor: Telefon: (030) 9415638   

Internet: www.tierarzt-wienrich.de

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