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Hilfseinsatz
Hennigsdorfer Tierarztpraxis kastriert griechische Straßenhunde

Die Tierarztpraxis befindet sich in Nieder Neuendorf, Am Yachthafen 10 a: (03302) 209121. Am 18. Mai startet das Team nach Griechenland.
Die Tierarztpraxis befindet sich in Nieder Neuendorf, Am Yachthafen 10 a: (03302) 209121. Am 18. Mai startet das Team nach Griechenland. © Foto: MZV
Heike Ottilige / 05.04.2018, 15:48 Uhr - Aktualisiert 02.05.2018, 14:13
Hennigsdorf (Märker) Neugierig schnuppert Jaco, wenn Besucher in die Hennigsdorfer Tierarztpraxis kommen.Das Team um Tierärztin Margarete Tudies hat seine Haustiere immer dabei. Demnächst startet das Team zu einer besonderen Reise. Vom 18. bis 21. Mai machen sich die Tierärzte und Tierarzthelfer auf nach Griechenland. In der Nähe von Thessaloniki werden sie für die Tierschutzorganisation A.C.E. Straßenhunde kastrieren.

"Die Idee war eigentlich schnell geboren", erzählt Margarete Tudies, während ihr Jaco um die Beine streicht. "Keiner aus unserer Praxis wollte, dass wir eine Weihnachtsfeier machen oder eben ein Weihnachtsgeschenk. Alle wollten, dass wir lieber Tieren in Not helfen. Zum Beispiel Straßenhunden in Griechenland", berichtet die freundliche Tierärztin. Das Team hat sich dann entschlossen, ihr Anliegen in der Praxis öffentlich zu machen und die Besucher über die anstehende Reise zu informieren. "Wir waren überwältigt, wie groß die Spendenbereitschaft ist. Viele wollten lieber eine Kontonummer, weil sie keine großen Summen in unser dafür bereitgestelltes Sparschwein stecken wollten", berichtet die Tierärztin und bedankt sich schon jetzt für die große Hilfsbereitschaft.

Drei Tierärzte und vier Helferinnen werden nun am 18. Mai nach Thessaloniki abheben. "So haben wir drei OP-Teams und können 20 bis 30 Tiere am Tag kastrieren. Es werden nicht nur Hunde, sondern auch Katzen sein", sagt sie.Entsprechende Materialien und Medikamente haben die Tierärztin und ihr Team schon nach Griechenland geschickt.

Ein Herz für Straßenhunde haben die Mitarbeiter der Praxis. Ihrenzwölfjährigen Hund Jaco hat Margarete Tudies einst direkt aus einer Tötungsstation in Spanien geholt. Sie weiß sehr wohl, dass viele Tiere aus diesen Gegenden an typischen Mittelmeererkrankungen leiden. An Leishmaniose zum Beispiel, einer Krankheit, die durch Sandmücken übertragen wird. "Die Tiere werden die Erkrankung nicht mehr los. Viele Kollegen behandeln die Tiere deshalb nicht. Man kann aber mit Medikamenten helfen", berichtet sie.

Ihren Flug und die Unterkunft wird das Tierarztteam selbst bezahlen. Die Spendengelder kommen der Tierschutzorganisation A.C.E. zu Gute.

Für Margarete Tudies stand schon immer fest, dass sie Tierärztin wird. Ihren Entschluss hat die Frau aus Nieder Neuendorf nie bereut. Heute haben ihr Mann und sie vier Hunde und zwei Katzen zu Hause. "Das ist schon eine Herausforderung", sagt sie und verbindet ihre Reise mit der Hoffnung, Menschenzu animieren, sich einen Straßenhund zu nehmen und ihm so ein neues Zuhause zu geben. "Wer unsicher ist oder Angst hat, kann auch erst einmal die Pflegschaft übernehmen", sagt sie. Allerdings weist sie auch darauf hin, dass Straßenhunde erst alles lernen müssen. "Man braucht schon etwas Geduld", ist sie ganz ehrlich.

Aber nicht nur mit der Tierschutzorganisation A.C.E. arbeitet die Praxis eng zusammen, auch mit dem Verein "Tiere suchen Freunde". "Der Verein kümmert sich insbesondere um Hunde und Katzen, die alles andere als schön sind und durchaus Fehler oder Fehlstellungen haben. Halb Berlin-Heiligensee ist jetzt mit einem solchen Hund unterwegs", freut sie sich, dass gerade diese Tiere vermittelt werden konnten.

Noch hat das Team Kapazitäten frei, Hunde von der Reise nach Griechenland mitzubringen.

Wer Interesse hat, kann sich gern auf der Internetseite des Tierschutzvereins informieren und einen Hund aussuchen und dann mit der Praxis Kontakt aufnehmen.Spenden helfen natürlich immer.

Auch Sachspenden in Form von Decken und Handtüchern für die Operationen und Futterspenden. "Wichtig ist vor allem, ein Herz für die Straßentiere zu haben. Wir haben bisher nur gute Erfahrungen gesammelt", sagt Margarete Tudies, die in Gedanken schon bei der großen Fahrt ist.

Sie weiß, dass ihr Team zumindest einem Teil der freilebenden Tiere helfen kann. "Und das fühlt sich gut an", sagt sie zufrieden.

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