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Gebrannte Spezialitäten
Einkaufstour mit Ausflug

Whisky made in Brandenburg. Das ideale Geschenk zu Weihnachten.
Whisky made in Brandenburg. Das ideale Geschenk zu Weihnachten. © Foto: Steffen Lehmann
21.12.2017, 14:46 Uhr
Potsdam/Frankfurt (Oder) (MäMa/Märker/Brawo) Neben "Craft-Beer" liegt auch der sogenannte "Craft-Spirit" im Trend: Spirituosen aus kleinen Manufakturen und Brennereien. Auch wenn die "Craft-Szene" eher in Großstädten angesiedelt ist, produziert werden viele dieser Spezialitäten auf dem Land. So auch in Brandenburg. Whisky, Gin, Korn oder Obstbrände - wer auf der Suche nach einem hochprozentigen Weihnachtsgeschenk ist, wird rund um Berlin fündig. Die Einkaufstour kann auf diese Weise direkt mit einem Ausflug verbunden werden.

Ein Geschmack wie Brandenburg

Gerste und Roggen von den eigenen Feldern sowie Wasser aus der privaten Elisabeth-Quelle sind die Basis des Glina Whiskys von Michael Schultz. Der Name "Glina" kommt aus dem Slawischen und bedeutet Ton und Lehm. Daraus ist einst der Name des Ortes Glindow entstanden, zudem auch die Elisabethhöhe gehört, wo Familie Schultz seit Ende des 19. Jahrhunderts mit ihrer Landwirtschaft ansässig ist. Und die Rohstoffe und die Lage, in der sie gewachsen sind, bestimmen auch den Geschmack der bernsteinfarben Spirituose. "Im Whisky schmeckt man mein Brandenburg", sagt Michael Schultz. Im Hofladen der Schultzes kann man zwischen verschiedenen ausgebauten Varianten wie "Smoked Edition", "Black cherry" oder "Oak" wählen. Im Angebot sind hier außerdem der Siedler-Jahrgangsgin sowie diverse Obstbrände und Liköre. Alle Produkte gibt es auch über den Online-Shop. Ein schönes Weihnachtsgeschenk ist auch ein Gutschein für eine von Michael Schultz persönlich geführte Tour mit Verkostung durch die Whiskey-Erlebniswelt. (Der Hofladen in der Karl-Liebknecht-Str. 17, 14542 Werder a.d. Havel/OT-Elisabethhöhe ist täglich von 10-18 Uhr geöffnet. Infos: www.glina-whisky.de)

Brennerei-Besitzer durch Zufall

Eher durch Zufall wurden drei Berliner Besitzer einer Whisky-Brennerei im Spreewald. Eigentlich wollten sie nur ein Fass Whiskey in der Uckermark kaufen, wurden aber von dort nach Schlepzig geschickt, wo Torsten Römer im Jahr 2003 die Brennerei gegründet hatte. Auf der Suche nach einem Nachfolger kamen ihm die drei Whisky-Freunde - Steffen Lohr, Bastian Heuser und Sebastian Brack - gerade recht. Unter dem neuen Namen "Spreewood Distillers" erfüllten sie sich kurze Zeit später den lang gehegten Traum einer eigenen Spirituosen-Manufaktur. Im Spreewald finden sie exzellente Voraussetzungen für ihren Whiskey. Der in Brandenburg wachsende Roggen ist von hervorragender Qualität. Sogar große amerikanische Whiskey-Brennereien kaufen ihn. Der Roggenwhiskey aus Schlepzig ist mit 55 Prozent Alkoholgehalt ziemlich kräftig. Der Single Malt Whiskey mit 47 Prozent etwas weicher. Die Fässer bestehen aus amerikanischer Weißeiche und deutscher Eiche - 180 und 250 Jahre alt sind die Bäume, bevor sie zu Eichenfässern bearbeitet werden. (Das Café und der Hofverkauf der Spreewood Distillers, Dorfstr. 56 in 15910 Schlepzig sind in den Wintermonaten täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Infos: www.spreewood-distillers.com)

Urwüchsig wie die Uckermark

Erlesene Brände und edle Liköre werden seit dem Jahr 2015 auch im historischen Speicher in Altkünkendorf in der Uckermark, am Fuße des UNESCO-Weltnaturerbes Buchenwald Grumsin, hergestellt. In der Grumsiner Brennerei kommen feine Nasen und Zungen zwischen blitzenden Edelstahl-Destillatoren und alten Holz-Rumfässern voll auf ihre Kosten. Die Rohstoffe bezieht Geschäftsführer Thomas Blätterlein überwiegend von regionalen Erzeugern. So kommt der Weizen für den Uckermärker Korn zum Beispiel von einem Biobauern aus Wilmersdorf bei Angermünde. Die Flaschenetiketten tragen als Logo einen Mammutkopf, der als Symbol für die Urwüchsigkeit der eiszeitlich geformten Landschaft steht. Ab Februar bieten Thomas Blätterlein und seine Frau wieder an jedem 1. und 3. Samstag im Monat Führungen mit Verkostungen der Obst- und Korn-Brände sowie des Gins und Whiskys an. Wer die Spezialitäten der Grumsiner Brennerei in der Vorweihnachszeit kaufen möchte, kann dies mit einem Besuch des Weihnachtsmarktes auf Schloss & Gut Liebenberg verbinden. Dort ist die Brennerei an allen Adventswochenenden mit einem Stand vertreten. (Alle Produkte gibt es auch im Online-Shop. Infos: www.grumsiner.de)

Den Mönchen abgeschaut

Das vom Zisterzienserkloster Neuzelle erbaute Gasthaus "Newe Krug vorm Closter" wurde im Jahr 1589 erstmals urkundlich erwähnt. In Neuzelle besaß es das alleinige Recht zur Herstellung von Branntwein, wozu vor allem Kartoffeln und Wein verwendet wurden. 1650 wurde der Krug mit den Brennrechten verkauft und im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzer. Seit 1997 findet in Neuzelle wieder die traditionelle Branntweingewinnung und die Herstellung von Obstbränden statt. Seit 2012 ist die Klosterbrennerei als Schaubrennerei "La Distillerie" in das Restaurant des Klosterhotels Neuzelle integriert. Brennmeister Nico Petri fertigt neben Bränden und Geisten auch Kräuter, Liköre, Absinthe, Whiskey und Aquavit. Das 150 Liter fassende Brenngerät steht mitten in der Schaubrennerei und kann an den Brenntagen in Aktion erlebt werden. Wer die einstündige Führung bucht, wird darüber hinaus in die Geheimnisse des Maischens, Destillierens und Degustierens eingeweiht - die anschließende Verkostung gehört natürlich dazu, buchbar ab 8 Personen, nach vorheriger Anmeldung. (Die Produkte können in der Schaubrennerei im Klosterhotel, Bahnhofstraße 18, in 15898 Neuzelle gekauft werden. Infos: www.hotel-neuzelle.de)

Tipp: Einige der vorgestellten Spirituosen sowie viele andere Produkte aus Brandenburg gibt es jetzt auch in Berlin in der "Brandenburgerie". (Sredzkistraße 36, Prenzlauer Berg, Öffnungszeiten Di-Fr 11-19 Uhr, Sa 10-16 Uhr) (pm/db)

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