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Allrounder mit Gelände-Abitur

Auffällig an der Seite sind die trapezförmigen Radhäuser, die aufsteigende Seitenlinie als auch das gleichzeitig leicht heruntergezogene Dach.
Auffällig an der Seite sind die trapezförmigen Radhäuser, die aufsteigende Seitenlinie als auch das gleichzeitig leicht heruntergezogene Dach. © Foto: Jeep
Rainer Bekeschus / 15.01.2018, 15:55 Uhr
Frankfurt (Oder) (MäMa/Märker) Das Segment der kompakten SUV wächst weiter ungebremst. Wurden 2013 deutschlandweit vom Tiguan, Kuga und Co. rund 230 000 Modelle verkauft, sind es in diesem Jahr schon mehr als 330 000. Für 2018 sind 400 000 prognostiziert. Klar, dass von dem großen Kuchen jeder Hersteller etwas abhaben will. Auch Jeep (seit 2010 zu Fiat gehörend) möchte in dem Rudel künftig ordentlich mitmischen und mit dem neuen Compass sogar richtungsweisend sein. Ob er das Zeug hierfür hat? Der Märkische Markt hat eine erste Ausfahrt mit dem neuen Alleskönner gemacht.

Wer sich dem neuen Compass mit dem Schlüssel in der Hand nähert, tut dies mit Respekt und einer gewissen Neugierde. Sieht der jüngste Jeep doch aus wie ein geschrumpfter Grand Cherokee. Freilich ist letzterer 40 Zentimeter länger und auch deutlich höher. Der kleine Bruder indes wirkt mit seinen 4,40 Metern Länge und 1,64 Meter Höhe dennoch ähnlich muskulös. Zumal sich an seinem frischen Look zig gelungene Details zu einem nett geformten Gesamtbild fügen und für einen ebenso unverwechselbaren Auftritt sorgen. So prangt beispielsweise an der Front der legendäre 7-Slot-Grill mit verchromten Einfassungen. Auffällig an der Seite sind die trapezförmigen Radhäuser, die aufsteigende Seitenlinie als auch das gleichzeitig leicht heruntergezogene Dach, was der Blechrüstung Kraft und Geschmeidigkeit gleichermaßen verleiht. Und am Heck sorgt eine unter dem Fenster durchgehende breite Chromleiste für Eleganz. So proportioniert mutiert er jedenfalls zum absoluten Lifestyler.

Der edle Eindruck setzt sich hinter den Türen des Gelände-Boliden fort. Der Innenraum kombiniert jugendlich-dynamischen Look mit eleganter Formensprache und wertigen Materialien sowie präzise gearbeiteten Details im Tech Look. Hier ist zudem alles großzügig dimensioniert und handfest platziert. Der Pilot darf sich über eine zweifarbige, trapezförmig gestaltete Mittelkonsole mit aufgeschäumten Oberflächen und filigran eingesetzten Alu-Dekorleisten freuen. Hinter dem handfesten Dreispeichenlenkrad liegt ein durchdacht gestaltetes LED-Anzeigenfeld, welches sich optional von 3,5 auf sieben Zoll vergrößern und mit allerlei Infos konfigurieren lässt. Die Mittelkonsole beherbergt je nach Ausstattung einen Touchscreen mit fünf, sieben oder 8,4 Zoll Bildschirmdiagonale. Hier wird das Multimediasystem gesteuert, das Navi bedient als auch die Klimaanlage geregelt. Platz gibt es auf allen fünf Plätzen genug, das Gepäckabteil schluckt akzeptable 438 Liter.

Als Antriebe fungieren Diesel-Varianten mit 120, 140 und 170 PS sowie zwei Vierzylinder-Turbo-Benziner mit 140 und 170 PS. Letzteren (mit Allradantrieb und 9-Gang-Automatik) haben wir ausprobiert.

Der Benziner spendiert ausreichende 250 Nm, die dem Motor kräftig einheizen. Dabei summt der 1,7-Tonner nur sonor vor sich hin. Doch der Jeep kann auch anders. Ein beherzter Tritt aufs Gaspedal genügt und der Compass stürmt los, presst die Besatzung nachhaltig in die rundum gelungenen Sitze. Auch haben sich hier Getriebe und Motor gesucht und gefunden, denn die 9-Gang-Automatik agiert dabei so sanft und zugfrei, dass der Fahrer nur am auf und ab der Tourennadel den Gangwechsel mitbekommt. Gleichwohl sind Dämpfer, Lenker und Stabilisatoren dank eines adaptiven Dämpfungssystems für alle Federbeine wirksam auf eine hohe Fahrsicherheit eingeschworen. Unterwegs gibt sich der Italo-Ami über Land daher erstaunlich sportlich und Pkw-like. Seine flotte Gangart wird auch nicht durch den Verbrauch sabotiert, der laut Datenblatt bei knapp sieben Liter im Schnitt liegt. Für einen 1,7-Tonner noch moderat.

Dank seines intelligenten, vollautomatischen 4x4-Systems kommt er auch im Gelände ohne Probleme überall durch. Wenn nötig kann die Technik bis 100 Prozent des verfügbaren Drehmoments an nur ein Rad weiterleiten. Auch gibt es verschiedene Modi (Auto, Snow, Sand und Mud), um sich an jede Art von Grund und Wetter anzupassen. So bestückt trabt der Compass souverän durch selbst anspruchsvolles Terrain, agiert im Gelände mit seinen gut 21 Zentimeter Bodenfreiheit entsprechend robust und gibt sich dort als ein Allrounder mit Gelände-Abitur. Und nicht zuletzt verfügt der Compass über eine beidseitig entkoppelbare Kardanwelle, um ab 30 km/h (z. B. bei normalen Straßenfahrten) die Effizienz durch nur zwei Antriebsräder zu erhöhen.An Bord sind u. a. solch innovative Features wie ein Kollisionswarnsystem mit Aufprallvermeidung sowie ein aktiver Spurhalteassistent.

Fazit: Der neue Compass reifte noch mehr zum absoluten Alleskönner verkörpert Freiheit, Authentizität und Abenteuer Er sorgt für Aha-Effekte bei der Optik, ist potent auf der Straße als auch beim eventuellen Ritt durchs Gelände. Die Preise starten bei 24 900 Euro für den kleinen Benziner mit Frontantrieb, der günstigste Diesel kostet 26 100 Euro.

Jeep Compass 1.4

MultiAir 4x4

Motor: 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 170 PS

0-100 km/h: 9,5 Sekunden

Spitze: 200 km/h

Durchschnittsverbrauch:

6,9 Liter Super

C02-Wert: 160 g/km

Kofferraum: 438 - 1251 Liter

Preis: 35 200 Euro

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