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Vom Milchgesicht zum Mann gereift

Am Blechkleid gefallenen vielerlei neue Linien und Konturen.
Am Blechkleid gefallenen vielerlei neue Linien und Konturen. © Foto: Toyota
Rainer Bekeschus / 02.02.2018, 15:41 Uhr
Frankfurt (Oder) (MäMa/Märker) Er ist ein fast rundum vorbildlicher Straßenfloh der Stadtsparklasse und verkauft sich entsprechend in Europa wie geschnitten Brot. Die Rede ist vom seit 2011 in der 3. Generation erhältlichen Yaris. Wegen dessen ungebremster Beliebtheit verzichtete Toyota im Vorjahr daher auch auf eine eigentlich nach so langer Zeit schon meist übliche komplette Erneuerung, sondern verpasste dem Bonsai ein zweites Facelift. Allerdings eines, das mehr aufbietet als nur Kosmetik. Der Märkische Markt hat sich die 5-türige Variante mit neuem 1.5er Vierzylinder-Benziner im Test vorgeknöpft.

Am Blechkleid des nach wie vor 3,95 m kurzen Yaris gefallen uns vielerlei neue Linien und Konturen, die ihn vom Milchgesicht zum Mann reifen ließen. Außen erhielten Front und Heck eine stärker dreidimensional ausgeprägte Architektur mit intensiveren horizontalen Linien, die das Auto insgesamt breiter wirken lassen. Zum neuen Outfit, den Toyota Keen-Look nennt, gehört eine frischere Frontpartie, die geprägt ist von Stoßfängern mit breiten seitlichen Kielen und einem kraftvoll herausgearbeiteten trapezförmigen Grill. Auffällig sind die neuen Leuchten und Nebelscheinwerfer, die in kompakteren Aussparungen ruhen.

Moderner zeigt sich auch das Heck. Hier ziehen sich nunmehr die Rückleuchten von den Radhäusern bis in die Heckklappe. Schwarze Dekorleisten im Stil eines Diffusors finden sich am Stoßfänger. Zu mehr Pep tragen beim Yaris auch verschiedenste Individualisierungsmöglichkeiten wie schwarz abgesetzte Dachholme, getönte Leisten und Außenspiegel sowie verschiedenfarbige Innenräume bei.

Überhaupt durfte innen bei dem kleinen Japaner ein frischer Zeitgeist wirbeln, vieles wurde deutlich mehr auf Qualität getrimmt. Entsprechend flott beseelt gibt er sich, mit neu gestalteter Armaturentafel, neuen Polstern, Bezügen und Dekorleisten, aufgewerteten Instrumenten und Bedienelementen. So ist das neue chromeingefasste Kombiinstrument im klassischen Analog-Design mit blauer Hintergrundbeleuchtung und zwei Zifferblättern arrangiert. Dazwischen prangt ab der Comfort-Ausstattung ein 4,2-Zoll großes TFT-Infodisplay. Den Qualitätseindruck hebt eine geschäumte Armaturentafel und ein Dreispeichenlenkrad im geänderten Look.

In den 1,51 m hohen Wagen steigt man vorn wie hinten ohne Verrenkung, nimmt Platz auf gut konturierten Sitzen mit festen Polstern. Der so schon große Kofferraum mit 286 l lässt sich nach dem Umlegen der Rückbank auf mehr als 1100 l erweitern.

Und wie fährt er sich? An Bord haben wir den neuen Vierzylinder, der statt vormals 1,33 l und 1,5 Liter Hubraum hat und 111 PS bietet. Gegen den Trend setzt Toyota also statt auf Downizing und Turbo, auf mehr Hubraum. Ein überschwängliches Gefühl stellt sich unterwegs dennoch nicht ein, auch wenngleich er mit seinen 136 Nm ordentlich aus den Startblöcken kommt. Sein Problem: Beim Anfahren würgt man den Motor nicht selten ab. Und beim nächsten Start heult der Motor unwillig auf, weil man intuitiv zu viel Gas gibt. Obwohl der Pilot schon dutzende Jahre Auto-Erfahrung auf dem Buckel hat, wird man unterwegs von anderen Autofahrern milde als plumper Anfänger belächelt. Ansonsten sorgt das kleine Kraftwerk in dem nur eine Tonne leichten Yaris unterwegs durchaus für ausgelassene Stimmung. Erfreulich auch, dass der Geräuschpegel im Innenraum durch die Bank moderat bleibt. Kein Wunder, wurden doch unter den 900 neuen Teilen unter anderem Motorlager, Stoßdämpfer und Hilfsrahmen erneuert. Entsprechend wehrt sich das Fahrwerk des City-Hoppers erfolgreich gegen die meisten Querrillen, holpert nicht, macht allerlei Späße selbst in engsten Kurven mit. Erwähnenswert ist noch die ultradirekte, sehr zackige Lenkung und die exakte 6-Gang-Schaltung. Beim Wendekreis hat der Yaris trotz seiner 9,6 m keine Mühe beim jonglieren in der Stadt. Serienmäßig sind nun Notbrems- und Fernlichtassistent, sowie ein Spurverlassenswarner. Je nach Ausstattung kommen noch Fernlichtautomatik und Verkehrszeichenerkennung hinzu. Und nicht zuletzt sollen neue Kopfstützen für mehr Sicherheit sorgen und auch endlich Gurtstraffer auf den Fondplätzen die Mitfahrer besser schützen.

Die 111-PS-Variante ist ab 14.240 Euro zu haben, in der von uns gefahrenen Comfort-Variante mit Klimaanlage und 7-Zoll-Touchscreen einschließlich Rückfahrkamera kostet er ab 16.790 Euro. Rainer Bekeschus

Toyota Yaris 1.5 Dual VVT-iE

Motor: 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, 111 PS

0-100 km/h: 11,0 Sekunden

Spitze: 175 km/h

Durchschnittsverbrauch:

5 Liter Super

C02-Wert: 112 g/km

Kofferraum: 286 - 1100 Liter

Preis: ab 16 790 Euro

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