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Volvo XC40
Ein echter Schwedenhappen

460 bis 1336 Liter als Gepäckvolumen sind für den 1,65 Meter hohen Edel-SUV zwar nicht üppig, liegen aber im Klassendurchschnitt.
460 bis 1336 Liter als Gepäckvolumen sind für den 1,65 Meter hohen Edel-SUV zwar nicht üppig, liegen aber im Klassendurchschnitt. © Foto: Volvo
Rainer Bekeschus / 08.03.2018, 11:33 Uhr
Frankfurt (Oder) (MäMa/Märker) Stand die Marke Volvo in der Vergangenheit vornehmlich für Kombis aller Art, so verkaufen die Nordmänner inzwischen mehrheitlich Offroader wie geschnitten Brot. Allein im Vorjahr gingen von den rund 41000 in Deutschland zugelassenen Autos mehr als 23000 Modelle des XC90 und XC60 über den Ladentisch. An derlei Erfolge soll der ab 10. März erhältliche XC40 gleich vom Start weg anknüpfen. Wie sich der fein heraus geputzte kompakte SUV im ersten Test schlägt? Der Märkische Markt hat ihn gecheckt.

Vorweg: Volvos Kreativ-Mannschaft formte einen echten Schwedenhappen. Die der aktuellen Designsprache angepasste Blechrüstung verhilft dem frischen Modell jedenfalls zu einer interessanten Ausstrahlung. An der Front dominieren an dem proper geformten 4,43 m langen Wikinger die bekannten T-förmigen Tagfahrleuchten in Form des Hammers vom Donnergott Thor. Während indes seine großen Brüder mit einem nach außen gewölbten Grill brillieren ist der beim XC40 nach innen gewölbt.

Die gelungene Linienführung macht auch vor dem fülligen Heck nicht halt. Hier gefallen uns an dem kleinen Gladiator neben ausladenden Schultern die elegant gezeichneten Rückleuchten im volvo-typischen Knick. Designerisch durchaus gelungen wirkt auch die coupéartige C-Säule. Praktisch ist der Sinn allerdings fragwürdig, schränkt sie doch die Sicht nach hinten immens ein. Ohne Rückfahrkamera sind Parkprobleme vorprogrammiert.

Also einer, bei dem Mode vor Nutzwert geht? Mitnichten. Denn 460 bis 1.336 Liter als Gepäckvolumen sind für den 1,65 Meter hohen Edel-SUV zwar nicht üppig, liegen aber im Klassendurchschnitt. Neu beim jüngsten Nordlicht ist zudem die äußere Farbvielfalt. Je nach Ausstattung gibt es ergänzend eine Kontrast-Dachlackierung in Weiß oder Schwarz.

Die Philosophie nordischen Charmes wurde auch innen treffsicher verbaut und stilsicher mit etwas Luxus, skandinavischer Geradlinigkeit samt moderner Behaglichkeit verknüpft. Also hinein in die gute Stube! Alles verströmt ein exklusives ansprechendes Wohlfühlambiente und penible Qualität, horizontale Linien vermitteln ein großzügiges Gefühl von Weite und Raum. Weiches Leder, Zutaten aus Alu, Chrom und anderen edlen Anbauteilen lassen Fahrer und Insassen jedenfalls zufrieden in die guten Polster sinken. In der Mittelkonsole prangt wie bei den großen SUV ein Touchscreen, der wie ein Tablet funktioniert. Es bietet den Zugang zu zig internetbasierten Produkten und Diensten. Wie bei den individuelleren Außenfarben setzt Volvo auch hier auf bunte Töne. So lassen sich gar Teppiche in leuchtendem Orange ordern. Ob das jemand will, ist jedoch fraglich. Pfiffiger sind da schon einige praktische Detail-Neuerungen wie sie bislang meist nur Skoda präsentierte. Beispielsweise bieten die seitlichen Türinnentaschen mehr Platz, da die Schweden die Lautsprecher woanders verbauten. Eine Schublade findet sich unter dem Sitz, in der Mittelarmlehne ein Behälter extra für Abfall, und am Handschuhfach lässt sich ein Haken herausklappen, um Taschen aufzuhängen. Selbst an mehr Praktikabilität im Kofferraum wurde getüftelt. Wird die Gepäckraumabdeckung nicht benötigt, lässt sie sich im Kofferraumboden verstauen.

Und Technik zum Fahren? Beide Modelle haben für die Schaltung als Serie eine blitzschnell agierende 8-Gang-Gartronic im Maschinenraum als auch einen permanenten Allradantrieb (AWD), welcher mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung je nach Fahrsituation die Kraftverteilung zwischen beiden Achsen variiert. Für Fahrspaß sorgen vorerst nur zwei Vierzylinder. Ein Diesel (D4, 190 PS) und ein Benziner (T5, 247 PS). Letztere Fuhre, die vom pfundigen T5 befeuert wird, haben wir näher getestet.

Der Turbo drückt schon bei 1.800 Touren 350 Nm ab, beißt demnach schon kurz nach dem Start ohne Hemmungen zu und sorgt so quasi für einen gebündelten Polarsturm. Unterwegs ist das Triebwerk unglaublich wandelbar, beherrscht gekonnt das Wechselspiel zwischen sanftem Dahingleiten und Beschleunigung. Unterwegs wirken die beiden Antriebsachsen dank Allradantrieb (AWD) wie verblockt und schieben stets rasant nach vorn. Im Datenblatt-Durchschnitt soll der Vierzylinder 7,2 Liter Super verbrennen, bei uns im Test sind es 8,6 Liter. Das Aggregat ist zudem angenehm leise, nur wer den Schweden sportlich scheucht, vernimmt Malocher-Töne. Beide Motoren haben übrigens einen "Persilschein" und erfüllen schon geforderte Euro-6d-Abgasnorm. Hierfür sorgt beim Diesel ein SCR-Kat samt 14,5 l großem AdBlue-Tank, beim Benziner ein Partikelfilter. Passend zum Muskelspiel des Motors glänzt der XC40 allerdings beim Fahrwerk nicht vorrangig mit straffer Sportlichkeit, sondern mit Komfort. Er rollt angenehm kommod ab und verdaut locker fast sämtliche Fahrbahndellen. Mir persönlich würde eine Variante mit normalem Antrieb bereits genügen, denn bekanntlich spielt sich doch das Leben von 95 Prozent der Kraxler auf zivilisierten Straßen ab. Auf solche Modelle muss der Käufer indes noch bis Mai warten, dann kommt neben einem T4 und D3 auch das 156 PS starke Basismodell mit Dreizylinder-Benziner und Frontantrieb zum Preis ab 31.350 Euro.

Volvo XC40 2.0 T5 AWD Momentum

Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 247 PS

0-100 km/h: 6,5 Sekunden

Spitze: 230 km/h

Durchschnittsverbrauch:

7,2 Liter Super

C02-Wert: 168 g/km (Euro 6d-Temp)

Kofferraum: 460 bis 1336 l

Preis: ab 46 100 Euro

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