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Kia Picanto X-Line
Zwerg im Geländewagen-Kleid

Die keilförmige Silhouette und das schnuckelige Heck sorgen für eine kraftvolle Crossover-Optik.
Die keilförmige Silhouette und das schnuckelige Heck sorgen für eine kraftvolle Crossover-Optik. © Foto: Kia
Rainer Bekeschus / 11.04.2018, 16:22 Uhr
Frankfurt (Oder) (MäMa) Kia hat eine neue Marktlücke erspäht und schickt vom erfolgreichen Picanto ab sofort mit der frech aussehenden X-Line-Variante eine extra auf offroad gestylte Variante mit Kraxler-Optik ins Rennen. Der Märkische Markt hat sich den Zwerg im Geländewagen-Kleid im ersten Test mal vorgeknöpft.

Der zur bunten Herde der Autozwerge gehörende Picanto gibt sich mit seiner flotten Form an sich schon witzig und lebensfroh. Als X-Line Variante auch noch rustikal. Kia verordnete hierfür dem um 7 cm auf 3,67 m verlängerten Fünftürer neben der bekannten effektvoll definierten Designsprache mit dem Kühlergrill im "Tigernasen"-Look, der keilförmigen Silhouette und dem schnuckeligen Heck eine kraftvolle Crossover-Optik. Dazu gehören ein Stoßfänger in Offroad-Look, Seitenschutzleisten, schwarze Radlaufverkleidungen und Karosseriedetails in Kontrastfarben - je nach Außenfarben in Limettengrün oder Silber. Hinzu kommen außen ein optischer Unterfahrschutz, ein Doppelrohrauspuff und eine um 1,5 cm auf 15,6 cm gewachsene Bodenfreiheit.

Das Interieur entpuppt sich als ansprechend und die Mittelkonsole ist ebenso modern wie unkonventionell gestaltet. Wir streicheln hier und da über edle Oberflächen und glatte Dekorelemente in Weiß und Limettengrün, schauen auf eine Alu-Pedalerie. Dazu gefällt das grifffeste, serienmäßig beheizbare Dreispeichen-Lenkrad. Senkrecht auf der Mittelkonsole steht ein 7-Zoll-Touchscreen für das Navi inkl. Anbindung an Android Auto sowie Apple CarPlay. Und zwischen den Vordersitzen gibt es sogar eine in Längsrichtung verschiebbare Mittelarmlehne mit Ablagefach.

Zugegeben: Vom Platz kann man bei den Maßen keine Wunder erwarten. Dennoch geht es in der kleinen Schachtel durchaus geräumig zu. Die prima passenden als auch ausreichend straffen, in hellgrau gehaltenen Sitze sind nicht zu hart und nicht zu weich. Auch der Kofferraum ist passabel, bietet er doch wie gehabt üppige 255 Liter. Pfiffig ist zudem der zusätzliche Ladeboden. Störend hingegen die 72 cm hohe Ladekante.

Als Antrieb steht für den aufgemotzten Picanto ein Vierzylinder-Benziner mit 84 PS und ein Dreizylinder mit 100 PS bereit. Letzterer scheint dem Auto wie auf den Leib geschnitten. Denn unterwegs wird schnell klar: Der will nicht nur spielen, der will toben. Na dann los! Leicht brummelnd, aber elastisch zieht der Motor den 1,1-Tonner vom Fleck und dann über die Piste. Das mit einer 5-Gang-Schaltung gekoppelte turbogeladene Minikraftwerk schiebt dabei so flott an (10,1 s auf 100), dass man die Sushi-Bestellung am liebsten immer selbst im Asia-Restaurant abholen möchte. Spaß macht der Kleine auch auf der Autobahn und über Land, er überzeugt auch dort mit Agilität (171 Nm bei 1500 bis 4.500 Touren) und einer ultradirekten, sehr zackigen Lenkung. Am Fahrverhalten ändert sich bei dem aufgemotzten Modell fast nichts. Die Abstimmung geriet sportlich-straff, das Fahrwerk bügelt die meisten Fahrbahnunebenheiten erstaunlich gut aus. Nur kurze Wellen und Rippen werden mit leichten Stößen quittiert. In seiner Statur wirkt der X-Line-Picanto etwas größer als bislang, in Parklücken macht er sich indes weiter klein (9,4 m Wendekreis). Hört sich alles gut an.

Allerdings gibt es das Bürschchen mit Outdoor-Anzug nicht gerade zum Discounttarif. Mit 100 PS kostet er ab 16.990 Euro. Trost: Bei dem Preis sind immerhin schon drin: 7 Airbags, Berganfahrhilfe, Bremsassistent, 7-Zoll-Touchscreen, DAB-Radio, beheizbare Außenspiegel, Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Parksensoren hinten, induktive Ladestation für Smartphone, Funk-Zentralverriegelung, Fensterheber vorn und hinten, Tempomat, beheizbares Lederlenkrad, Sitzheizung vorn, 16-Zoll-Alufelgen, getönte Scheiben ab B-Säule, Dachantenne im Shark-Fin-Design. Auf LED-Basis funktionieren die Tagfahrlicht, Rückleuchten und Nebelscheinwerfer. Wer also das nötige Kleingeld hat, kann sich zumindest über einen Picanto freuen, welcher auf dem Boulevard oder beim Schaulaufen vor der Disco mehr Emotionen als bisher auslöst. Klar ist er nicht mehr als ein kleiner Pseudo-Protzer. Dennoch hat der als X-Line kreierte Kia das gewisse Etwas, um aus dem Kleinwagen-Allerlei herauszuragen.

Kia Picanto 1.0 T-GDI X-Line

Motor: 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit Direkteinspritzung und Turbolader, 100 PS,

0-100 km/h: 10,1 Sekunden

Spitze: 180 km/h

Durchschnittsverbrauch:

4,5 Liter Super

C02-Wert: 104 g/km

Kofferraum: 255 bis 1010 Liter

Preis: ab 16.990 Euro

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