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Maserati Ghibli GranLusso Diesel
Gentlemen mit Mumm und Manieren

Markanter Hingucker: Und 275 PS unter der Haube machen ihn auch zum rasanten Sportler...
Markanter Hingucker: Und 275 PS unter der Haube machen ihn auch zum rasanten Sportler... © Foto: Maserati
Rainer Bekeschus / 23.05.2018, 10:59 Uhr
Frankfurt (Oder) (MäMa/Märker) Die Marke Maserati fasziniert schon seit mehr als 100 Jahren mit ihren emotional angehauchten Sportwagen. Mit Autos, die für Eleganz und Exklusivität als auch Rasanz, Performance und Sportlichkeit stehen. Neuerdings feiern sie einen Absatzrekord nach dem anderen. Allein im Vorjahr wurden weltweit mehr als 50.000 Modelle verkauft, hierzulande waren es immerhin 1.840 Autos. Zu den besonders erfolgreichen Varianten gehören der Levante, Quattroporte und Ghibli. Der Märkische Markt hat letztere Business-Limousine aus der Liga der außergewöhnlichen Gentleman getestet.

"Is det etwa ´n neuer Koreaner?" Einer meiner Nachbarn zeigt fragend auf den Dreizack im Grill meines Testwagens. Maestro Giugiaro hätte bei dieser Frage sicher empört seinen Zeichenstift in Stücke gebrochen. Ich hingegen lächele, antwortete nur: Nein, ein Maserati. Doch auch damit scheint er nichts anfangen zu können. Außer, dass er sich erinnerte, einen Maserati früher als Trumpfkarte auf dem Autoquartett zu kennen. Für mich ist er jetzt die Trumpfkarte, ich darf ihn nämlich Testen, den Maserati Ghibli.

Er präsentiert sich (4,97 m lang, 1,46 m hoch und 1,95 m breit) mit der eleganten Silhouette eines viertürigen Coupés. Markante Highlights sind dabei die C-Säule mit klassischen Saetta-Logo, die typischen drei Lufteinlässe an der Frontschürze und die ausdrucksstarke Geometrie der Frontscheinwerfer. Dazwischen sitzt der legendäre Maserati-Grill, dessen Gestalt auf den A6 GSC Berlinetta aus den 1950er Jahren Bezug nimmt. Der Grill des aktuellen Jahrgangs besitzt zudem neuerdings Längsstreben. Zudem scheinen seine 20-Zöller das Erbe von Streitwagen in sich zu tragen. Das scheint selbst ein Bauer bei meiner Fahrt durchs Brandenburger Land zu registrieren, als er grüßend die Hand hebt. Oder war´s doch die Faust? Egal.

Ich genieße bei etwas ruhiger Fahrt erst einmal den Raum um mich herum. Wurde er doch stilistisch bis in die letzte Fuge fein durchkomponiert. Man sitzt auf dick gepolsterten und zwölffach einstellbaren Ledersitzen, überall wurde viel Aluzierrat und offenporiges Edelholz verbaut. Es gibt Softclose-Türen, einen 8,4-Zoll-Farb-Touchscreen.

Ich rolle endlich auf die Autobahn und streichele nur sanft mit spitzem Fuß das Gaspedal. Der Ghibli schiebt nun so kraftvoll an, dass es mir fast die Falten aus der Jacke bügelt. Wie das geht? Ich habe den 275-PS-Diesel mit sechs Pötten unter der Haube, die mit Inbrunst über die Hinterräder herfallen. Von der Leine gelassen mutiert der Sechszylinder zur Bella màcchina, gehen doch seine 600 Nm mit der Achtgang-Automatik quasi einen Teufelspakt ein. Der Maserati jagt in nur 6,3 s auf Tempo 100, lässt sich dann weiter bis auf Tempo 250 km/h peitschen. Dann wird elektronisch abgeregelt. So bestückt, ist der bei Ferrari im Maranello gebaute Gentleman-Sportler zumindest ähnlich potent wie seine PS-stärkeren Benzin-Brüder.

Und sonst? Der Ghibli stürmt quasi ohne jeden Schrittfehler über die Piste. Das Fahrwerk macht alle Späßchen mit, die präzise Lenkung lässt ihn nahezu schwerelos über die Piste tanzen. Einen Kinderwagen um die Ecke zu schieben, verlangt mehr Fahrkönnen. Wer es ruhiger mag - auch kein Problem. Der Ghibli lässt sich auch zum gemütlichen Cruisen überreden, fährt sich wie ein ganz solides Butter-und-Brot-Auto.

Sie denken, dass so ein Dampfhammer nach viel Bölkstoff giert? Mitnichten. In der Praxis sind es im Schnitt gerade mal so um die acht Liter, die im Schnitt 5,9 l laut Datenblatt sind freilich nur Theorie. Aber acht Liter sind für einen 1,8-Tonner mit 275 PS eigentlich noch okay.

Nichts zu nörgeln? Doch: Zur Kraft gesellt sich logischerweise eine akustische Begleitung, die eben auch als Ölbrenner tönt. Also installierte Maserati in der Nähe der Endrohre einen Soundgenerator. Doch das Grollen, was da herausschallt, klingt leider auch nicht viel besser, eher so als würde jemand mit Nägeln gurgeln.

Unser Fazit: Der Ghibli ist einer mit Mumm und Manieren, vereint markentypische Tugenden wie bestes italienisches Design, überlegene Performance und unnachahmlichen Stil mit wichtigen Innovationen. Wer mit seinen sportlichen Ambitionen (und mit seinem Geldbeutel) angeben mag, der fährt Ferrari. Wer sie weniger zeigen, aber dennoch ausleben möchte, für den haben die Italiener Maserati erfunden.

Maserati Ghibli GranLusso Diesel

Motor: 275 PS

0-100 km/h: 6,3 Sekunden

Spitze: 250 km/h

Durchschnittsverbrauch:

5,9 Liter

C02-Wert: 158 g/km

Kofferraum: 500 Liter

Preis: ab b 94 700 Euro

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