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Hyundai i20
Ein Goliath unter den Bonsais

MOZ / 11.07.2018, 10:54 Uhr
Frankfurt (Oder) Ein gelungenes Design und gutes Preis-Leistungsverhältnis sind die obersten Kaufgründe bei Hyundai. Das trifft auch für den i20 zu. Er gehört zu den Großen unter den Kleinen der Zunft und ist mit rund 22.000 Neuzulassungen hierzulande eines der meistverkauften Autos der Koreaner. Nach rund drei Jahren Bauzeit fährt der Bonsai ab Juli nach einem umfangreichen Facelift nun deutlich aufgewertet zu den Händlern. Grund genug für uns vom Märkischen Markt mal zu schauen, was sich ändert. Hier unsere ersten Fahreindrücke.

Mit seinen weiterhin 4,04 Meter Länge ist der i20 weiterhin ein Goliath unter den Bonsais. Der frische Jahrgang erhielt indes an der so schon schick geformten Hülle von Hyundai eine Reihe neuer verführerischer Attribute verpasst. Auffälligstes Merkmal ist die modifizierte Front- und Heckpartie. Vorn orientiert sich der markentypische Kaskaden-Grill zwischen den brilliant funkelnden Scheinwerfern am i30 und Kona, hinten wurde der Stoßfänger neu modelliert. Auffällig dabei sind die jetzt prägnanteren Rückleuchten und das Kennzeichen sitzt nun etwas höher in der ebenfalls neu gestalteten Heckklappe. Klar, dass der i20 mit den gelungenen Design-Maßnahmen noch mehr den Traumprinzen unter den Kleinwagen gibt und in die Herzen der Auto-Fans düsen wird. Jedenfalls entfacht das flotter gezeichnete Kleid Emotionen, dass automatisch die Mundwinkel nach oben gehen.

Der Aha-Effekt macht auch hinter den Türen nicht halt, entpuppt sich doch auch der Innenraum hochwertiger als bislang. Man steigt ohne Verrenkungen durch breite Türen vorn und hinten ein. Vorn erwartet uns ein Cockpit zwar mit viel Plastik, aber ohne Biedermann-Mief. Die Mittelkonsole ist ebenso modern wie unkonventionell gestaltet, fein abgestimmte Farbtöne gehen mit chromfarbenen Applikationen einher und sorgen zusammen mit den drei neuen Farbtönen der Polster für ein gelungenes Ambiente. Erweitert wurde auch die Audio-Auswahl. Basis ist ein Radio mit 3,8-Zoll-Display, ein größerer 5-Zoll-Bildschirm ist gegen Aufpreis zu haben. Doch wenn man schon mehr Geld ausgibt, sollte man die Anlage mit 7-Zoll-Display ordern, denn dann gehört auch Android Auto und Apple Carplay dazu ein schmuckes Lenkrad. Abgerundet wird der positive Eindruck mit einer Schaltpunktanzeige (in Modellen mit Schaltgetriebe) im Cockpit, wodurch sich der Spritdurst drosseln lässt, mit vielerlei praktischen Ablagen und ausreichend Platz. Bei letzterem spielt der Hyundai sogar in der ersten Liga der kleinen Strolche. Denn da kann er dank passender als auch ausreichend straffer Sitze, die nicht müde machen sowie einem Gepäckabteil mit einem Volumen von 326 bis 1.042 Liter punkten.

Und die Antriebe im i20? Hier setzt Hyundai künftig nur noch auf Benziner. Sie sind allesamt alte Bekannte, erfüllen jedoch nunmehr die Euro 6d-Temp-Abgasnorm. Zur Wahl stehen zwei 1.2er Vierzylinder mit 75 und 84 PS sowie zwei 1.0-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 100 und 120 PS, bei denen ein Partikelfilter serienmäßig ist. Auch die bisher mit 200 Euro Aufpreis zu zahlende Start-Stopp-Automatik ist künftig bei allen Antrieben Serie. Optional ist für die Dreizylinder-Varianten ein 7-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe lieferbar. Letzteres haben wir im Verbund mit dem 120-PS-Motor mal etwas näher unter die Lupe genommen. Das Triebwerk überrascht mit vorbildlicher Drehfreude und Agilität. Ausreichend flott zieht es den 1,3-Tonner nach vorn (172 Nm). Dabei bleibt der Koreaner bei normalem Tempo durchaus leise und stets brav in der Spur. Die Power führt zudem eine Musterehe mit dem Direktschaltgetriebe. Dieses schaltet fast verzögerungsfrei und ohne Unterbrechung des Kraftstoffflusses, der Fahrer bekommt das Ganze eigentlich nur am Auf und Ab der Drehzahlnadel mit. Gute Haltungsnoten vergeben wir gleichwohl für das Fahrwerk. Hier verzeiht der i20 sogar abrupte Ausweichmanöver mit kühler Gelassenheit. Selbst Federung und Dämpfung wurden noch deutlicher den europäischen Empfindungen angepasst.

Gar nix zu meckern? Wenig. Ärgerlich ist die weiterhin recht hohe Ladekante und bei hohem Tempo nerven Windgeräusche. Das Thema Assistenzsysteme aber  ist nun nicht mehr der Kritik ausgesetzt, sorgen doch an Bord verschiedenste elektronische Helferlein für Sicherheit. Wie der aktive Spurhalter, der den Zwerg automatisch in den Straßen-Linien hält. Zudem sind nunmehr die City-Notbremse, ein Fernlichtassistent und Müdigkeitswarner zu haben. Der Basispreis für den neuen Hyundai i20 startet bei 12.800 Euro (75-PS-Benziner). Die von uns gefahrene Variante (i20 PS mit DCT-Getriebe) kostet ab 21.250 Euro.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Hyundai i20

Hyundai i20 1.0 T-GDi DCT, Style-Ausstattung

Motor: 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, 120 PS

0 - 100 km/h: 10,5 Sek.

Spitze: 190 km/h

Verbrauch: 5,3 Liter Super

CO²-Wert: 119 g/km

Kofferraum: 326 – 1.024 Liter,

Preis: ab 21.250 Euro

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