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Ford Fokus
Vierte Generation des Golf-Jägers

MOZ / 15.08.2018, 12:47 Uhr
Frankfurt (Oder) In der Kompaktklasse immer ganz oben mitzumischen ist nicht so einfach. Dennoch schafft es der Ford Focus schon seit Jahren, dem Platzhalter aus Wolfsburg die Stirn zu bieten. Jetzt haben die Kölner ihren Golf-Jäger für den nächsten Lebensabschnitt fit gemacht, schicken ab September die vierte Generation zu den Händlern. Was besser wurde lässt sich fühlen, erfahren und ist auch sonst nett anzuschauen. Der Märkische Markt hat mal bei der 5-Türer-Limousine geschaut, was neu ist und verbessert wurde.

Die Chronik des Focus liest sich wie ein Bestseller, sorgt er doch seit der Markteinführung 1998 weltweit für Furore. In den 20 Jahren fand er immerhin weltweit mehr als 16 Millionen Käufer. Um an derlei Erfolgen festzuhalten ist es nun dennoch Zeit für einen Modelwechsel. Und der ist schon außen an dem um knapp zwei Zentimeter auf 4,38 Meter gewachsenen Focus (Turnier wächst um 10,8 cm  auf  4,67 m) an den geänderten Proportionen zu erkennen. Die A-Säulen wurden Richtung Mitte versetzt. Gleichzeitig scheinen sich die C-Säulen auf den hinteren Rädern abzustützen. Der Focus bekam einen größeren Grill sowie kräftigere Sicken an der Seite spendiert. Und hinten wurden die jetzt zweigeteilten Rückleuchten so weit wie nur möglich nach außen gesetzt.

Auch sonst war man hier und da mit der Schlichtfeile dran. So bestückt steht er jedenfalls noch properer auf der Straße. Nichts zu nörgeln? Doch. Die nun breiten C-Säulen schränken die Sicht nach hinten ein.

Völlig umgekrempelt wurde auch der Innenraum. Er besticht durch klare und reduzierte Linien. Auch sind im Cockpit noch mehr Tasten und Knöpfe verschwunden. Es gibt beispielsweise edlere Materialien, erstmals ein Head-up-Display und optional neue Ergonomie-Sitze (18-fach einstellbar; vierfach die Lendenwirbelstütze). Das gut geformte Gestühl lässt nunmehr so manches Wohnzimmer-Fauteuil wie ungepolsterte Sitzschalen erscheinen. Zudem wächst auch des Gepäckabteil auf 375 Liter (wenn Reifenreparaturset an Bord), bei umgeklappter Rückbank gar auf 1.354 Liter.

Bei den Motoren hat man die Qual der Wahl, stehen doch für den Focus zum Start verschiedenste Benzin- und Diesel-Antriebe von 85 bis 182 PS bereit. Bei den Benzinern sind es drei Einliter-Dreizylinder mit Ecoboost-Turbo und 85, 100 und 125 PS, sowie 1,5-l-Varianten mit 150 und 182 PS. Bei den Diesel fungieren 1.5er Vierzylinder mit 95 und 120 PS sowie ein 2,0-l-Vierzylinder mit 150 PS als Antrieb. Erstmals setzt Ford bei den Dreizylinder-Benzinern als technische Neuheit eine Sprit sparende Zylinderabschaltung ein. Der Fahrer nimmt das in der Praxis nicht wahr, auch nicht die Zuschaltung, die innerhalb von 14 Millisekunden beim Pedaldruck passiert. Alle Triebwerke erfüllen die Abgasnorm Euro-6d-Temp. Standard ist stets ein gut gestuftes und leichgängiges 6-Gang-Getriebe, das exakt und leicht agiert. Erstmals lässt sich für die Benziner mit 125 und 150 PS sowie die Diesel mit 120 PS und 150 PS eine 8-Gang-Automatik (1.800 Euro Aufpreis) ordern.

Und welchen Motor nimmt man? Jeder hat seine ganz speziellen Vorzüge und Tugenden. Recht sportlich kann man beispielsweise bereits mit dem 150 PS starken Drei-Zylinder-Benziner unterwegs sein. Mit moderatem Sound erwacht das Aggregat, atmet kurz durch, schiebt dann erstaunlich elastisch und ausreichend kraftvoll (240 Nm) an. Erst jenseits von 160 km/h merkt man ihm die Maloche langsam an. Gelungen das komplett neu entwickelte Fahrwerk das jegliche Wankbewegungen der Karosserie konsequent unterbindet. Es gibt sich sportlich, komfortabel und geschmeidig zugleich, agiert im Focus gewandt wie ein Bodenturner. Und die feinfühlige als auch präzise Lenkung scheint Kurven im Voraus zu wittern, lässt sie nie Zweifel über das Geschehen zwischen Reifen und Piste aufkommen.

Der neue Focus hat auf Wunsch über 30 Assistenzsysteme an Bord. Neu ist unter anderem ein Ausweichassistent, der das Umfahren von Hindernissen durch aktiven Lenkeingriff unterstützt. Es bleibt übrigens bei der Vielzahl an Varianten und Ausstattungen. So gibt es den 5-Türer und den Kombi (Turnier) in sechs Ausstattungslinien: Trend, Cool & Connect, Titanium, ST-Line, und Vignale. 2019 kommt die Outdoor-Variante Active hinzu. Deutlicher als bislang unterscheiden sich die einzelnen Varianten durch ein unterschiedliches Layout beim Grill, den Scheinwerfern und Stoßfängern. Während beispielsweise die Titanium-Ausstattung am Grill horizontale Lamellen trägt und vertikale Tagfahrlichter im Stoßfänger, so präsentiert sich die sportliche ST-Line (siehe Fotos) mit schwarzem Wabengitter, größere Lufteinlässe im Stoßfänger sowie hinten mit Dachspoiler und Heckdiffusor.

Das Focus-Basismodell (85 PS) startet ab 18.700 Euro und ist somit sogar 200 Euro preiswerter als der Vorgänger. Der günstigste Diesel (95 PS) steht als 5-Türer mit 22.800 Euro in der Liste. Die Kombis sind jeweils 1.000 Euro teurer.Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Ford Focus

Ford Focus 1,5 l EcoBoost, 5-Türer, ST-Line

Motor: 1.5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, 150 PS

0 - 100 km/h: 8,8  Sekunden

Spitze: 210 km/h

Verbrauch: 5,3 Liter Super

CO²-Wert: 121 g/km

Kofferraum: 375 – 1320 Liter

Preis: ab 26 500 Euro

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