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Wallfahrtsort Bad Wilsnack
Blick zurück ins Mittelalter

MäMa / 15.08.2018, 13:42 Uhr
Bad Wilsnack (Märker) Einst galt Wilsnack als „Santiago des Nordens“ – heute lebt die lange und bedeutende Pilgertradition wieder auf. Zum großen Pilgerfest, das am Samstag, dem 18. August rund um die berühmte Wunderblutkirche in Bad Wilsnack gefeiert wird, werden hunderte Wallfahrer und Kulturfans erwartet. Das Fest mit Kunsthandwerkermarkt ist Höhepunkt der Pilgersaison in der Prignitz. Beim Pilgertheater „Wahres und Wunderbares aus Wilsnacks Vergangenheit“ steht der Bau der Kirche im Mittelpunkt.

Das inzwischen über die Grenzen der Prignitz hinaus bekannte Pilgerfest wird in diesem Jahr schon zum 15. Mal vom Förderverein Wunderblutkirche St. Nikolai e.V. veranstaltet. „An diesem Tag soll das mittelalterliche Geschehen in Wilsnack als einst bedeutendes Wallfahrtsziel wieder lebendig werden. Handel und Wandel machten damals den Ort zu einem wirtschaftlichen, politischen und geistlichen Mittelpunkt im nördlichen Europa. Hier konnte man Fürsten und Könige, Hanseaten und Pilger treffen – alle mit unterschiedlichen Beweggründen, aber eine ‚leichte Seele’ mit zurück zu nehmen war das Ziel aller Pilger“, berichtet Bärbel Mann vom Förderverein. Der Wunderblutlegende zufolge wurden in Wilsnack im Jahr 1383 nach einem Brand der Kirche drei unversehrte Hostien gefunden, die Blutflecken aufwiesen. Hunderttausende Menschen aus ganz Europa strömten in den folgenden 150 Jahren bis zur Reformation zu diesem „heiligen Ort“, der ehrfürchtig als „Santiago des Nordens“ bezeichnet wurde. Ihr Ziel war es, das „Heilige Blut“ zu besuchen, um Hilfe in körperlichen und seelischen Nöten zu erfahren.

Mit dem 130 Kilometer langen Pilgerweg von Berlin zur Wunderblutkirche in Bad Wilsnack konnte die Prignitz in den letzten Jahren erfolgreich an die Pilgertradition des Mittelalters anknüpfen. Getreu dem Pilgermotto „Müde Füße – leichte Seele“ beginnt das diesjährige Pilgerfest ganz traditionell um 10 Uhr mit einer Pilgerwanderung auf der letzten sieben Kilometer langen Teilstrecke des Pilgerweges, die von der Plattenburg zur Wunderblutkirche führt. Dafür gibt es um 9.15 Uhr einen kostenlosen Busshuttle von der Wunderblutkirche zur Plattenburg. „Anschließend kann man die Stille der Kirche bei einer Andacht genießen oder an einer Kirchenführung teilnehmen“, empfiehlt Bärbel Mann.

Das Fest selbst beginnt um 11 Uhr mit der Eröffnung des Kunsthandwerkermarktes im Goethepark hinter der Wunderblutkirche. Handwerk und Kunst sowie Speis’ und Trank warten auf die Besucher und die eintreffenden Pilger. „Kurzweil für Jung und Alt bieten unter anderem das traditionelle Pilgerzeichengießen, Basteln und Filzen. Musikalisch umrahmt wird das Fest von der Musikergruppe ‚Die wilde Weiberei’, die schon bei früheren Pilgerfesten das Publikum begeistert hat“, verrät Torsten Engelbrecht vom Stadtmarketing Bad Wilsnack.

Ein Höhepunkt des Festes ist die Aufführung des Pilgertheaters um 16 Uhr. „25 Laienschauspieler führen ein Spektakel zum Bau der Kirche auf. Das soll alle Wilsnacker an schwierige Zeiten erinnern, dürfte sie aber auch mit Stolz erfüllen, da die Kirche nun ‚Denkmal nationaler Bedeutung‘ geworden ist. Dennoch darf eine Hochzeit auf der Bühne nicht fehlen, und ein Galgen wartet auf die verurteilten Raubritter“, verrät Bärbel Mann, die das Stück konzipiert und umgesetzt hat. Am Abend klingt das Pilgerfest im Goethepark unter dem Sternenhimmel am Lagerfeuer aus: Mitglieder verschiedener Wilsnacker Chöre bringen das Festgelände zum Klingen und auch die Besucher sind zum Mitsingen eingeladen.

Das Ringhotel „Vitalhotel ambiente“ in Bad Wilsnack bietet zu diesem besonderen Wochenende ein ganz spezielles Arrangement: Unter dem Motto „Pilgerwochenende voller Wunder“ erhalten Gäste zwei Übernachtungen mit Frühstück, einem täglichen historischen Drei-Gang-Menü, einer Fuß- und Unterschenkelmassage, den Transfer zur Plattenburg oder ein Leihfahrrad für einen Tag für 189 Euro pro Person im Doppelzimmer bzw. 219 Euro im Einzelzimmer.(tmb/db)

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