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Mazda 6 Kombi
Allrounder mit vielen Wohlfühlaspekten

MOZ / 20.09.2018, 13:47 Uhr - Aktualisiert 23.09.2018, 20:34
Frankfurt (Oder) (MOZ) Große Kombis haben derzeit hierzulande zwar nicht mehr Hochkonjunktur. Dennoch werden sie weiterhin von Handelsreisenden geschätzt, von Familien geliebt ob ihrer Allroundfähigkeiten, ihrer Leistung fürs Geld und ihrer Lust auf Last gemocht. Bei Mazda trumpft hierbei seit Jahr und Tag der flott gestylte 6er auf. Jetzt haben die Japaner nach 2015 sowohl der Limousine als auch dem Kombi schon das zweite Facelift verpasst. Was sich für den nächsten Lebensabschnitt optisch und technisch alles ändert, was das Modell jetzt attraktiver macht? Der Märkische Markt hat mit dem aufgefrischten Kombi einen ersten Test gemacht.

Außen wirkt an dem in den Maßen gleich gebliebenen Kombi (4,81 m lang, 1,48 m hoch) die Frontpartie nun etwas kraftvoller und strahlt mehr Dynamik aus. Dazu trägt das tiefer positionierte Gitter des neu gestalteten Grills bei, welches mit einem komplexeren Muster aus kleinen Blöcken bestückt wurde. Zusammen mit der unter den Scheinwerfern breiter verlaufenden Chromspange wird die Breite deutlicher betont, der Mazda steht so tatsächlich etwas satter auf der Straße.

Markanter wurde auch die Lichtsignatur gestaltet. So sind in den Frontleuchten nicht nur die serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfer (links und rechts je 20 LED-Lichtblöcke) verbaut, sondern auch das schmale LED-Lichtband und die Nebelscheinwerfer integriert.

Hinten änderte sich indes nichts, außer dass der Stoßfänger nun in Wagenfarbe lackiert ist. Ansonsten drehen sich in den Radkästen  neu gestylte Alu-Räder von 17- bis 19-Zoll und mit Magmarot Metallic ist eine neue Sonderfarbe im Angebot.

Deutlichere Änderungen erfuhr indes der Innenraum, der völlig umgekrempelt wurde. Neben einem neuen 8-Zoll-Zentraldisplay ist serienmäßig ein Head-up-Display an Bord. Besser ablesbar ist das Kombiinstrument, die Belüftungsdüsen wurden weit außen platziert und satinierte Chromleisten strecken das Cockpit zusätzlich in die Breite. Viel Detailliebe spiegelt sich gleichwohl im neuen Material für die Sonnenblende als auch der weicheren Polsterstruktur für den Mittelteil der Instrumententafel, die Türverkleidungen und Armlehnen wieder. Alles zusammen wirkt übersichtlich geordnet, klapperfrei zusammengeschraubt, geräuscharm verpackt.

Erwähnenswert ist auch, dass das Gestühl (ebenso völlig neu entwickelt!) mit deutlich mehr Komfort daherkommt. Es bietet neben hochelastischen und vibrationsdämpfenden Materialien spürbar dickere Polster und breitere Sitzflächen. Beim ordentlich auf den Rücken geschnallten Gepäckabteil bleibt indes alles wie gehabt. Der Kofferraum bietet 522 bis 1664 l (Zuladung solide 655 Kilo), die Laderaumlänge bis zu den Vordersitzen beträgt knapp 2 m.

Als Antrieb fungieren weiterhin Benziner mit 145, 165 und 194 PS (erstmals mit Zylinderabschaltung!), als Diesel (beide haben einen SCR-Kat) sind Aggregate mit 150 und 184 PS verfügbar. Alle Motoren sind nach den Anforderungen des neuen WLTP/RDE-Prüfzyklus homologiert und erfüllen bereits jetzt die Abgasnorm Euro 6d-Temp, die erst ab September 2019 für alle Neuzulassungen gilt. Doch was sind Zahlen? Wir haben uns daher den auf Sauberkeit getrimmten Basisdiesel vorgeknöpft.

In der Praxis besticht der Ölbrenner mit einem derart kräftigen Antritt, einer allzeit souveränen Kraftentfaltung und vor allem mit einer beeindruckenden Laufkultur, die in keiner Arbeitssituation akustisch auch nur den Verdacht entstehen lässt, dass hier Diesel zu Leistung verbrannt wird so in Watte gepackt ist er. Er hängt quer übers Drehzahlband bissig bis unter die Ventilfedern am Gas wie mancher Politiker an der Macht. Sein hellwaches Hochdrehen und sein druckvoller Durchzug verführen den Fahrer daher ein ums andere mal zum Temposünder. Kein Wunder: Wuchtet das Aggregat doch satte 380 Nm auf die Kurbelwelle.

An die Tanke will der Mazda indes nur selten, verlangt im Schnitt nur etwas mehr als 5 Liter. Uneingeschränkten Applaus verdient auch die 6-Gang-Automatik. Herrlich, wie die Gänge ohne groß spürbare Schaltpause wechseln.

Keine Fragen haben wir auch zum Komfort. Haben doch die Mazda-Ingenieure hierbei ein weiteres gelungenes Qualitäts-Kapitel aufgeschlagen. Es gibt umfassende Modifikationen an Radaufhängung und Lenkung, eine erhöhte Karosseriesteifigkeit. Auch sorgen sensiblere als auch größere Dämpferzylinder für mehr Ruhe im Aufbau. Und das ist stetig spürbar, zieht doch der optimierte Komfort der Federn selbst miserable Straßen glatt. Zum Serienumfang gehören beispielsweise neben Scheibenwischern mit Enteiserfunktion auch solche elektronischen Helferlein wie ein 360-Grad-Monitor oder ein Stauassistent.

Alles in allem ist der aufgefrischte Mazda-Kombi ein gelungener Allrounder mit vielen Wohlfühlaspekten, der sich mit seinem fast schon leidenschaftlichen Design wohltuend aus dem Einheitsgrau vieler Kombis in der Mittelklasse abhebt.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Mazda6 Kombi

Mazda6 Kombi Skyactive-D-150 FWD

Motor: 2,2-Liter-Vierzylinder-TD, Frontantrieb, 6-Gang-Automatik, 150 PS

0 - 100 km/h: 10,8 Sekunden

Spitze: 202 km/h

Verbrauch: 5,1 Liter Diesel

CO²-Wert: 134 g/km

Kofferraum: 522 – 1.664 l

Preis: ab 37.290 Euro (Exclusive-Line)

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