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Jeep Wrangler
Vielseitiger Kumpel mit mehr Komfort

MOZ / 12.12.2018, 17:53 Uhr
Frankfurt (Oder) ([]) Es gibt nur wenige Markenartikel auf der Welt, die im Prinzip ohne jegliche Bezeichnung oder aufgeklebtes Label auskommen und dennoch einen Wiedererkennungswert haben wie Lego oder ein Mercedes. Der Jeep Wrangler gehört jedenfalls dazu. Jetzt rollt von dem Gelände-Champion die 4. Generation an den Start, kantig wie bisher und dennoch mit einer Vielzahl an technischen Neuheiten bestückt. Wir haben aus der umfangreichen Angebotspalette mal den 2-Türer mit Rubicno-Ausstattung und 200-PS-Ölbrenner im Test ausprobiert.

Einst als Willys Quad 1940 im Zweiten Weltkrieg für das Militär gebaut (700 000 Stück bis 1945), entwickelte sich der Wagen in den Folgejahren zum Trendsetter, ist auch jetzt noch das Sinnbild der automobilen Offroader-Gattung. Zwar erfuhr der Ami zwischenzeitlich verschiedenste Verbesserungen bei Optik, Komfort, Motor oder Sicherheit, aber sie waren dünn gesät. Und passierte es doch einmal, so empfanden die Jeeper derlei Veränderungen meist als Misshandlung ihrer Ikone. Klar, dass die Kreativen um die Aufgabe, die jüngste Generation zu modellieren und zu bestücken, nicht zu beneiden waren.

Was dabei herauskam? Einmal mehr eine konservative Verpackung mit trotzigem Gesamtdesign, aber eine, die die Stammkundschaft nicht verprellen dürfte. Zumal das neue Modell nunmehr auch technisch und in Sachen Konnektivität auf der Höhe der Zeit ist. Der von Grund auf erneuerte Jahrgang baut auch weiterhin auf seine altbekannte Globetrotter-Ästhetik auf, die mit ihren traditionsreichen Jeep-Elementen sofort erkennbar ist. Geblieben sind die klappbare Frontscheibe (jetzt mit Vier-Schrauben-Befestigung an den A-Säulen), die trapezförmigen Radhäuser, die sichtbaren Scharniere für Türen und Hauben. Vorn erkennen wir an dem Trendsetter eine dynamischer gezeichnete Frontmaske (nach unten leicht zulaufend, im oberen Teil leicht nach hinten geneigt). Zudem integrieren nun die äußeren der sieben Lüftungsöffnungen (seven-slot-Grille) die neu gestylten Rundscheinwerfer, welche auf Wunsch in LED die Nacht erleuchten. Dazu gibt es Nebelleuchten und Blinker mit LED-Licht. Durch die abgesenkte Gürtellinie wurden auch die Fenster größer. Auch haben nun alle Wrangler-Modelle in Wagenfarbe lackierte Überrollbügel mit integrierten Haltegriffen.

Innen wurde die Konsole modifiziert, die Hebel für Getriebe, Verteilergetriebe und mechanische Feststellbremse etwas eleganter platziert und in Szene gesetzt. Für Akzente sorgen die Inbusschrauben am Schalthebel, an den Haltegriffen und am Rahmen des 8,4 Zoll großen Touchsreen. Die Smartphone-Anbindung ist durch AppleCarPlay oder Android Auto gesichert. Bei der individuellen Konfiguration kann die Kundschaft außerdem aus Dutzenden Dach- und Fenster-Kombinationen sowie etlichen Open-Air-Optionen wählen. Und um auch im Gelände bestimmte Fahrzeugteile zu schützen, erhielten das Getriebe, die Ölwanne und der Tank einen speziellen Unterfahrschutz.

Zum rustikalen Maßanzug eines Wrangler gehört natürlich ein agiler und sauberer Motor. Hat er. Das Aggregat präsentiert sich erstaunlich leise und erfüllt dank SCR-Kat und Dieselpartikelfilter die Euro 6d-Temp-Norm. Der Italo-Multijet-Diesel bietet 200 PS (er löst den 2,8-Liter-TD von VM ab), stürmt schon kurz nach dem Druck auf den Startknopf mit seiner fast schon sportlichen Gangart los. Zwar zerrt das Drehmoment von 400 Newtonmetern stetig an der Kurbelwelle, das nützt ihm aber auf Normalo-Straßen herzlich wenig. Kann er doch dort nach wie vor nicht mit der Meute weichgespülter Möchtegern-SUV mithalten, geschweige denn mit einem Pkw. Da nutzt auch eine verbesserte wohnliche Ausstattung wenig. So ist beispielsweise die Lenkung zu indifferent, ständig sind Korrekturen nötig. Und die grobstolligen Reifen schnüffeln jeder Spurrine nach.

Macht nichts. Die Domäne des Wrangler ist nun mal das Gelände. Zur technischen Basis gehören weiterhin eine Rahmenkonstuktion von Leiterrahmen und Starrachsen. Bei der Neuauflage haben die Techniker jetzt ein Fahrwerk mit Fünflenker-Radführung angeflanscht. Es sorgt für eine verbesserte Balance auf der Straße und im Gelände. Auch sind Federn und Dämpfer deutlicher als beim Vorgänger auf eine hohe Fahrsicherheit eingeschworen, selbst die Polterneigung ist nun deutlich geringer. Zum Allradantrieb der Rubicon-Ausstattung gehört das neue, zweistufige und vollautomatische Selec-Trac. Es überwacht perfekt das Motordrehmoment von Vorder- und Hinterachse. So bestückt und mit den 25 Zentimeter an Bodenfreiheit lässt sich der Naturbursche selbst zu rustikalsten Ausfahrten durch ausgefahrene, tief verschlammte Wege überreden oder schiebt dank seiner Verschränkungs-Möglichkeiten im Kriechgang über im Weg liegende Bäume und mächtige Steinbrocken.

Neben dem klassischen 4,33 Meter langen und 1,88 Meter hohen Zweitürer gibt es für 3.000 Euro Aufpreis weiterhin mit dem Unlimited eine Variante im Kingsize-Format. Das Modell mit vier Türen misst zwischen den Puffern 4,88 Meter und kommt mit einem Radstand von drei Metern daher (2-Türer 2,46 Meter). Klar, dass dort deutlich mehr Platz zur Verfügung steht. Ist dieser doch ein Fünfsitzer und hält zudem ein großes Gepäckraumabteil von 533 bis 1.044 Liter (Zweitürer 192 bis 587 Liter) bereit. Wo Licht ist, ist aber auch Schatten: So beträgt der Wendekreis des Viertürers 12,28 Meter (Zweitürer 10,36 Meter).

Alles in allem gibt sich der neue Jeep Wrangler noch deutlicher als vielseitiger Kumpel, bietet mehr Komfort und Sicherheit und ist für abenteuerliche Kraxler-Touren mit noch besseren Geländeeigenschaften gerüstet.Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Jeep Wrangler

Jeep Wrangler Rubicon 2.2 CRDi

Motor: 2,2-Liter-Vierzylinder-TD (SCR-Kat mit 18,9-Liter-Tank), 200 PS

0 - 100 km/h: 9,6  Sek.

Spitze: 156 km/h

Verbrauch: 7,4 Liter Diesel

CO²-Wert: 195 g/km

Kofferraum: 92 – 587 Liter

Preis: ab 53.000 Euro

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