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Citroën C5 Aircross
Edler Charmeur mit Abenteuerlust

MOZ / 19.12.2018, 11:28 Uhr
Frankfurt (Oder) Richtig erfrischend aussehende Autos, bei denen Design und Individualität zum Schlüsselreiz avancieren, sind auf der Straße eher selten anzutreffen. Sind die Hersteller doch eher zurückhaltend, dass eine zu mutig eingeschlagene modische Richtung schnell wieder verpufft. Doch dieses Argument hat Citroën nicht davon abgehalten, in den letzten Monaten eine flott gestylte automobile Schönheit nach der anderen in die Schauräume zu stellen. Jüngstes Modell ist der C5 Aircross, der ab 9. Februar bei den Händlern steht. Der Märkische Markt konnte den extravagant aussehenden Crossover in Marrakesch schon zur Probe fahren.

Auch bei dem neuen Flaggschiff der Marke gelang Citroën einmal mehr eine gelungene Verbindung von Praktikabilität und Design. Der 4,57 Meter lange und 1,63 Meter hohe Gallier wurde jedenfalls mit einer ansehnlichen Form bedacht. Wie schon beim C3 Aircross, C4 Cactus und im Berlingo setzt der Hersteller auch hier auf eine umfangreiche Individualisierung. Allein dreißig Außenvarianten werden angeboten, damit jeder Kunde das Auto nach seinen Vorstellungen definieren kann. Allen Varianten gemein ist die auffällig breite, imposante Frontpartie, die die Identität der Marke widerspiegelt. Der neue in die Breite gestreckte Doppelwinkel und die Voll-LED-Lichtsignatur mit ihren zwei Ebenen heben den ausdrucksstarken Grill hervor. Gleichwohl bringt die lange, hohe Motorhaube den robusten Charakter des SUV zur Geltung und signalisiert Abenteuerlust. Zudem heben kontrastreiche grafische Elemente wie die seitlichen Lufteinlässe und der farbig abgesetzte Airbump, der den unteren Karosseriebereich schützen soll, eine Bodenfreiheit von 23 Zentimetern und die Dachreling die fließende Linienführung und eine ausdrucksstarke Silhouette hervor.

Hinten gibt es ein keckes Popöchen und breite, verchromte Auspuffrohre in der Schürze. So modelliert mit den geschickt eingebrachten Rundungen, Falzen und Kanten dürfte der edle Charmeur nicht nur frankophilen Fans den Kopf verdrehen. Die breite, hochkant geführte Heckpartie lässt den einladenden Innenraum des C5 Aircross und seinen großzügigen Kofferraum erahnen.

Hier ist alles auf „très-chic“ getrimmt. Wir sitzen auf kräftig gepolsterten Sitzen (15 Millimeter dick) mit griffsympathischen Bezügen. Wie im C4 Cactus zieren sie spezielle Nähte und grafische Elemente. Hinter dem unten abgeflachten Lenkrad mit dickem Kranz und integrierten Bedienelementen gibt es ein Kombiinstrument mit 12,3-Zoll-TFT-Bildschirm, auf dem drei verschiedene grafische Designs zur Auswahl stehen. Die Mittelkonsole ist hoch und breit und mit einem großvolumigen, gekühlten Fach (bietet Platz für eine 1,5-Liter-Flasche), zwei beleuchteten Getränkehaltern und einer Ablage für das kabellose Aufladen des Smartphones ausgestattet. Darüber wurde ein 8-Zoll-Touchsreen integriert, über den sich verschiedenste Menüs bedienen lassen. Schalter, Hebel, Knöpfe als auch Türverkleidungen sind vom Feinsten. Sie bestehen jede Streichelprobe mit Bravour. Auch sonst strotzt der frische Franzose nur so vor wertigen Materialien rundum, vom gebürsteten Alu bis zu edlem Leder. Zum augenfälligen Zierrat gehören u. a. von der Welt des Reisens angeregten Details von Koffern und Taschen. So ersetzen Spanngurte die üblichen Griffe an den Türen und finden sich auch auf dem Armaturenbrett der Beifahrerseite wieder. Jedenfalls durften sich die Designer auch innen richtig austoben.

Also alles schick? Im Prinzip ja. Selbst wenn manche Verspieltheit hier und da zu sehr über den Nutzwert siegt. Doch das ist in der Summe nur Kleinkram, der unseren Eindruck vom edlen Salon nur marginal schmälert. Denn richtig praktisch mitgedacht hat Citroen auch. So gibt es im Fond drei gleich große und um je 15 Zentimeter verschiebbare Einzelsitze. Sie lassen sich in fünf verschiedenen Positionen verstellen (von 19 bis 26,5 Grad) und logischerweise komplett umlegen.

Ordentlich buckeln kann der Franzose auch, erst bei 580 Liter beim Gepäck (nach umgelegten Sitzen 1.630 Liter) und einer Zuladung von 575 Kilo bekommt er einen Schluckauf. Mit seiner breiten Öffnung (1.01 Meter und seinen quadratischen Abmessungen (Länge: 1,00 Meter bis 1.91 Meter, wenn die Sitze zusammengeklappt sind, Höhe unter Kofferraumabdeckung: 58 Zentimeter) erleichtert das großzügig bemessene Abteil auch den Transport von sperrigen Gegenständen.

Als Motoren bietet der C5 Aircross Benziner und Diesel von 131 bis 181 PS. Wir fahren im Test  den Antrieb mit sauberen 177-PS-Diesel (hat SCR-Kat, erfüllt die Euro 6d-Temp-Norm!) und Achtgang-Automatik, der absolute Feinschmeckerkost bietet. Nach dem adrenalinlastigen Start drückt der Ölbrenner mit zwei Liter Hubraum 400 Nm auf die Kurbelwelle und 177 PS in den Asphalt. Der Vierzylinder beschleunigt den 1,6-Tonner in 8,6 Sekunden auf dreistellige km/h-Werte. Der Fahrer schwelgt derart im Überfluss mit seinen Leistungsreserven, dass er Vollgas allenfalls zum Beschleunigen braucht. Selbst im oberen Drehzahlbereich macht der Motor ordentlich mit. Überhaupt sind laute Töne Fehlanzeige, legten doch die Techniker ihr Augenmerk bewusst auf Akustikkomfort. Das Ergebnis: Windgeräusche wurden herausgefiltert, das Abrollverhalten weiter optimiert. Dank vorderer Seitenscheiben aus doppeltem Verbundglas fühlen sich die Insassen wie in einem Kokon. Gleichsam sitzt man in der Karosserie ruhig wie in einem Chateau.

Wie das geht? Die Advanced Comfort Federung macht es möglich. Bei dieser Technologie sorgen hydraulische Anschläge für einen größeren Federweg und können dadurch grobe Stöße besser absorbieren. Der Aufbau begegnet Straßenstrapazen jeglicher Art mit erstaunlicher Ruhe, da es dank der Technik kein Phänomen der Rückfederung gibt.

Zwar ist der nur mit Frontantrieb erhältliche Aircross kein rustikaler Offroader. Doch mit seinen üppigen 23 Zentimeter Bodenfreiheit hat er das Patent für kleinere Geländetouren und kann so abseits geteerter Wege auf dem Stoppelacker oder ausgefahrenen Sandwegen joggen. Der Fahrer kann per Drehregler zwischen verschiedenen Modi (Sand, Matsch, Schnee und ESP off) wählen. Zudem hilft ein Grip-Control-System mit Bergabfahrassistent „Hill Assist Descent“, das die Traktion auf Untergründen mit geringer Haftung unterstützt und die Fahrzeugbeherrschung auf Straßen mit starkem Gefälle verbessert.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Citroën C5 Aircross

Citroën C5 Aircross

Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-TD, 177 PS

0 - 100 km/h: 8,6 Sekunden

Spitze: 211 km/h

Verbrauch: 4,7 Liter Diesel

CO²-Wert: 124 g/km

Kofferraum: 580 bis 1.630 l

Preis: ab 32.890 Euro

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