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Toyota Prius Hybrid
Gelungene Zwei-Herzen-Variante

28.03.2019, 17:30 Uhr
Frankfurt (Oder) Toyota und Hybrid. Die beiden gehören zusammen wie Baum und Borke. Hat sich doch die japanische Automarke auf diesem Gebiet der alternativen Antriebstechnik über die Jahre weltweit eine absolute Spitzenstellung erarbeitet. Hebt sich doch der Hersteller mit dieser Kernkompetenz von anderen Wettbewerbern im Markt deutlich ab. Beweis genug sind die über 50 Prozent aller in Europa verkauften Autos mit Hybridantrieb.

Angefangen hat alles vor mehr als zwei Jahrzehnten mit dem Prius, der dieser Technologie zur Massentauglichkeit verhalf. Den Pionier von einst gibt es inzwischen in der 4. Generation (seit 2016). Wenngleich nicht mehr ganz taufrisch, ist seine ausgereifte Technik dennoch auf der Höhe der Zeit, umweltverträglich und effizient wie eh und je. Der Märkische Markt hat im Test die gelungene Zwei-Herzen-Variante ausprobiert.

Bereits 1995 hatten die Japaner auf ihrer heimischen Tokio Motor Show den ersten Versuchsträger mit einer Kombination aus Benzin-, E-Motor und Batterie präsentiert. Es dauerte nur zwei weitere Jahre bis Toyota dann den ersten Prius auf die Räder stellte. 323 Kunden fand er im ersten Jahr weltweit. Schon im Jahr danach waren es 17.653 Käufer. Und nach sechs Jahren bereits 120.000. Inzwischen, nach fast 22 Jahren, wurden vom Prius weltweit mehr als 3,9 Millionen verkauft. Deutschland-Start war übrigens 2001. Seitdem gingen bis Ende 2018 knapp 37.000 Prius über den Ladentisch. Dass das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist liegt auf der Hand, sind doch Hybridvarianten vor allem in Ballungsräumen besonders sinnvoll.

Kam die erste Prius-Variante 1997 noch recht hausbacken daher, so ist die aktuelle Variante durchaus nett modelliert, gefällt vor allem durch den Kontrast von sanften und klaren Linien. Mit seiner Länge von 4,54 m ist er etwa so lang wie ein Seat Leon ST. Die pfeilförmige Motorhaube des Japaners wird betont durch auffällig schmale Scheinwerfer. Und seitlich präsentiert sich der Prius mit einer athletischen delphinartigen Silhouette.

Wir nehmen Platz, genießen das behagliche in Schwarz gehaltene Ambiente und staunen über das gleichzeitig edel und funktional ausstaffierte Cockpit. Per Startknopf erwacht das Mobil. Jetzt nur noch den Modus wählen. Zum Beispiel im EV-Modus (rein elektrisch für etwa zwei Kilometer) die Fahrt ins Parkhaus. Zudem stehen die Modi Normal, Eco und Power zur Wahl, wie Laune und Stimmungslage eben gerade sind. Nun muss nur noch der als Stummel unterhalb der Mittelkonsole platzierte Mini-Automatik-Joystick auf "D" gelegt werden und ab geht die Post. Fast lautlos setzt sich der Stromer in Bewegung. Zum Summen des reinen Elektroantriebs gesellen sich eigentlich nur die Abrollgeräusche der Reifen auf den 15-Zöllern. Neben dem E-Motor mit 72 PS und 163 Nm wird der Prius von seinem 1,8-l-Vierzylinder-Benziner (98 PS, 142 Nm) bewegt. Den Elektromotor speist dabei eine Nickel-Hybridbatterie, oder der Generator. Die Batteriezellen verbannte man platzsparend unter Rücksitze, ohne den Kofferraum (501 l) zu beeinträchtigen.

Das Greencar schaltet im Leerlauf, im Stau oder an der Ampel stehend den Verbrennungsmotor aus. Hier übernimmt der E-Antrieb die Stromzufuhr für den Prius, und es wird Treibstoff gespart. Zur Info: Jeder siebente. Liter Sprit wird von Autos im Stand verbraucht. Diese Energieverschwendung wäre also damit schon mal passé. Weiterer Vorteil: Beim Bremsen, im Schiebebetrieb oder beim Anhalten arbeitet der Elektroantrieb als Generator, wandelt dabei ständig die kinetische Energie in Elektroenergie um. Die Batterien müssen daher nie an der Dose aufgeladen werden.

In der Praxis ist zwischen beiden Triebwerken gutes Teamwork angesagt. Immer dann, wenn der Benziner uneffizient arbeitet, greift ihm der E-Bruder in die Räder. Von all der Betriebsamkeit merkt der Fahrer nichts. Er kann das Spiel der Kräfte indes im Eco-Drive-Monitor beobachten, der über die Energieflüsse informiert. Der Hybrid freut sich natürlich über einen möglichst sensiblen Gasfuß. Dann gönnt er sich wie in unserem Test etwa 4,6 l im Schnitt. Die Datenblatt-Zahl von 3,4 l ist indes blanke Theorie. Da hat uns auch die Eco-Taste nicht geholfen, die beim ökonomischen Fahren unterstützt, Leistung und Drehmoment reduziert sowie hektisches Gaspedaldrücken glättet.

Und sonst? Da ist der Prius prima fahraktiv. Er rollt gut ab, Federung und Lenkung sind ohne Fehl und Tadel. Zur Serienausstattung gehören u.a. Klima- und DAB-Audioanlage, Bi-LED-Scheinwerfer, 7-Zoll-Touchdisplay oder auch ein kabelloses Smartphone-Ladegerät.

Wussten sie übrigens, dass die Kluft der Energieverschwendung im Prinzip schon beim Kauf des Sprits an der Tankstelle beginnt? Wenn ich zehn Liter kaufe, fahre ich eigentlich nur mit drei. Der Rest sind Verluste durch Nebenaggregate, Reibung, Abgas und Kühlung. Ist es nicht kurios, dass es eigentlich sinnvoller wäre mit Benzin das Haus zu heizen als damit zu fahren? Gesucht sind also technische Innovationen, wie man dem Motor die verlustreiche Energieabgabe abgewöhnen kann.

Ein Hybrid wie der Prius ist also durchaus sinnvoll, leistet er doch einen Beitrag zu mehr Effizienz. Und sauberer als herkömmliche Antriebe ist er auch noch.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Toyota Prius Hybrid

Toyota Prius 1.8

VVT-l Hybrid

Motor: 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner 98 PS und Elektromotor mit 72 PS, Systemleistung 122 PS

0 - 100 km/h: 10,6 Sek.

Spitze: 180 km/h

Verbrauch: 3,4 Liter Super

CO²-Wert: 78 g/km

Kofferraum: 501 Liter

Preis: ab 28.450 Euro

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