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Events zum Jubiläum
100 Jahre Bauhaus (Teil 2)

Das Brandenburgische Landesmuseum für Moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus zeigt ab Herbst Ausstellungen zur Neuen Sachlichkeit und des Bauhauses.
Das Brandenburgische Landesmuseum für Moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus zeigt ab Herbst Ausstellungen zur Neuen Sachlichkeit und des Bauhauses. © Foto: Lehmann
MOZ / 10.05.2019, 17:04 Uhr
Frankfurt (Oder) 100 Jahre Bauhaus sind mehr als nur die Stätten in Dessau und Berlin, auch in der Mark gibt es wichtige Zeugnisse der vom Bauhaus geprägten Architektur und Kunst. Nach Teil 1 in der vorigen Woche nun weitere Veranstaltungstipps.

"Von der Töpferscheibe bis zum Serienprodukt" heißt die Ausstellung der Hedwig Bollhagen Werkstätten in Marwitz, die noch bis 21. Juni zu sehen ist. Hedwig Bollhagen, eine der wichtigsten Designerinnen Deutschlands, schuf - vom Bauhausstil inspiriert - formschöne Gegenstände für den Alltag. Hedwig Bollhagen gründete 1934 die HB Werkstätten in Marwitz und leitete sie bis zu ihrem Tod im Jahr 2001. Ihr Nachlass gehört zu den kulturhistorisch kostbarsten keramischen Kunsthandwerken Brandenburgs. Heute noch werden in den HB-Werkstätten nach ihren Entwürfen und speziellen Techniken handgemachte Unikate in höchster Qualität erschaffen. So fertigt die Manufaktur in Marwitz auch heute noch von Hand die berühmte Vorratsdose des Bauhauskünstlers Theodor Bogler, dem Avantgardist unter den Keramikern am Bauhaus, der die herrschenden Vorstellungen über Keramik am Bauhaus geprägt hat. In Velten erhielt Bogler erste Einblicke in die industriellen keramischen Fertigungstechniken, wozu auch das Gießverfahren gehörte. Im Rahmen der Sonderausstellung finden 31. Mai und 21. Juni Sonderführungen durch die Produktion statt. Um Voranmeldung wird gebeten (Tel. 03304/39800)

Mit dem Einsteinturm auf dem Telegrafenberg befindet sich in der Landeshauptstadt Potsdam das viel beachtete erste Bauwerk des Architekten Erich Mendelsohn, das als besonders herausragendes Zeugnis der expressionistischen Architektur gilt. Mendelsohn war eng mit Mies van der Rohe und Walter Gropius verbunden, mit denen er gemeinsam die Architektenvereinigung "Der Ring" gegründet hatte. Im Einsteinturm befindet sich das Sonnenobservatorium des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam. Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich. Bei einem Spaziergang durch die Villenkolonie Neubabelsberg kann man außerdem drei von Ludwig Mies van der Rohe entworfene Villen bewundern: Haus Urbig in der Virchowstraße, Haus Mosler in der Karl-Marx-Straße sowie Haus Riehl in der Spitzweggasse – allesamt frühe Werke des Architekten, die zwischen 1907 und 1924 erbaut wurden.Für Architekturfans lohnt auch ein Besuch Luckenwaldes, das seine intensivste architektonische Prägung in den 1920er Jahren erfahren hat. Neben der berühmten Hutfabrik von Erich Mendelsohn mit dem markanten Dach in Form eines Hutes, das heute leider nur aus der Ferne gesehen werden kann, gibt es im Stadtzentrum eine große Anzahl von Bauwerken der Moderne. Hierzu gehören z.B. das Stadttheater mit der Doppelvolksschule (Theaterstr. 14/15a), das Katasteramt (Theaterstr. 16d), das ehemalige Stadtbad (Rudolf-Breitscheid-Str. 72a), das Jugendheim des ADGB (Goethestr. 7) sowie die Siedlungen "Auf dem Sande", "Am Anger" sowie die Volksheimsiedlung.

Vom 14. bis zum 26. Mai präsentiert das renommierte Tanzfestival "Potsdamer Tanztage" die Aufführung "Das Triadische Ballett" des Bauhauskünstlers Oskar Schlemmer, die Tanzgeschichte geschrieben hat. Die Choreografie hat mitsamt ihrer legendären Kostüme ganze Generationen von Künstlern bis heute inspiriert. Die originale Choreografie ist nicht erhalten. Der ikonische Choreograf Gerhard Bohner (1936 bis 1992) schuf, zusammen mit dem Komponisten Hans-Joachim Hespos (geboren 1938), im Auftrag der Akademie der Künste Berlin/West 1977 eine Rekonstruktion des Balletts. Ivan Liška und Colleen Scott haben diese 2014 für das Bayerisches Junior Ballett München neu einstudiert und führen sie im Jahr 2019 in Potsdam auf. (www.potsdamer-tanztage.de)

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst zeigt von Oktober 2019 bis Februar 2020 an seinem Standort im Dieselkraftwerk Cottbus drei zeitlich parallel stattfindende komplementäre Ausstellungen. Sie zielen darauf ab, spezifische Aspekte der Neuen Sachlichkeit und des Bauhauses als ideen- und utopiegeschichtlich relevante Strömungen der Moderne miteinander zu verzahnen. Die Besucher erwartet unter dem (noch vorläufigen) Ausstellungstitel "Stadt im Bild / Bild der Stadt" die bildkünstlerische Auseinandersetzung mit groß- wie kleinstädtischen Motiven sowie in den zwei weiteren Expositionen das Ergebnis einer durchaus als Pionierarbeit anzusehenden Spurensuche im Land Brandenburg in Architektur, Industriedesign und Handwerk.(tmb/db)

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