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Skoda Superb Combi
Combi mit hemdsärmeligen Outdoor-Dress

16.07.2019, 13:57 Uhr - Aktualisiert 16.07.2019, 14:12
Frankfurt (Oder) Schon mit der bisherigen Limousinen- und Combi-Variante des Superb hatte Skoda durchaus zwei selbstbewusst auftretende Dampfer im Angebot. Mittelklasse-Autos, die die letzten Jahre richtig gut Fuß fassen konnten im eher konservativ angehauchten Segment. Nach mehr als weltweit 500.000 verkauften Modellen der 3. Generation, die seit 2015 auf der Matte steht, hat Skoda seinem Flaggschiff ein ordentliches Facelift verpasst und die beiden Modelle mit einem verfeinerten Design als auch effizienteren und sauberen Motoren fit gemacht für den nächsten Lebensabschnitt. Erstmals wird es den Superb dabei zum Jahresende auch mit einer Plug-in-Hybridversion geben. Zudem fährt jetzt von der Combi-Variante neben den auf verschiedene Ansprüche getrimmten Ausstattungs-Derivaten mit dem Scout erstmals ein speziell geformter Combi mit hemdsärmeligem Outdoor-Dress vor. Der Märkische Markt hat das Modell getestet.

Der Combi ist quasi die Galionsfigur beim Superb, knapp 90 Prozent gehen hierzulande als Frachter über den Ladentisch. Das Design wurde  – wie für die anderen Superb-Varianten auch – behutsam weiterentwickelt und gezielt neue Akzente gesetzt. Dazu zählen die moderner wirkenden flachen LED-Scheinwerfer sowie die neue Chromleiste und der Skoda-Schriftzug in Einzelbuchstaben am Heck. Auch trägt der Grill jetzt Doppelrippen, ist größer und ragt etwas weiter nach unten in die Frontschürze.

Der Scout erhielt außen weitere charismatische Extras wie zusätzliche farbig abgesetzte Anbauten, die Lust auf Abenteuer wecken. Zu den augenscheinlichen Modellmerkmalen gehören u. a. im Grill schwarze Doppelrippen mit einem Rahmen aus Chrom. Ebenfalls verchromt sind Dachreling und Fensterrahmen. Die Außenspiegelgehäuse indes glänzen im Alu-Look oder sind optional in Wagenfarbe lackiert. Das Talent fürs Grobe unterstreichen nicht zuletzt die markanten Radhaus-Verkleidungen, sowie Kunststoffverkleidungen der Seitenschweller und der unteren Türbereiche.

Vorn und hinten wurde ein rustikal wirkender Unterfahrschutz verbaut. Und als elegante Besohlung runden glanzgedrehte 18-Zoll-Alufelgen die gelungene Erscheinung ab. So schnell verändern sich Wirkung und Charakter eines Superb! Kleider machen eben nicht nur Leute.

Auch innen gibt es hier und da sofort erkennbare Veränderungen im Vergleich zum normalen Modell. Der Kombi verwöhnt mit einem noch behaglicheren Ambiente als bisher. Materialauswahl und Fertigungsqualität lassen Fahrer und Insassen jedenfalls zufrieden in die opulenten Polster sinken (jetzt erstmals mit Sitzverlängerung). Beim Platz nehmen registrieren wir noch mehr Werkstoffe mit dick unterschäumten Oberflächen und eine Top-Verarbeitung. Der Knieraum im Fond ähnelt weiterhin fast dem eines Rolls Royce. Es gibt weitere Chrom-Applikationen, beleuchtete Ablagefächer in den Türen, neue Sitzbezüge und farbige Kontrastnähte, der Startknopf Kessy Go ist nun serienmäßig. Der Scout erhält zusätzlich spezielle Dekorleisten in Holz-Optik mit Scout-Logo und Sitzbezüge aus einer spezifischen Stofffaser. Serie ist ein 9,2 Zoll großes Display.

Beim Gepäckabteil bleibt alles wie gehabt. Dort gähnt eine riesenhafte Ladefläche, die 660 Liter aufnimmt. Als neue Simply-Clever-Idee bietet Skoda erstmals eine Gepäckraumunterteilung unterhalb des doppelten Ladebodens an. Die flache und unterteilte Wanne hilft beim Verstauen verschiedener Utensilien. Auch bei der Zuladung macht der Skoda keine Sperenzchen, lässt sich mit 715 Kilo bis zum Stehkragen beladen. Wichtig für einen Kombi ist noch die gebremste Anhängelast. Hier kann wieder der Skoda glänzen und nimmt 2200 Kilo an den schwenkbaren Haken (optional orderbar) nehmen.

Drei auf Effizienz und Sauberkeit getrimmte Diesel und drei Benziner decken beim Superb ein Leistungsspektrum von 120 PS bis 272 PS ab. Eine komplette Neuentwicklung ist der 2.0 TDI mit 150 PS, der erste Ölbrenner bei Skoda aus der neuen EVO-Generation. Gegenüber dem Vorgängeraggregat wurden unter anderem Kurbeltrieb, Abgasführung, Turbosystem, Einspritzanlage und Thermomanagement optimiert. Das Ergebnis sind ein geringeres Gewicht sowie reduzierte Verbrauchs- und Emissionswerte. Für den Scout (nur mit Allradantrieb zu haben) stehen der größte Benziner (271 PS) und der große Diesel (190 PSA) bereit. Letzteren nutzen wir für unseren Probegalopp. Herrlich, wie er in dem Scout seine 190 PS auf die Kurbelwelle schaufelt, und dem Combi einheizt. Er geht feurig zur Sache, schiebt unterwegs beinahe unangestrengt nach vorn, baut gleichmäßig seine Kraft auf, geht - wenn es sein soll - druckvoll zur Sache, ist er doch mit 400 Nm gesegnet. Löblich auch, wie das serienmäßige DSG-Getriebe in unserem Testmodell fast unmerklich und dennoch stets auf den Punkt genau eingreift und die sieben Gänge sortiert.

Unterwegs umrundet unser Testkandidat Kurven jeglicher Art dank direkter Lenkung zielgenau, beeindruckt mit gut abgestimmtem Fahrwerk, das gekonnt auf der Straße selbst gröbere Rillen und Wellen verdaut. Der Scout 4x4 hat serienmäßig auch ein Schlechtwegepaket mit Triebwerk- und Steinschlagunterbodenschutz und mehr Bodenfreiheit (1,5 cm).

In Kombination mit dem Allradantrieb macht der neue Abenteurer auch abseits befestigter Straßen eine gute Figur. Dafür sorgt der Offroad-Modus in der Fahrprofilauswahl Driving Mode Select. Zudem ist optional die adaptive Fahrwerksregelung DCC (940 Euro Aufpreis) verfügbar. Wenngleich mit 18-Zöllern bestückt, scheint ihm damit kein Schlagloch zu tief, keine Bodenwelle zu hoch, zu kurz oder zu lang, um störende Einflüsse von den Insassen fernzuhalten.

Die neuen Superb-Preise starten bei 28.850 Euro (Limousine mit 150-PS-TSI), der Combi ist jeweils 1.000 Euro teurer. Der Scout-Combi mit Diesel steht ab 46.150 Euro in der Liste, als Benziner (272 PS) ab 47.450 Euro.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Skoda Superb Combi Scout

Skoda Superb Combi Scout 2.0 TDI 4x4

Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-TDI, Allradantrieb, 7-Gang-DSG, 190 PS

0 - 100 km/h: 8,1 Sekunden

Spitze: 223 km/h

Verbrauch: 5,6 Liter Diesel

CO²-Wert: 146 g/km

Kofferraum: 660 – 1950 l

Preis: ab 46.150 Euro

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