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Gericht
Vier Monate für Bedrohen, Beleidigen

Symboldbild Gericht
Symboldbild Gericht © Foto: pixabay
Ines Weber-Rath / 17.07.2019, 06:45 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Er wurde eben erst aus der Haft entlassen. Nun muss ein 40 Jahre alter Frankfurter bald wieder "einziehen". Richterin Martina Koch hat ihn am Dienstag wegen Bedrohung und Beleidigung zu vier Monaten Haft verurteilt. Sie blieb damit sechs Monate unter dem Antrag von Staatsanwalt Jörg-Peter Freund. Einig waren sich beide, dass eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung nicht infrage komme. Dazu hat der Angeklagte ein zu langes Vorstrafenregister. Und: der jetzt vorm Amtsgericht Frankfurt verhandelte Fall hat sich während einer Bewährungsfrist ereignet.

Am Nachmittag des 25. Januar dieses Jahres, einem Freitag, wartete der Angeklagte nach Feierabend auf dem Eisenhüttenstädter Bahnhofsvorplatz auf seinen Bus nach Hause und hörte dabei laut Musik – sehr laut, wie vier Zeugen erklärten. Als ein Eisenhüttenstädter ihn aufforderte, die Musik leiser zu stellen, rastete der Angeklagte sofort aus: Er sprang auf, ging schnell auf den Mann zu und zog ein Cuttermesser aus der Tasche. Umstritten ist, ob er dabei "ich schlitze dich tot" gerufen hat. Jedenfalls stieß er den Eisenhüttenstädter (52) mit der anderen Hand so, dass er zu Boden ging.

Vorgesetzter erstattete Anzeige

Auf jemandem mit dem Messer los zu gehen, erfülle den Tatbestand der Bedrohung, meinte die Richterin. Sie widersprach damit Verteidiger Bernd Hesse. Der sah weder den Vorwurf der Bedrohung noch den der Beleidigung bestätigt und beantragte einen Freispruch. Dabei hatten neben dem Geschädigten auch ein 15-jähriger Junge und die beiden Polizisten, die von Wartenden gerufen worden waren, bestätigt: Der Angeklagte, der zu der Zeit "zwei, drei Feierabend-Biere" getrunken hatte, habe sich höchst aggressiv und beleidigend verhalten – auch den Beamten gegenüber, die ihn aus dem Bus nach Frankfurt holten. Es sollen Worte wie "Wichser", "Arschloch" und "Merkels Bastarde" gefallen sein. Dass der Vorgesetzte der Beamten deswegen Anzeige erstattet hat, lobten Staatsanwalt und Richterin ausdrücklich. Das geschehe viel zu selten.

Dass der Angeklagte Polizisten hasst, hat er sich sogar auf die Faust tätowieren lassen: ACAB steht dort für "all cops are bastards". Die nächste Verhandlung wegen der Beleidigung von Polizisten am Fürstenwalder Bahnhof im November 2018 steht dem Frankfurter noch bevor. Dass ihm "der ganze Mist leid tut", wie er sagte, klang wenig überzeugend. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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