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Unstimmigkeiten
Polen dringt auf größere Oder-Buhnen

Bisher nur Buhnen-Erhaltung: Das Bild aus dem Sommer 2016 zeigt, wie die Flächen zwischen Buhnen südlich von Frankfurt (Oder) teilweise verlandet sind.
Bisher nur Buhnen-Erhaltung: Das Bild aus dem Sommer 2016 zeigt, wie die Flächen zwischen Buhnen südlich von Frankfurt (Oder) teilweise verlandet sind. © Foto: dpa/ZB/Patrick Pleul
Dietrich Schröder / 17.07.2019, 07:45 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) In Polen liegen seit dem 1. Juli Planungsunterlagen für den Bau größerer Oder-Buhnen zur Öffentlichkeitsbeteiligung aus, die der deutschen Seite bisher offiziell nicht bekannt sind. Diesen Fakt, hinter dem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Pläne zur Vertiefung des Grenzflusses vermutet, bestätigte am Dienstag der stellvertretende Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Eberswalde, Peter Münch.

"Ich erwarte, dass uns die Unterlagen in Kürze zugestellt werden", sagte Münch. Er verwies  darauf, dass es sich um ein polnisches Planfeststellungsverfahren handele, für das bereits 2018 erstmals Unterlagen vorgelegt wurden. Ziel sei die Schaffung einer Fahrrinne in der Oder, die den Einsatz von Eisbrechern im Winter und ganzjährig bessere Bedingungen für den Schiffsverkehr ermöglichen soll. So sehe es auch ein bereits 2015 vereinbartes Abkommen vor.

Münch räumt jedoch ein, dass – während in Polen schon konkrete Planungen laufen, die mit Hilfe eines Weltbankkredits  umgesetzt werden sollen – auf deutscher Seite noch nicht einmal das Umweltgutachten erarbeitet wurde. Erst im Herbst werde ein Papier der Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe erwartet.

Gemeinsame Baumaßnahmen sind nach seiner Ansicht frühestens im kommenden Jahrzehnt möglich. Eine angestrebte Fahrrinnen-Tiefe von 1,80 Meter an 200 Tagen im Jahr werde im Abkommen zwar genannt, sei angesichts der Wassermenge in der Oder aber wenig realistisch.

Sascha Maier vom BUND-Landesverband verwies am Dienstag darauf, dass am polnischen Oderufer bei Hohenwutzen bereits einseitige Baumaßnahmen erfolgten. Deutschland und Polen müssten jedoch gemeinsam Kompromisse zwischen Ökologie, Binnenschifffahrt und Hochwasserschutz erreichen.

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