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Suzuki Jimny
Hemdsärmliges Fun-Mobil

06.09.2019, 17:15 Uhr
Frankfurt (Oder) Für manchen kann ein Offroader nicht groß, schwer und bullig genug sein. Dass aber dies kein unverrückbares Gesetz sein muss, beweist Suzuki schon seit Jahrzehnten mit seinem eher zierlich daherkommenden Jimny. Zwar ist der nicht unbedingt auf Mode und Muskeln getrimmt, hat indes einen Allradantrieb serienmäßig, was für bergige Gegenden, aber auch im Winter von großem Vorteil ist. Der Märkische Markt hat das hemdsärmlige Fun-Mobil ausprobiert.

Mit nur 3,65 m Länge kommt der Zweitürer für hiesige Verhältnisse tatsächlich ungewohnt zierlich daher. Allerdings rollt er im Mutterland Japan mit noch schmaleren Achsen, ohne Kotflügelverbreiterungen und wird von einem nur 600-Kubik-Motörchen angetrieben. Das hat seinen Grund: Er gilt dort als steuerlich begünstigter Kleinstwagen (Kei-Car), kann als solcher problemlos selbst durch vollgestopfte Stadt-Straßen wuseln.

Vom Platz her wurde die seit April erhältliche 4. Generation noch mehr auf Praktikabilität und Variabilität (1,71 m hoch) getrimmt. Mit seiner leicht stämmigen Front, der fast senkrecht stehenden Frontscheibe, den ebenso nahezu senkrechten Seitenteilen, den fülligen Radhäusern und dem Unterfahrschutz erinnert der kantige Bonsai irgendwie an eine geschrumpfte Mercedes-G-Klasse. Mit seiner kastigen Form verströmt der rustikale Viersitzer jedenfalls viel Offroad-Flair und mimt schon vom Design her den vielseitigen Kumpel.

Die beiden Türen öffnen weit, wir nehmen Platz auf festen Polstern, die Sitzflächen sind allerdings zu kurz. Auch der Zustieg nach hinten ist eher beschwerlich, die Bedienung im zweckmäßig ausstaffierten Cockpit hingegen unkompliziert. Ablagen sind reichlich an Bord, leider aber nicht für Flaschen.

Beim Kofferraum hat man die Wahl, entweder als Zweisitzer unterwegs zu sein, dann hat er üppige 830 l, oder als Viersitzer. Das Abteil (1,01 m breit) ist beim Vierer gerade mal 21 cm tief und das reicht mit nur 85 Litern noch nicht mal fürs Wochenendgepäck zur Blockhütte.

Unter der Haube werkelt mit dem 1.5er Benziner ein Vierzylinder-Sauger, der 102 PS (130 Nm) leistet. Klingt nicht gerade nach Straßenstürmer, reicht aber. Hängt er doch herrlich am Gas und macht sich an der Ampel einigermaßen eilig davon. Autobahnen mag der Jimny nicht besonders, selbst kurze Etappen auf dem Highway werden zur Geduldprobe. Das liegt vor allem an der Leiterrahmenkonstruktion und den beiden Starrachsen, die bei jeder Straßendelle gnadenlos tramplig reagieren. Und die langen Wege der Schraubenfedern lassen den 1100-Kilo-Floh in Kurven eher taumeln.

Als Spitze sind auch nur 145 km/h drin. Doch an all das kann man sich tatsächlich gewöhnen. Umso mehr passt der Winzling mit seinem zuschaltbaren Allradantrieb und der Geländereduktion auf Wege abseits von Teer und Beton. Hier kann er seine Kraxler-Qualitäten ausleben. Um locker durch Matsch und Modder zu wirbeln und lässig selbst größere Steigungen hinauf zu klettern, muss nur der kleine Hebel hinter der Fünfgangschaltung bedient werden und schon lässt sich zum normalen Hinterradantrieb Allrad zuschalten. Hilfreich sind hier dann auch die 20,5 cm Bodenfreiheit und die passablen Böschungswinkel (vorn 36 Grad).

Wohl fühlt sich der kleine Kraxler zudem in der Stadt auf der Flaniermeile. Da gefällt uns zwar der kleine Wendekreis (9,8 m), weniger jedoch die gefühllose, sehr indirekte Lenkung, die beim Einparken zigmal gekurbelt werden muss.

Unser Lob gebührt der Ausstattung: Im Preis von 17.915 Euro sind u. a. bereits drin: Klimaanlage, DAB-Radio, Nebelscheinwerfer, Sitzheizung vorn, Tempomat, Lichtsensor, Fensterheber vorn, Verkehrszeichenerkennung, Notbrems- und Spurhalte-Assistent.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Suzuki Jimny 1.5 Allgrip

Suzuki Jimny 1.5 Allgrip

Motor: 1.5-Liter-Vierzylinder-Benziner, 102 PS

0 - 100 km/h: 13 Sekunden

Spitze: 145 km/h

Verbrauch: 6,8 Liter Super

CO²-Wert: 154 g/km

Kofferraum: 85 bis 830 Liter

Preis: ab 17.915 Euro

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