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Das Segment der City-SUV boomt weiter ungebremst. Der Kundschaft gefällt nun mal die Kombination von Abenteuer-Styling, freundlichen Parkplatzmaßen und leicht erhöhten Sitzen. Ende September stellt Skoda mit dem Kamiq einen weiteren Praktiker dieser Gattung auf die Straße. Der Märkische Markt hat den Neuling schon getestet.

Skoda Kamiq
Familientauglich, sauber und viel Technik

Rainer Bekeschus / 23.09.2019, 16:15 Uhr - Aktualisiert 23.09.2019, 16:38
Frankfurt (Oder) (rb) Respekt, wie Skoda gekonnt weiter seine hauseigene Angebotspalette ausbaut. Mit dem neuen Modell, das solide, familiengerecht, mit zeitgemäßen Assistenzsystemen und sauberen Motoren vorfährt, will man nun auch bei den kleineren Crossovern ordentlich mitmischen. Das Kamiq-Design wirkt zwar durchaus energiegeladen, ist aber insgesamt nicht auffällig eigenständig und etwa gegen den Mainstream konzipiert. Eher ähnelt es den beiden dem Zeitgeist angepassten Brüdern Karoq und Kodiaq.

Macht nichts. Sein Anblick macht uns dennoch munter. Haben doch die Designer die stämmige Form des 4,24 Meter langen und 1,53 Meter hohen Skoda geschickt durch Eleganz kaschiert, die Muskeln genau an den richtigen Stellen platziert. Erstmals hat hier Skoda geteilte LED-Frontscheinwerfer mit obenliegendem Tagfahrlicht verbaut. Neben dem massigen Frontspoiler gefallen uns die markanten Blechfalze auf der Motorhaube sowie die seitliche Tornadolinie.

Das Interieur ist gediegen, geräumig und wohnlich. Es herrscht Harmonie zwischen Auto und Fahrer, wir registrieren edle Oberflächen, hier und da Alu- und Chrom-Look. Der diskrete Charme bei der Materialauswahl und Fertigungsqualität lassen Fahrer und Insassen zufrieden in die festen Polster sinken. Die Sitze bieten ordentlich Komfort. Der MQB-A0-Plattform der Konzernmutter VW sei Dank – ist hinten für die Beine sogar Platz wie im Salon.

Das Gepäckabteil ist dadurch kaum eingeschränkt, es lassen sich hinter die 70 Zentimeter Ladekante ordentliche 400 bis 1.395 Liter verstauen. Selbst besonders Sperriges ist kein Problem: Ordert man die optional erhältliche umklappbare Beifahrersitzlehne, ist sogar der Transport von bis zu 2,45 Meter langen Gegenständen möglich. Zudem bieten zig Ablagen im Innenraum weitere 26 Liter Stauraum. Selbst links unterhalb des Lenkrads befindet sich ein ausziehbares Fach für Kleinkram.

Das Bedienkonzept folgt einem klassischen Touchscreen-Schema auf einem 16,5 Zentimeter großen Bildschirm, ergänzt durch Tasten in der Mittelkonsole und am handfesten Dreispeichen-Lenkrad. Und das Virtual Cockpit hinter dem Lenkrad bietet verschiedene Layouts nach Wahl anzeigen. In höherwertigen Ausstattungen lässt sich der Kamiq optional vielfältig individuell konfigurieren, beispielsweise mit einer Ambientebeleuchtung mit weißem, rotem oder kupferfarbenem Licht.

Zum Marktstart am 21. September sind ein Einliter-Dreizylinder-TSI mit 90 oder 115 PS zu haben, ein 1,5-Liter-Vier-Zylinder-Benziner mit 150 PS sowie ein 1.0 G-TEC mit Erdgas (CNG, 90 PS). Als Diesel hält der Kamiq einen 1,6er TDI mit 115 PS bereit. Letzteren, der etwa 20 Prozent des Verkaufs ausmachen soll, haben wir getestet.

Der pfundige Vierzylinder (250 Nm) macht seine Sache gut. Er legt homogen los, dreht gut hoch und treibt den Kamiq vehement und erstaunlich leise voran. Die Gangwechsel pariert DSG nahezu unauffällig. Und sauber bleibt der Skoda auch. Ein integriertes SCR-System (selektive katalytische Reduktion) sorgt für niedrige Schadstoffemissionen. Zwar kann man mit dem Frontantrieb nicht gerade durch Kiesgruben jockeln – ohne 4x4-Antrieb sind nun mal größere Offroad-Ausflüge passé. Für zerfurchte Wiesenwege langt es aber dank der 18 Zentimeter Luft unterm Kiel. Auf Wunsch ist hierfür auch ein Unterbodenschutz aus glasfaserverstärkten thermoplastischen Kunststoffen zu haben, der Motor und Getriebe gegen mechanische Beschädigungen schützt.

Was den Fahrkomfort betrifft, so werden Straßenquerelen nur sanft durchgereicht. Ansonsten ist das Fahrwerk schluckwillig, steckt es doch kleine Unebenheiten locker weg. Dazu tragen vorn wie hinten neben den längeren Federn auch neue, längere hydraulische Stoßdämpfer bei. Für die Sicherheit hält der Kamiq außer neun Airbags ein reichhaltiges Assistenz-Arsenal aus dem Regal von VW bereit. Der Basis-Kamiq (Benziner mit 95 PS) ist ab 17.950 Euro erhältlich. Die von uns gefahrene Diesel-Variante steht in der Active-Ausstattung und mit 7-Gang-DSG ab 23.900 Euro in der Liste.

Minus: Bei dem recht anspruchsvollen Preis ist leider noch keine Klimaanlage an Bord. Unser Tipp: Für 840 Euro zusätzlich das Cool & Sound-Paket ordern. Neben der Klimaanlage ist dann gleich noch ein DAB-Radio samt vier zusätzlichen Lautsprechern zu haben.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Skoda Kamiq

Skoda Kamiq

1.6 TDI Active

Motor: 1,6-Liter-Vierzylinder-TD, 115 PS

0 - 100 km/h: 10,4 Sek.

Spitze: 192 km/h

Verbrauch: 5,0 Liter Diesel

CO²-Wert: 132 g/km

Kofferraum: 400 bis 1395 l

Preis: ab 23.900 Euro

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