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Honda HR-V
Asia-Crossover als solider Praktiker

30.09.2019, 15:01 Uhr
Frankfurt (Oder) Ob als kantiger SUV oder rundlicher Crossover – mobile Hochsitze gehören mit ihrem meist auf Abenteuerlust getrimmten Outfit in der Riege der Kompakten zu einer besonders geliebten Gattung. Wie der Honda HR-V. Der Märkische Markt hat den soliden Praktiker, der Ende 2018 eine Frischekur erhielt, mit 130-PS-Benziner ausprobiert.

Stämmig, eigenständig und energiegeladen steht er weiterhin mit seinen kühnen Konturen und coupéhaften Proportionen auf der Straße. Das Design erfuhr zwar keine Botox-Kur, nur hier und da wurden von den Kreativen mit angespitztem Stift ein paar Linien geändert. Front und Heck erhielten dunkle Chromelemente, auch die unteren Karosserieteile kommen markanter daher. So beherbergt der Frontstoßfänger tiefer liegende Lufteinlässe und runde Nebelscheinwerfer. Die Hauptleuchten sind jetzt mit Projektorlinsen und LED­-Tagfahrlicht bestückt.

Gediegen geht es wie gehabt auch innen zu, hier herrscht Harmonie, wohin man schaut. Die Türen öffnen weit, machen Platz für Einstiege auf gut hergerichtete Sitze. Dass allerdings die Kindersicherung der Fondtüren von Kindern selbst problemlos bedient werden kann, ist nicht im Sinne des Erfinders.

Ansonsten fühlen wir uns wohl an Bord. Edle Oberflächen, viel Alu- und Chrom-Look sowie verschiedenfarbige Materialien frischen das Interieur auf. Über einen 7-Zoll-­Touchscreen in der Mitte der Armaturentafel lassen sich das Infotainmentsystem Connect (Serie ab Elegance) samt integriertem ­Garmin-Navi bedienen.

Der HR-V ist mit seinen 4,35 m Länge zwar der kleinere Bruder des CR-V (4,60 m), bietet aber im Innenraum für Mitfahrer und Gepäck deutlich mehr Variabilität. Brillieren kann der City-SUV weiterhin vor allem mit seinen genial ausgetüftelten "Magic Seats". Ob Familie oder Baumarkt – dieser Honda meistert eigentlich alles. Zum Stühlerücken schiebt man die Vordersitze einfach nach vorn, klappt Reihe zwei um und wie von Zauberhand ist alles im Wagenraumboden verschwunden. Im Tall-Modus können die Sitzflächen wie beim Kino-Gestühl in senkrechter Position hochgeklappt werden und bieten dann viel Stauraum für hohe Gegenstände (oder auch Fahrräder) hinter den Vordersitzen. Als Zweisitzer schluckt er bis 1.456 l und die Ladefläche misst in der Länge 1,85 m. Nach Umlegen des Beifahrersitzes geht sogar Sperriges bis 2,50 m Länge rein. Und: Durch die niedrige Ladekante (65 cm) hat das Abteil eine erstaunlich nutzbare Beladehöhe von 1,24 m.

Im Testmodell haben wir den 130-PS-Benziner unter der Haube. Das Triebwerk lässt seine 155 Nm ab 4600 Kurbelwellenumdrehungen vollzählig auf die Vorderachse los. Derart gerüstet beschleunigt der HR-V in 10,2 s auf Landstraßentempo. Aber nicht nur auf geraden Strecken macht der Japaner eine gute Figur. Auch Kurven ist der 1,2 Tonner nicht abgeneigt, wuselt mit seiner mit variabler Übersetzung ausgerüsteten Lenkung zielgenau selbst durch enge Kehren. Unterwegs fällt auf, dass vom Fahrwerk und den 16-Zöllern nur gelegentlich kurze Unebenheiten nach innen durchgereicht werden, selbst Asphaltflicken werden ordentlich absorbiert.

Nochmals verbessert wurde auch die Geräuschdämmung des HR­V. Dazu wurde mehr Dämmmaterial in allen Bereichen des Fahrzeugs verbaut, einschließlich Stirnwand, Radhäuser, Kofferraum­ sowie in alle Türen. Das ist erwähnenswert, weil die hochwertigen Vliesunterlagen und schallabsorbierenden Fußmatten normalerweise nur in der Oberklasse eingesetzt werden. Zudem sorgen Bodenteppiche, Unterbodenverkleidung sowie Polstereinlagen im Armaturenbrett für Ruhe im Karton.

In der von gefahrenen Ausstattungsvariante Elegance ist der HR-­V auch noch mit dem System "Active Noise Control" (ANC) ausgestattet. Es überwacht innen mithilfe von zwei Mikrofonen niederfrequente Geräusche und neutralisiert derlei Misstöne durch präzise abgestimmte Gegensignale.

Minuspunkte? Nur wenige. Das Handschuhfach ist leider unbeleuchtet, die hinteren Seitenscheiben lassen sich nicht komplett herunterfahren, der Tankdeckel muss umständlich per Schalter im Fußraum entriegelt werden und auch der Wendekreis ist mit 11,4 m zu groß. Darüber hinaus kann er gebremst nur 1.000 kg an den Haken nehmen.

Genug genörgelt, hat der Asia-Crossover doch insgesamt viel Lob verdient. Beispielsweise bei der Ausstattung. Serie sind in unserem Testwagen mit Elegance-Ausstattung u. a. 16-Zoll-Alufelgen, Klimautomatik, DAB-Radio samt Navi, Rückfahrkamera, Parksensoren vorn und hinten, Licht- und Regensensor, getönte Fondscheiben, Nebelscheinwerfer und Tempomat.

Für die Sicherheit an Bord ist auch gesorgt. Serienmäßig verfügt der HR-V bereits unter anderem über Helferlein wie City-Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung oder Spurhalteassistent.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Honda HR-V

Honda HR-V 1.5 i-VTEC Elegance

Motor: 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, 130 PS

Frontantrieb

0 - 100 km/h: 10,1 Sek.

Spitze: 192 km/h

Verbrauch: 6,6 Liter Super

CO²-Wert: 148 g/km

Kofferraum: 470 bis 1.456 l

Preis: ab 24.790 Euro

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