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Mazda6 Limousine
Gediegene Mittelklasse mit Pfiff

16.12.2019, 15:31 Uhr
Frankfurt (Oder) Kraftvoll und gleichzeitig elegant, so kennen wir den Mazda6, der uns im Straßenbild meist als Kombi-Variante (mehr als 80 Prozent) geläufig ist. Doch auch die weniger präsente klassische Limousine macht eine gute Figur. Sieht sie doch nicht so bieder aus wie mancher Konkurrent, Praktikabilität und Fahrspaß kommen bei dem Rucksack-Japaner auch nicht zu kurz. Der Märkische Markt ist die Limo mit sauberem 184-PS-Diesel gefahren.

In der Liga der Mittelklasse-Limousinen schwingen hierzulande bekanntlich vor allem deutsche Modelle das Zepter. Wenn ein ausländischer Hersteller mitspielen will, muss er entsprechend ambitioniert sein. Der Mazda6 hat in vielerlei Hinsicht das Zeug, da mitzumischen. Das geht beim Outfit los. Die Hülle des 4,87 Meter langen Japaners zeigt sich im attraktiven Kodo-Design, gefällt mit vielen sinnlichen, stark modellierten Flächen und Stilelementen, welche rundum für gelungene Effekte sorgen. Jedenfalls strahlt die sportlich-emotional gezeichnete Limousine viel Eleganz aus. Vorn prägt den 6er ein dreidimensional wirkender Kühlergrill (Matrix-LED-Leuchten sind Serie), in den aufgeblasenen Kotflügeln warten schmucke 19-Zöller aus Alu sowie 225er-Reifen auf ihren Auftritt und auch das Heck ist ansehnlich, verkörpert Premium bis in die letzte Fuge.

Auch innen wirkt bei der recht flachen Limousine (1,45 Meter) alles sortiert, edel und wohnlich. Viel Detailliebe spiegelt sich in der weichen Polsterstruktur für den Mittelteil der Instrumententafel, die Türverkleidungen und Armlehnen wieder. Alles zusammen wirkt übersichtlich angeordnet, klapperfrei zusammengeschraubt und geräuscharm verpackt. So gibt es im Cockpit über dem griffig geformten und beheizbaren Dreispeichen-Lenkrad ein Head-up-Display, daneben einen hochauflösenden 8-Zoll-TFT-Bildschirm und in der Mittelkonsole einen bedienfreundlichen Dreh-Drück-Steller des Multi-Commander.

Zur serienmäßigen Komfortausstattung gehören u. a. eine Rückfahrkamera (360-Grad-Monitor) und sogar Scheibenwischer mit Enteiserfunktion. Wir nehmen Platz auf einem komfortablem Gestühl, die Reise wird erleichtert durch viele Ablagen und Staufächer. Kurioserweise ist die Limo zwar sieben Zentimeter länger als der Kombi, mehr Platz ist innen dennoch nicht. Auch nicht im Kofferraum, der zwar ordentliche 480 Liter schluckt. Bei einem Skoda Superb z. B. sind es aber 625 Liter.

Beim Antrieb verrichtet in unserem Testwagen ein 184-PS-Diesel mit 2,2 Liter Hubraum seinen Part. Unser Eindruck: Donnerwetter! Der Ölbrenner besticht mit kräftigen Antritt, einer allzeit souveränen Kraftentfaltung, hängt stets  bissig am Gas. Sein hellwaches Hochdrehen und der druckvolle Durchzug verführen den Fahrer ein ums andere Mal zum Temposünder. Kein Wunder, wuchtet das Aggregat doch satte 445 Nm auf die Kurbelwelle.

Und da ist noch die beeindruckende Laufkultur zu erwähnen, die in keiner Arbeitssituation akustisch auch nur den Verdacht entstehen lässt, dass hier Diesel zu Leistung verbrannt wird  – so in Watte gepackt ist er! Um das zu erreichen, hat Mazda das Auto mit verschiedensten Maßnahmen zur Geräuschdämmung beigetragen. Dazu trägt unter anderem der sogenannte "Natural Sound Smoother" bei. Er  absorbiert bei unserem Ölbrenner dieseltypische Verbrennungsgeräusche und sorgt vor allem bei niedriger Drehzahl und Motorlast im Stadtverkehr für mehr Ruhe. Für eine besonders lineare und perfekt dosierbare Beschleunigung sorgt zudem eine modifizierte Kalibrierung der Einspritzsteuerung. Beim Tritt aufs Gaspedal reagiert der 6er so bestückt noch direkter. Das macht sich auch beim Verbrauch bemerkbar, verlangt er doch im WLTP-Zyklus gerade mal 5,3 Liter. Der 62-Liter-Tank reicht demnach für mehr als 1.100 Kilometer.

Nichts zu nörgeln haben wir beim Fahrwerk, welches mit dem Antriebskomfort problemlos Schritt hält. Selbst schlechten Straßen begegnet es lässig. Applaus verdient auch die knackig parierende 6-Gang-Schaltung, welche stets die richtige Gasse findet. Und nicht zuletzt hat Mazda in den 6er auch das so genannte G-Vectoring-Control (GVC) implantiert, ein System, das Handling und Fahrdynamik gleichermaßen verbessert und so mit mehr Lenkpräzision, Stabilität und Komfort noch mehr zum Mazda typischen "Jinba ittai"-Gefühl (der Einheit von Ross und Reiter) beiträgt.

Serienmäßig ist so gut wie alles Denkbare für den Komfort drin und dran. An Bord werkelt, wacht und kontrolliert zudem eine ganze Chip-Armee über die Technik und den Komfort, sorgt auch für Sicherheit diesseits physikalischer Grenzen. Schwachpunkte fanden wir bei unserer Ausfahrt nur wenige. Als Minuspunkte notieren wir die zu indirekte Lenkung, den hohen Wendekreis und die spürbare Empfindlichkeit bei Spurrillen.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Mazda6 Limousine

Mazda6 Skyactiv-D

184 i-Loop

Motor: 2,2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, 184 PS, Sechsgang-Getriebe, Frontantrieb

0 - 100 km/h: 8,5 Sekunden

Spitze: 227 km/h

Verbrauch: 5,3 Liter Diesel

CO²-Wert: 140 g/km

Kofferraum: 480 Liter

Preis: ab 40.090 Euro

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