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Renault Clio TCe 100
Adrett gestylt und technisch fit

05.05.2020, 09:15 Uhr
Kleinwagen des B-Segments sind bei den Zulassungen hierzulande mit rund 14 Prozent nach wir noch eine beachtliche Größe. Dazu trägt immer noch der Renault Clio sein Scherflein bei, der vor knapp einem halben Jahr in der 5. Generation in die Verkaufsräume rollte. Allein im Vorjahr konnte die Marke in Deutschland von dem Neuling und seinem Vorgänger 23.400 Autos absetzen. Insgesamt lieferte Renault von dem Clio seit 1990 weltweit rund 15 Millionen Exemplare aus. Eine stolze Zahl, die aber auch verpflichtet. Damit sich die Erfolgsgeschichte fortsetzt, haben die Gallier den Kleinen mit noch mehr Frische, Anmut und verschiedensten aktuellen Innovationen versehen. Wir haben den Clio mit 100-PS-Dreizylinder ausprobiert.

Kann man nach dem bisherigen, durchaus gelungenen Clio eine noch attraktivere Variante draufsetzen? Man kann. Außen bedurfte es beim Design nicht allzu großer Änderungen, gilt doch der Vorgänger noch lange nicht als altbacken, sondern ist nach wie vor eine mutig gestylte automobile Schönheit. Es war also nur ein wenig äußeres Anderssein nötig, um die Kundschaft weiterhin zu begeistern. Jedoch ist das kein Ruhekissen, denn die Wettbewerber liegen zu Hauf auf der Lauer und werden immer mehr. Gab es 1990 für die 1. Generation kaum Kontrahenten für den Gallier, so muss sich die 5. Generation nun gegen Dutzende behaupten.

Doch, voila! Mit seinem deutlichen Mehr an Charisma dürfte das für den jüngsten Clio kein Problem sein. Uns gefällt, wie gekonnt sich die Hülle um die Räder spannt und wie ausgewogen die Proportionen sind. Auffällig ist vor allem die markante Front mit den serienmäßigen LED-Scheinwerfern sowie dem großen in Chrom verpackten und schwarz umrandeten Rhombus-Logo. Pfiffig: Bei dem ausschließlich als Fünftürer daherkommenden Franzosen sind wie beim Vorgänger die Fond-Einstiegsgriffe in den C-Säulen versteckt.

Der Clio steht auf der neu entwickelten modularen CMF-B-Plattform. Ihr Vorteil: Sie ist nicht nur rund 50 Kilo leichter ist als beim Vorgänger, sondern bietet dank eines großen Radstandes (2,58 Meter) vor allem mehr Knieraum im Fond. Überhaupt darf man mit dem Platzangebot für die Insassen zufrieden sein. Und dass, obwohl der Franzose in der Länge sogar um einen Zentimeter auf 4,05 Meter schrumpfte.

Leider hat der Fahrer nach hinten eine schlechte Rundumsicht. Eine Rückfahrkamera gibt es für die Experience-Ausstattung leider nicht für Geld und gute Worte, sondern nur eine hintere Einparkhilfe (im Easy-Paket) für 350 Euro Aufpreis. Und wenn wir schon beim Nörgeln sind: Innen viel Hightech, doch auf den Dach  prangt noch eine Stabantenne aus alten Zeiten. Das passt nicht.

Chapeau hingegen für das Gepäckabteil: Stattliche 391 Liter kann der Franzose jetzt buckeln – Bestwert in seiner Klasse! Allerdings muss alles über eine fast 80 Zentimeter hohe Ladekante gehievt werden, was laut Renault der Sicherheit geschuldet ist.

Und sonst? Da können wir dem Filou beim Interieur und den Sitzen insgesamt eine hochwertige Anmutung bescheinigen, denn Materialien und Verarbeitung machen einen guten Eindruck. Im Cockpit gibt es angenehm weiche Materialien und viel Chrom-Zierrat. Ordert der Käufer die 100-PS-Variante gleich in der Intense-Ausstattung (ab 18.190 Euro), dann kann er für nochmals 1.200 Euro extra auf einen hochkant platzierten Touchscreen in Tablet-Form schauen, dessen Bildschirm sogar 9,3 Zoll groß ist.

Entsprechend übersichtlich ist das Bedienfeld für verschiedenste Anbindungen. An Bord sind dann gleich noch das Online-Mediasystem Easy-Link samt-Smartphone-Integration mit Navi. Darunter befinden sich die Drehknöpfe der Klimaanlage, die sich nun leichter bedienen lassen. Das jetzt kleinere Lenkrad hat einen breiteren Lenkradkranz mit Daumenauflage und ist höhen- und längsverstellbar. Das Radio wird übrigens weiterhin traditionell am Satelliten hinter dem Lenkrad bedient.

Und der Motor? Spritzig und ohne große Vibrationen verrichtet der Dreizylinder-Turbo sein Tagwerk (160 Nm), dreht flott und unangestrengt hoch, ist aber leider nur mit einem Fünfganggetriebe verbandelt. Mit der direkten Lenkung lässt er sich erfreulich exakt zu Richtungsänderungen bewegen. Obendrein bleibt es im Innenraum meist leise. Dazu tragen aufwändige Isolierungen u. a. an Türen und Fenstern bei, Modifikationen am Antriebsstrang sowie ein windgeräuschreduzierender Film auf der Windschutzscheibe.

Rumpeln und Stolpern über Querfugen und Straßenschäden? Von wegen! Die Federung fängt die meisten Erschütterungen gekonnt ab und rüttelt die Passagiere selten durch. Auch schnell gefahrene Kurven sind kein Problem.

Neben verschiedensten technischen Extras hält Renault für den Clio zahlreiche Assistenzsysteme bereit, beispielsweise elektronische Helferlein für die Notbremsung, das Spurhalten oder die Verkehrszeichenerkennung.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Renault Clio TCe 100

Renault Clio TCe 100

Experience

Motor: 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, 100 PS

0 - 100 km/h: 11,8 Sek.

Spitze: 187 km/h

Verbrauch: 4,4 Liter Super

CO²-Wert: 100 g/km

Kofferraum: 391 bis 1178 l

Preis: ab 16.440 Euro

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