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Toyota Corolla 2.0 Hybrid
Neues Design und mehr Emotionen

29.05.2020, 16:04 Uhr
Frankfurt (Oder) Als Toyota 2007 europaweit alle Corolla-Fließheck-Modelle und Kombis europaweit auf den Namen Auris taufte, glaubten die Japaner mit dem vermeintlich modernen Namen (abgeleitet vom lateinischen Aurum, was für Gold steht) den Kompakten einen neuen Schub zu verordnen. Doch das klappte nicht. Die meisten Varianten gerieten merkwürdig seelenlos und schürten bei der Kundschaft kaum Emotionen. Also kehrte man zurück zum ursprünglichen Namen, verpasste dem Corolla gleich noch ein völlig neues Design und zu dem Mehr an Emotion gibt es den Corolla auch gleich noch mit technisch verbesserten Greencar-Antrieben. Der Märkische Markt hat sich im Test für den Fünftürer mit Hybrid und 180 PS Systemleistung entschieden.

Bei der Verpackung hat der kompakte 4,37 Meter lange Fünftürer seine einstige Biederkeit komplett abgelegt und glänzt mit Sportivität und Lifestyle. Vorn kokettiert der Teilzeit-Stromer neben dem prominenten Grill mit einer durchgestylten Frontschürze samt extrem spitz zulaufenden Scheinwerfern. Die Silhouette hat Toyota kraftvoll modelliert, passend dazu gibt es ein muskulöses Heck. Freilich haben wir Deutsche beim Design meist unsere ganz eigenen Vorstellungen. So wird manchem das Outfit gefallen, anderen vielleicht nicht. Ist eben alles Geschmackssache.

Toyota hat sich jedenfalls viel Mühe gegeben, auch innen. Hier haben die meisten der Plastikflächen einen hochwertig aufgeschäumten Bezug, elegante Ziernähte und frische Farben. Die komfortablen Sitze sind prima langstreckentauglich, allerdings vorn etwas umständlich einstellbar. Die Instrumente hinter dem Lenkrad sind übersichtlich und auch das mittige Armaturenbrett samt 8-Zoll-Touchsreen gefällt. Das intuitiv bedienbare Display lässt sich verschieden aufteilen und Infos zu Hybrid, Verbrauch oder Navi (kostet Aufpreis) sind gleichzeitig sichtbar. Allerdings wirkt der Monitor etwas wuchtig und beeinträchtigt das Raumgefühl.

Und auch das Gepäckabteil ist mit 313 bis 1052 Litern kein Raumwunder. Wenigstens ist es dank der weit aufschwingenden Klappe und der auch nach Umlegen der Rücksitzlehnen durchgängig ebenen Fläche gut zu beladen.

Für die satte Power sorgt ein laufruhiger Zweiliter-Ottomotor mit 153 PS. Er kooperiert mit einem 650-V-Elektromotor, der von einer Nickel-Metallhydrid-Batterie mit Strom versorgt wird und 109 PS bereitstellt Insgesamt liegt die Systemleistung bei 180 PS (192 Nm). Wir starten. Der Automatikhebel muss nur noch auf "D" gerückt werden und los geht’s. Geradezu lautlos setzt sich der Teil-Elektriker in Bewegung. Zum Summen des reinen Elektroantriebs gesellen sich kaum andere Töne. Denn Toyota hat ihm auch bei hohen Geschwindigkeiten fast alle anderen Geräusche von außen abgewöhnt. Einzig bei hohen Geschwindigkeiten und Drehzahlen ab 3000 Touren, also wenn nur noch der Benziner regiert, dröhnt der Vierzylinder trotz optimierter Geräuschdämmung wenig charmant in den Innenraum. In agilen 7,9 Sekunden ist er auf Tempo 100, als Spitze sind 180 km/h möglich. Rein elektrisch geht es bis maximal 115 km/h. Die Batterie reicht zudem nur für knapp zwei Kilometer. Ist der Akku leer, reagiert jedoch die Technik blitzschnell und schaltet auf Benzin um. Parallel dazu erholt sich die Batterie meist recht schnell. Denn beim Bremsen, im Schiebebetrieb oder beim Anhalten arbeitet der Elektroantrieb als Generator, wandelt dabei ständig die kinetische Energie in Elektroenergie um. Die Akku-Zellen müssen daher nie an der Dose aufgeladen werden.

In der Praxis ist zwischen beiden Triebwerken eine gute Teamarbeit angesagt. Und das mit dem Antrieb verbandelte stufenlose Planetengetriebe ist bemüht, Drehzahl und Drehmoment richtig zu ordnen. Von der Betriebsamkeit merken die Insassen indes nichts. Sie können das Spiel der Kräfte und die Energieflüsse aber auf dem Monitor beobachten. Für mehr Fahrkomfort schraubten die Techniker dem Corolla verschiedenste Änderungen unter die Haube, um die Agilität zu verbessern. Sein Leergewicht kaschiert der Kompakte durch den niedrigen Schwerpunkt des Akku. Auch wenn das Fahrwerk durchaus straff abgestimmt ist, werden die meisten Bodenwellen gekonnt weggebügelt. Alles in allem ist der Hybrid-Corolla zwar kein Tipp für eilige Langstreckenfahrer, auf Fahrspaß muss man dennoch nicht verzichten.

Und ordentlich ausgestattet ist der Japaner auch. Zur Serie gehören beim ab 29.290 Euro erhältlichen Kompakten Made in Nippon u. a. Klimaautomatik, LED-Leuchten, Audio-Anlage mit USB, Notbrems-Spurhalte-, Verkehrszeichen- und Stauassistent. Rückfahrkamera, beheizbares Lederlenkrad, adaptiver Tempomat, Start schlüssellos, 16-Zoll-Aluräder.

Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Toyota Corolla 2.0 Hybrid

Toyota Corolla 2.0 Hybrid

Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 153 PS und ein Elektro-Motor mit 109 PS, Systemleistung 180 PS, Einstufen-Planetengetriebe, Frontantrieb

0 - 100 km/h: 7,9 Sekunden

Spitze: 180 km/h

Verbrauch: 3,9 Liter Super

CO²-Wert: 89 g/km

Kofferraum: 313 bis 1.024 l

Preis: ab 29.290 Euro

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