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Katharina Kunzmann
Ab in die Federn und Augen zu

Schläft für ihr Leben gern: Katharina Kunzmann aus München. Mit ihren Buch "Ab ins Bett" landete sie einen großen Erfolg.
Schläft für ihr Leben gern: Katharina Kunzmann aus München. Mit ihren Buch "Ab ins Bett" landete sie einen großen Erfolg. © Foto: Jens Mauritz
Jens Rümmler / 11.06.2018, 18:22 Uhr
Frankfurt (Oder) (Mäso) Die Einen müssen dienstbedingt schon frühmorgens um 3 Uhr aus den Federn. Andere pennen bis in die Puppen. Der Eine schläft sofort und wie ein Stein ein, andere grübeln noch stundenlang, ehe sie sich ins Traumland verabschieden. Über das Thema Schlaf zu philosophieren, dürfte unerschöpflich sein. Doch Journalistin Katharina Kunzmann ist mit ihrem Buch "Ab ins Bett!" (Goldmann) eine fundierte wie amüsante Lektüre gelungen.

Die Münchnerin geht den Dingen auf den Grund - mit Expertenrat und Augenzwinkern. Ein Jahr hat sie zum Thema recherchiert. Welche Schlaftypen gibt es? Was hilft bei Schlafstörungen? Was passiert überhaupt nachts mit uns? Tipps und Tricks rund um den Schlaf haben nicht nur Service-Charakter. Katharina Kunzmann verrät auf rund 270 Seiten auch viel über sich selbst. Damit habe sie auch gar kein Problem - als bekennende Schlafmütze. Die Buchautorin berichtet u.a. vom besten Zeitpunkt ins Bett zu gehen, aber auch von Alkoholkonsum vorm Schlafen und unruhigen Vollmondnächten.

Schon im Kindergarten entdeckte die Bayerin ihre (Schlaf-) Leidenschaft. Wenn sich andere Kinder noch unter Getöse, Tränen und viel Lärm gegen das Mittagsschläfchen wehrten, horchte die kleine Katharina schon längst an der Matratze. "Ich konnte und wollte überall ein Nickerchen machen. Heute, 20 Jahre später, habe ich noch immer ein enormes Ruhebedürfnis. Aus Angst, mit mir könnte etwas nicht stimmen, war ich sogar beim Arzt. Das Ergebnis: kerngesund, nur eben eine Schlafmütze."

Wenn am Wochenende Zeit bleibt, schläft die 26-Jährige schon mal locker zwölf Stunden am Stück. "Das ist aber nicht Rekord. Den habe ich nach einem Festival-Wochenende aufgestellt: Erst nach 16 Stunden bin ich wieder wach geworden, so k.o. war ich vom vielen Tanzen."

Apropos Wochenende: Dazu gehört für Katharina Kunzmann natürlich ein ausgedehntes Sonntagsfrühstück. Auf dem Tisch sollten Eier, Käse, Wurst, Marmelade, verschiedene Säfte und ein Milchkaffee nicht fehlen. "Dann darf es ruhig auch mal länger dauern. Ich sitze gern zwei, drei Stunden am Frühstückstisch und lasse die Zeit einfach mal Zeit sein. Wenn man zur Mittagszeit immer noch gemeinsam am Tisch sitzt, dann war das Sonntagsfrühstück perfekt", so die Autorin, die u.a. schon für "TV Spielfilm", "Das Haus" und "Playboy" schrieb.

Stimmt das Wetter, kann man Katharina Kunzmann am Wochenende an einem der zahlreichen schönen Gewässer rund um München, etwa am Starnberger See, treffen. "Ich fahre von München aus wahnsinnig gerne aufs Land. Besonders die vielen umliegenden Seen haben es mir angetan. Im Sommer liebe ich es, kurz plantschen zu gehen und mit Freunden zu grillen." Aber auch wenn es kälter wird, zieht es die freie Journalistin dem eigenen Bekunden nach raus in die Natur: "Ob Herbstspaziergänge oder Eislaufen - Hauptsache an der frischen Luft", schmunzelt die junge Frau, die auch einen erfolgreichen Blogg (www.diewillnurschlafen.de) betreibt. Und sie schätzt auch die Nähe zu den Bergen, selbst wenn sie sich selbst nicht als klassischen Wanderer bezeichnet. "Gemütlich schlendern ist mir lieber. Mit der Seilbahn hochfahren und in einer Hütte eine lecker Suppe schlürfen, ist genau mein Ding."

In Brandenburg war sie den eigenen Worten nach noch nicht so oft. Potsdam schätzt sie aber sehr. "Eine wirklich schöne Stadt. Am besten gefällt mir Potsdam im Herbst, wenn man durch einen der vielen bunten Hofgärten schlendern kann." Besucht sie Berlin, sind für Kunzmann zwei Dinge Pflicht: "Auf einen Flohmarkt gehen und sich durch Kunst, Krempel und Kurioses wühlen. Und ein Bier mit Blick auf die Spree genießen. In welchem Kiez genau, ist fast zweitrangig", sagt die junge Schreiberin, die noch bis Oktober 2017 an der Burda-Journalistenschule lernte. In der Bundeshauptstadt gebe es für sie bei jedem Besuch etwas Neues zu entdecken.

Doch noch einmal zurück zum großen Ruhebedürfnis der Katharina Kunzmann, die sich selbst als "Eule", also als einen Nachtmenschen, bezeichnet. Wirklich müde werde sie erst gegen 1 Uhr nachts. "Wenn der Wecker nicht klingelt, stehe ich am nächsten Morgen gegen 9 oder 10 Uhr auf und bin am Vormittag sehr produktiv. Mein erstes Tief habe ich gegen 15 Uhr - gerne mache ich dann ein kurzes Nickerchen. Danach gehts wieder bergauf. Nach dem Abendessen, also gegen 20 Uhr, habe ich noch einmal ein Hoch und kann total konzentriert arbeiten."

Als ausgeglichene "Nachteule" verkrafte sie kurze Nächte viel besser als Menschen, die dauerhaft zu wenig schlafen. "Dennoch fühle ich mich danach schlapp und bin unkonzentriert. Dann hilft bei mir am besten frische Luft. Einmal um den Block gehen ist einfach, aber ein gutes Mittel gegen Schläfrigkeit." Früher wurde sie von Verwandten und Bekannten für ihren ausgeprägten Hang zum Schlaf belächelt. "Inzwischen ist das aber anders. Meine Freunde und die Familie haben mein hohes Schlafbedürfnis akzeptiert. Und insgesamt lasse ich mir heute auch, wenn möglich, nicht mehr reinreden. Ich schlafe eben genauso viel, wie ich will und muss. Und noch etwas hat sich entwickelt: Inzwischen fangen einige meiner Freunde an, sich mehr Gedanken über ihre Nachtruhe zu machen. Schlafmütze sein ist offensichtlich ansteckend."

Dann holt Katharina Kunzmann noch mal zu einem kleinen Exkurs zum Thema Schlaf aus: Im Schlaf würden wir entspannen, Kraft tanken, fitter und klüger werden, erklärt sie. Schlaf sei somit die schönste Sache der Welt, die ultimative Detox-Kur und das Bett eine Insel der Entschleunigung.

Der Reporter kann "Ab ins Bett!" wärmstens empfehlen. Die kurzweilige Lektüre nimmt Leser mit auf einen traumhaften Streifzug durch die Welt des Schlafes. Geklärt wird übrigens auch, wie blinde Menschen träumen, welche Pflanzen ins Schlafzimmer gehören und weshalb Ausgeschlafene besser im Bett sind. Resümee von Schlafbloggerin Katharina Kunzmann, die Soziologie und Philosophie studierte: "Freunde der Nacht, nicht in den Club heute Abend, sondern rein in die Federn und Augen zu." Wir werden es zumindest mal versuchen, liebe Katharina Kunzmann.

Na dann, gute Nacht!

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