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Nike Fuhrmann
Eine Münchnerin, die sich in Möwengeschrei verliebte

Eine Münchnerin in Wismar: Nike Fuhrmann
Eine Münchnerin in Wismar: Nike Fuhrmann © Foto: Alexander Hörbe
Jens Rümmler / 13.06.2018, 12:27 Uhr
Berlin (Mäso) Sie stand schon auf der Bühne des Staatstheaters Braunschweig und überzeugte in ihrer Rolle beim ZDF-"Bergdoktor". Nicht nur Männerherzen erobert die bildschöne Darstellerin Nike Fuhrmann im Sturm. Auch Serienfans sind hin und weg, wenn die Wahl-Berlinerin wieder in der WDR-Reihe "Phoenixsee" oder "Arme Millionäre" über den Bildschirm flimmert. Serien haben es auch der Schauspielerin selbst angetan, wie Nike Fuhrmann im Gespräch mit dem Märkischen Sonntag verrät: "Mir ging es schon als Kind so, dass ich das letzte Kapitel eines Romans besonders langsam las, damit das Buch nicht so schnell endet. Mit einer Serie ist es doch ähnlich: Da sie nicht gleich endet, kann man lange mit den Charakteren und deren Welt Zeit verbringen", sprudelt es aus der gebürtigen Münchnerin heraus. Bei Serien liebe sie deshalb vom Krimi über die Gerichtsserie bis hin zur Familienserie so ziemlich alles.

Dies habe sich wiederum auf die eigene Schauspielerei übertragen, bei der Nike Fuhrmann u.a. Serien favorisiert: "In Serien habe ich die Chance, meine Rolle über einen längeren Zeitraum und in unterschiedlichsten Situationen kennenzulernen", erklärt die 43-Jährige. Dabei steht sie besonders auf Krimis. Kein Wunder also, dass Nike Furmann schon in "Der Kriminalist" und "Soko Leipzig" spielte. Ihr jüngster Coup ist die neue Rolle als Kriminalhauptkommissarin Karoline Jost in der "Soko Wismar", in der sie seit einigen Monaten zu sehen ist. Durch den Dreh in der Hansestadt habe sie die Ostsee, aber auch den Osten überhaupt, erst so richtig kennengelernt - und sich als Münchnerin unsterblich in die Gegend verliebt. "Ich finde Wismar bezaubernd, besonders die wunderschöne Altstadt. Aufwachen mit Blick aufs Meer sowie Möwengeschrei sind etwas Besonderes", schwärmt die gefragte Mimin, deren Familie sie häufig während der Drehs besucht. Als gebürtige Bayerin fuhr sie früher in den Ferien eher nach Österreich. Jetzt erkundete sie aber auch schon Usedom, Heiligendamm und Warnemünde.

Mit den Norddeutschen könne sie dem eigenen Bekunden nach sehr gut. "Mit dem trockenen Humor hier komme ich besser klar als mit der Berliner Schnauze. Ich bin da, glaub' ich, ein bisschen zu bayerisch gemütlich. Die besten Erwiderungen

fallen mir meistens erst zwei Stunden später ein", erklärt die Mutter von zwei Kindern. Die Wismarer seien dagegen sehr herzlich und hätten sie offen aufgenommen.

Aber auch Brandenburg habe sie ins Herz geschlossen, wie Nike Fuhrmann betont. Seit zehn Jahren lebe sie sogar zeitweise in einer Landkommune in der Märkischen Schweiz: "Da fahr' ich hin, lauf' durch die Wälder und kriege den Kopf frei." Oft fuhrwerke sie hier mit Freunden durch einen Garten, kocht und tafelt mit Menschen, die ihr nahestehen. Mit Hauptwohnsitz ist die Darstellerin aber schon seit ein paar Jahren im pulsierenden Berliner Friedrichshain angemeldet. Im Herzen sei sie allerdings Kreuzbergerin, wegen der tollen Bars, Cafés und Läden. Eine Zeitlang lebte sie sogar in dem schrillen Stadtbezirk.

Zu Brandenburg fällt ihr noch ein, dass auch hier ein Teil der "Soko Wismar" gedreht wird. Viel sei man im Potsdamer Umland unterwegs, weil es hier viel Backsteinarchitektur gibt, die den Bauten im Norden ähnelt. Die Innenaufnahmen für das "Soko"-Revier würden wiederum in einem Studio in Berlin-Adlershof abgedreht.

Ihr "Sonntagsfrühstück" finde an freien Drehtagen meist in Berlin statt. "Dann liebe ich Milchkaffee mit einem Laugencroissant vom Biobäcker. Wenn ich dagegen drehe, mixe ich mir morgens immer einen Smoothie. Meine Lieblingsmischung besteht aus Himbeere, Rote Bete und Ingwer."

Für Hobbys bleibe aktuell wenig Zeit. Vor der neuen "Soko"-Staffel besuchte die Schauspielerin oft eine Kletterhalle oder unternahm mit Freundinnen Kletterreisen. Auch Bergsteigen zählt zu den Freizeitaktivitäten, wenn beruflich weniger los. "Aber Zeit für Yoga und Lesen finde ich immer", sagt Nike Fuhrmann mit Nachdruck.

Ihre größte Leidenschaft sei aber schon lange die Schauspielerei. "Mich hat schon immer Vieles interessiert. Ich hätte mir daher auch vorstellen können, Kamerafrau zu werden oder in Italien Schuhmacher zu lernen oder als Yogalehrerin nach Spanien auszuwandern. Die Schauspielerei faszinierte mich aber schon nach meinen ersten Erfahrungen im Schultheater. Wir hatten dort eine fantastische Theaterlehrerin - eine professionelle Schauspielerin - bei der ich die Lysistrata spielen durfte und die mich ermunterte, die Gegenden jenseits meiner Komfortzone zu erkunden. Deshalb liebe ich auch meine Kollegen so: Wir sind alle so verrückt, dass wir gerne da hinspüren, wo's für uns ziemlich unbequem wird."

Das gelte selbstverständlich auch für die "Soko Wismar", bei der Nike Fuhrmann den eigenen Worten nach vieles reizt: "Es gibt zwischen uns als Ermittler und den Beteiligten an dem Fall sehr schnell eine große Intimität, weil so ein Mordfall ja meist mit großen Gefühlen zu tun hat, mit verwickelten Beziehungsstrukturen, die wir Menschen im Normalfall nur mit vertrauten Personen besprechen würden. Da kann ich als Kommissarin einen Raum aufmachen, in dem mein Gegenüber Sachen ansprechen darf, die er vielleicht noch nie gesagt hat. Oder ich drücke zusammen mit den Kollegen die psychologischen Knöpfe und die Leute offenbaren, was sie umtreibt. Dann macht es natürlich auch großen Spaß, Räuber und Gendarm zu spielen. Und mit der professionellen Beratung unserer echten Polizisten am Set Leute zu entwaffnen oder Türen einzutreten. Da lerne ich immer wieder was Neues", erklärt die TV-Kommissarin.

Apropos Neuigkeiten - die gibt es auch von Nike Fuhrmann: Momentan läuft auf RTL "Jenny echt gerecht", bei der die Mimin "Richterin Laura" spielt, die den Hauptdarstellern im Gerichtssaal ordentlich zusetzt. Im Sommer dreht die Berlinerin für den Westdeutschen Rundfunk eine zweite Staffel der Serie "Phoenixsee" (die erste Staffel ist noch auf Netflix zu sehen). "Und dann sind wir natürlich schon wieder dabei, neue Folgen für die Soko Wismar zu drehen."

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