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Markus Ertelt
Meine Traumrolle: Bösewicht bei James Bond

MOZ / 28.05.2019, 16:50 Uhr - Aktualisiert 02.07.2019, 16:26
Frankfurt (Oder) Von Jens Rümmler

2016 übernahm er als erster Deutscher die Hauptrolle in einem indischen Bollywoodfilm. Im RTL-Format "Showdown – Die Wüsten-Challenge" kämpfte er sich durch die spanische Sierra Nevada. Bekannt ist der Mime aber auch vom ARD-"Tatort" oder aus der ZDF-Serie "Bergdoktor". Der Name Markus Ertelt ist vielleicht noch nicht jedem geläufig. Gesehen hat man ihn im Kino und im Fernsehen aber schon oft. Der gebürtige Stuttgarter ist Schauspieler, Extremsportler und Familienvater in einem. Als Cheforganisator von Europas härtestem Hindernislauf "Gettingtough the Race" im thüringischen Rudolstadt sorgte er aber auch schon für Aufsehen. "Ich liebe Abwechslung und das Überschreiten von Grenzen. Man lernt, hartnäckig und konsequent zu bleiben, profitiert davon beruflich und privat", so der kraftstrotzende Darsteller.

Doch hinter jedem starken Mann steht bekanntlich eine starke Frau: Bei Markus Ertelt sind es gleich drei! So freuen sich neben Gattin Nuray auch seine Zwillinge Elin und Mina, wenn der Schauspieler und Sportler nach Dreharbeiten, Stunts oder Sportevents nach Hause kommt. Familie ist Papa Markus wichtig, wie er sagt. Nicht nur, weil er die Geburt der beiden Mädchen verpasste. Elin und Mina kamen vier Wochen vorm errechneten Termin auf die Welt. "Da war ich gerade in Amerika."

Fühlt sich der Schwabe denn nun mehr als Schauspieler oder als Sportsmann? "Ich bin in erster Linie Schauspieler. Im Idealfall kann ich aber beides kombinieren, muss mir für actiongeladene Rollen nichts antrainieren, sondern bringe das von Hause aus mit", so Ertelt. Der durfte in Indien als russischer Schurke die Hauptrolle im Actionfilm "Shivaay" übernehmen. "Der Bösewicht in einem James-Bond-Streifen wäre eine weitere Traumrolle", bekennt der Darsteller. Zeit für Müßiggang bleibt da kaum: "Hin und wieder kommt das mal vor, aber eher selten. Ich habe einfach zu viele Ideen und Projekte, die mir kaum Ruhe lassen. Dazu kommt: Ich bin auch etwas chaotisch und mache viele Dinge gleichzeitig, auch wenn ich mir immer wieder vornehme, alles etwas geordneter zu machen", lächelt der 39-Jährige.

Das immense Pensum zu meistern, sei eine Frage der Tagesplanung. "Mit einer frühen Tasse Kaffee beginne ich, dann folgt meist gegen 5.30 Uhr mein Sport. So komme ich direkt gut in den Tag und habe Zeit für die restlichen Dinge des Lebens." Da passt es, dass der schauspielernde Sportler mit wenig Schlaf auskommt. Der sei für ihn purer Luxus. "Der beste Schläfer war ich nie. Schon als Kind war ich meistens der Letzte, der ins Bett ging und der Erste, der wieder auf war. Da ist einfach ein gewisser Tatendrang, der mich wohl nicht lange schlafen lässt", mutmaßt Markus Ertelt.

Sein Sonntagsfrühstück ähnelt dem seines Montags- oder Dienstagsfrühstück, wie Ertelt sagt. "Mit dem Unterschied, dass es sonntags ein komplettes Familienfrühstück mit den Kindern ist." Zum Morgenmahl gehören Obst, Eier, Tomaten und Brot. "Ich esse dann so viel, dass ich tagsüber keinen Hunger mehr habe. Zwischen 18 und 19 Uhr gibt es Abendessen mit meiner Frau und meinen Kindern. Wir kochen fast immer selbst und möglichst frisch", gibt Markus Ertelt einen kleinen Einblick in seinen Tages-Speiseplan. Junkfood und Fertiggerichte gebe es so gut wie nie. Auch Süßkram findet man bei Ertelts eher selten. "Für ein gutes Stückchen Kuchen bin ich allerdings immer zu haben", lacht er. Zu trinken gibt es seinen Angaben nach fast ausschließlich Wasser und Kaffee. Die Kinder lieben dagegen Apfelschorle. Zu Weihnachten dürfen es aber auch gern mal Ente mit Knödeln und andere schwere Gerichte sein. Wer viel Sport treibt, verbrenne schließlich auch viel. In Maßen sei fast alles erlaubt.

Mit Brandenburg kennt sich Markus Ertelt nicht so gut aus. Das merkt man dem Extremsportler an. Dabei wäre er um ein Haar mal in die Potsdamer Region gezogen. "Meine Frau und ich spielten vor ein paar Jahren tatsächlich mit dem Gedanken, Richtung Potsdam zu ziehen. Wir hatten uns auch schon einige Häuser in der Gegend angesehen. Potsdam bietet einfach viel, nicht nur beruflich. Wir sind auch gerne und oft an der Ostsee und so wären die Wege etwas kürzer geworden", ist zu erfahren. Doch die Kinder sowie die Nähe zu den Schwiegereltern und Eltern bewogen die Familie, im Raum Stuttgart zu bleiben. Von seiner Heimatstadt schwärmt der Familienvater: "Wir haben eine tolle Innenstadt mit einer großartigen Fußgängerzone und viele gute Restaurants. Die Stadt ist relativ sauber - ab einem gewissen Alter schätzt man das. Man ist auch rasch im Ländlichen und unser kleiner Flughafen bietet viele Flugziele." Hin und wieder besucht Markus Ertelt auch Berlin. Hier leben seine zwei Brüder und eine der Schwestern. Steglitz gefällt ihm besonders gut.

Im Osten Deutschlands ist ihm Thüringen besonders ans Herz gewachsen. "Schuld" daran sei sein Kumpel und Geschäftspartner Michael Kalinowski, ein Rudolstädter. "Als wir mit den Planungen für einen Hindernislauf begannen, waren wir uns relativ schnell einig: Rudolstadt ist der richtige Ort. Berge, Wasser, Festplatz und eine Stadt, die voll und ganz hinter unserem Projekt steht. Das ist viel Wert und auch der Grund, warum wir Rudolstadt bis heute treu blieben." Alles fing hier mal mit einem ehrenamtlichen Verein an. Inzwischen erleben bis zu 5000 Zuschauer den Startschuss in Rudolstadt. Auf den ersten 150 Metern steuern alle ein "Kriechhindernis" an. Später müssen die Läufer laut Ertelt riesige Traktorreifen in der Saale überwinden. Und das im Winter!

Bleibt die Frage, wie der Tausendsassa überhaupt zu Sport und Film kam? "Das fing schon in meiner Jugend mit Leichtathletik an. Ich wollte immer mit meinen beiden älteren Brüdern mithalten. Mit 15 Jahren ging es mit Taekwondo und Kickboxen weiter. 2002 kam mit dem ‚ExtremMan‘ mein erster Hindernislauf", blickt Markus Ertelt zurück. Mit beinahe 40 Jahren gehöre er noch immer zu den besten Hindernisläufern Deutschlands. "Darauf bin ich stolz und das soll auch noch eine Weile so bleiben." Schauspieler wollte der Sportler aber auch schon früh werden. "Bereits seit der vierten Klasse stand für mich nach einigen Schultheateraufführungen fest: Schauspieler, das wäre mein Ding." Nach seinem Schulabschluss, einem USA-Aufenthalt und der Ausbildung an der Akademie für Darstellende Kunst in Ulm eroberte er zunächst die Theaterbühne, ehe er in diversen Fernseh-, Werbe- und Kinoproduktionen mitwirkte.

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