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Stephanie Fischer
Melke eine Kuh und genieße die Berge

30.09.2019, 16:08 Uhr - Aktualisiert 30.09.2019, 16:44
Frankfurt (Oder) Von Jens Rümmler

Wandern durchs Wimbachtal, wandern am Watzmann, Klasse-Blicke am Königsee, aber auch frieren am Funtensee. Dazu München, Murnau oder Bamberg. Bayern hat unzählige schöne Ecken. Einige der Top-Hotspots listet Stephanie Fischer jetzt in ihrem Ratgeber "Bayern ohne Geld – 101 großartige Dinge, die Du in Bayern kostenlos erleben kannst" (Riva Verlag) auf.

Um es vorweg zu nehmen: Dieses Büchlein ist ein Schatz. Das Buchcover wirkt zwar etwas einfallslos. Doch im Innenteil sprudelt Autorin Stephanie Fischer nur so vor Ideen für den nächsten Bayern-Trip. Für die Ausflüge müssen Gäste – abgesehen von der Anreise – keinen müden Euro ausgeben. Fischers 142-seitiges, reich bebildertes Werk ist aber auch horizonterweiternd. Mit dem "Steinernen Meer" oberhalb des Königsees geht es los: "Wer wissen möchte, wie es sich anfühlt, auf dem Mond zu stehen, sollte eine Wanderung durch das Steinerne Meer im Nationalpark Berchtesgaden machen. (...) Etwa ein Drittel der Fläche liegt höher als 2000 Meter. Durch die Höhenunterschiede im Plateau wirkt es an vielen Stellen, als sei man von den grauen Gesteinsmassen regelrecht eingeschlossen", schwärmt die Autorin. Dazu gibt sie Tipps zu Anreise und Wanderwegen.

Oder wussten Sie, dass Jeans-Erfinder Levi Strauss aus Bayern stammt? 1829 wurde er im fränkischen Buttenheim geboren. "Mit 18 Jahren wanderte er nach Amerika aus und sorgte dort mit seiner robusten, vernieteten Arbeitshose für Furore." Im Buttenheimer Geburtshaus zwischen Nürnberg und Bamberg dreht sich heute alles um Levi Strauss und die wohl berühmteste Hose der Geschichte. Stephanie Fischer würdigt aber auch den Aufstieg zum Predigtstuhl bei Bad Reichenhall – die Predigtstuhlbahn immer im Blick. Das seit 1928 fahrende Gefährt ist die älteste im Original erhaltene Großkabinenseilbahn der Welt.

An allen im Buch beschriebenen Orten war Stephanie Fischer übrigens nicht, wie die sympathische Münchenerin auf Nachfrage einräumt. "Da wäre ich vermutlich immer noch unterwegs", so die Chefin einer eigenen PR-Agentur. Dafür war sie privat an vielen Zielen mehrfach, etwa im verwunschenen Schacky Park in Dießen am Ammersee oder bei der Oldtimerrallye in Spalt. Viele Tipps fürs Buch kamen von Freunden und der Familie.

Natürlich spielen im handlichen Ratgeber auch eigene Lieblingsecken eine Rolle, u.a. der Tegernsee: "In der warmen Jahreszeit sitze ich hier am Steg, lasse die Füße im Wasser baumeln und gucke auf die Weite des Sees, in dem sich Berge spiegeln und um einen herum nichts als Ruhe herrscht." Diese Idylle sei Kontrast zum stressigen Agenturalltag. "Ich bin gefühlt ständig am Quatschen und Zuhören. Vermutlich genieße ich deshalb die Momente der Stille umso mehr", so die Mit-Dreißigerin, die im Buch auch Kuhmelken und Maßkrugstemmen empfiehlt.

Die Frage nach ihrem Lieblingsgipfel beantwortet die PR-Frau sofort: "Das ist die Brecherspitz, der Hausberg vom Schliersee." Der gigantische Blick von oben entschädige für die Mühen des Aufstiegs. "Grünsee, Spitzingsee und Schliersee liegen einem zu Füßen und die Sicht reicht bis München. Hoch oben wird einem bewusst, wie klein wir unten eigentlich sind. Und die Alltagsprobleme scheinen ganz weit weg." Die Lieblingsstadt? Das ist für Stephanie Fischer natürlich die bayerische Landeshauptstadt. Immerhin ist sie ein echtes "Münchner Kindl", geboren im Stadtviertel Sendling. Um so erstaunlicher ist das klare Hochdeutsch, das die Journalistin spricht. Die sieht München durchaus auch kritisch. Doch selbst die Stadt der Luxus-Shopper an der Maximilianstraße, der hohen Mieten und der "Schickeria" verspreche Lebensgenuss ohne Konsumzwang. "Wenn man versucht, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen, hält München viele kleine Fluchten parat. Für mich ist München vor allem Familie und Glück, gemütliches Beisammensein im Laimer Hirschgarten, spazieren durch den Nymphenburger Schlossgarten und ganz wichtig: die zugewandte Lässigkeit trotz bayerischem Grant."

Dass Fischers Sonntagsfrühstück in München stattfindet, versteht sich von selbst. Dann gibt’s vor allem frische Brezen und Semmeln. "Es geht herzhaft los, gern mit Leberkäs oder Paprikawurst." Wenn die Bayerin beim Einkauf unter der Woche an Eier dachte, kocht sie gern ein Frühstücksei. "Wachsweich ist es perfekt. Das kriege ich nicht immer hin, esse das Ei aber trotzdem." Was nie fehlen darf, ist Kaffee. "Ich bin ein echter Kaffeejunkie."

Die Frage nach Hobbys kann Stephanie Fischer leicht beantworten: "Ich lebe und liebe meinen PR-Job. Er ist meine Leidenschaft und verschwimmt mit meiner Freizeit." Viel bleibe davon nicht, wenn sie in der Woche Events, Promi-Partys oder Kinopremieren besucht. Dienst nach Vorschrift wäre nicht ihr Ding, lächelt Stephanie Fischer. "Ich weiß jede Veranstaltung und jedes Interview, das ich führen darf, zu schätzen. Und hey, es gibt Schlimmeres, als dienstlich den neuesten Kinofilm zu gucken." Bleibt Zeit, privat zu reisen, zieht es die Sonnenanbeterin nach Spanien, Portugal oder Griechenland.

Mit Stars und Sternchen der Münchner Szene ist sie über ihre Agenturarbeit auf Du und Du. Daraus entstanden Freundschaften, wie die zu den Schauspielern Teresa Klamert und Ben Blaskovic. Begonnen hat die Buchautorin aber mal ganz anders: mit einer Ausbildung zur Versicherungskauffrau. Glücklich wurde sie damit nicht. Die Lehre zur Verlagskauffrau passte da schon besser. Nach dem PR-Fernstudium fasste Stephanie Fischer in der Branche Fuß. Bereits 2004 jobbte die Schreiberin nebenberuflich für die Daily-Soap "Marienhof", bewerkstelligte u.a. Fantreffen.

Auf die letzte Frage des Reporters aus dem fernen Brandenburg gibt es eine überraschende Antwort. Es ist die Frage nach dem liebsten Skigebiet. "Sorry, da muss ich passen: Ich stand noch nie auf Skiern!" Überhaupt könne sie auf den Winter verzichten, lächelt Stephanie Fischer. Da lieber lässt sie an der Algarve mal alle Viere gerade sein.

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