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Sarah Alles
Ein gutes Frühstück ist für mich wie Benzin ...

29.11.2019, 16:29 Uhr
Frankfurt (Oder) Von Jens Rümmler

Ein strahlendes Lachen, aber auch klare Ansagen und der durchtrainierte Körper: Mit dieser Frau sollte man sich lieber nicht anlegen. Sarah Alles ist schließlich dreifache Berliner Karatemeisterin, Karate-Vizeweltmeisterin und langjähriges Mitglied im deutschen Bundeskader der Kampfsportart. Erst 2005 wechselte sie endgültig von der Karate- zur Schauspielkunst. Ein Schritt, den sie nie bereute. Schon als Kind gab es für Sarah Alles (die schwört, dass sie wirklich so heißt) nur zwei Möglichkeiten: "Ich wollte entweder Schauspielerin oder Prinzessin werden", lächelt die 32-Jährige. Keine zwei Jahrzehnte später verwirklichte sie sich die erste Traumvariante und zählt heute zu den gefragtesten Mimen des Landes.

Sarah Alles tanzt zudem Ballett, spricht Englisch, Französisch und Latein, spielt Saxophon und singt den eigenen Worten nach bei den Berliner "Gospel Friends". Es ist ein Pensum, das nur wenige bewältigen. Das alles habe aber nichts mit "Superfrau", sondern vor allem mit Disziplin und perfekter Planung zu tun.

Gerade war die Darstellerin in der Anwaltsserie "Beck is back" (RTL) zu sehen. Mitte des Jahres kam die amerikanische Produktion "Civil Twilight" in die US-Kinos. Gedreht wurde in der spektakulären und kalten Kulisse von Spitzbergen. "Das war ein unglaubliches Abenteuer, das ich kaum in Worte fassen kann. Als wäre dies nicht genug, spielte ich auch mit wunderbaren Kollegen, darunter Michael Weaver und Tim Griffin." Sarah Alles schwärmt vom grünen Polarlicht über Spitzbergen, aber auch vom ungewöhnlichen Casting vor dem Dreh. Relativ kurzfristig hatte sie eigenen Angaben nach über drei Ecken von einer vakanten Rolle in "Civil Twilight" gehört. Sarah Alles bewarb sich umgehend. Der US-Drehstab forderte quasi über Nacht drei improvisierte Vorsprech-Angebote. "Zu Hause baute ich kurzerhand ein Stativ auf, setzte mein Handy darauf und schlüpfte in drei Rollen." Wenige Stunden später erhielt Sarah Alles den Zuschlag.

Dass das nicht immer so funktioniert, räumt die gebürtige Berlinerin auf Nachfrage ein. Der Schauspielerberuf sei oft unstet. Warten auf Rollenangebote gehöre zum Job. "Mein persönliches Glück hängt aber nicht von einer Rolle im Film ab", betont die Darstellerin, die mit ihrem Ehemann, dem Magier Thimon von Berlepsch, im Prenzlauer Berg lebt.

Sarah Alles, die auch als Synchronsprecherin gut im Geschäft ist, verrät ihr Lebensmotto: "Vertraue dem Unbekannten!". Den Spruch ließ sie sich sogar auf den linken Oberarm tätowieren. "Man sollte immer versuchen, locker zu bleiben und Erfolgen nicht verbissen hinterherzurennen. Um so mehr man loslässt, um so eher kommen die Dinge auf einen zu", schildert die Künstlerin ihre Lebenserfahrung. Sie selbst sei oft dann am besten, wenn sie ganz gelassen bleibt.

Sarah Alles spricht im Interview mit unserer Zeitung sehr akzentuiert, zuweilen auch laut und gestenreich. Gern schweift sie vom Thema ab und philosophiert über das Leben. Die Gäste im Café an der Karl-Marx-Allee sind schon ganz Ohr. Hin und wieder nippt die Darstellerin aus "Ein Fall für zwei" am Kräutertee.

Ihr Sonntagsfrühstück steigt meist im heimischen "Prenz‘lberg", wie sie sagt: "Dann mixe ich mir ein Power-Müsli, das mich aufbaut: Chia-Samen, Haferflocken und Heidelbeeren dürfen nicht fehlen. Dazu gibt es Tee. Ein gutes Frühstück ist für mich wie Benzin, das mich antreibt. Und ich möchte möglichst gutes Benzin tanken", sagt die taffe Berlinerin. Ausnahmen würden die Regel bestätigen. Denn einer Wurst beim angesagten Imbiss "Curry 36" könne sie nicht widerstehen. "Der Ketchup dort ist einfach so geil. Ansonsten bin ich aber Vegetarierin", sagt Sarah Alles. Was vegetarische Restaurants und Läden anbetrifft, habe sie in Berlin die große Auswahl. Auf die Bundeshauptstadt lässt die Tochter einer Schwäbin und eines Iraners ohnehin nichts kommen. "Ich liebe Berlin: ob den Mauerpark und die dortigen Karaoke-Sessions, das schöne Maybachufer oder Wilmersdorf, wo ich aufwuchs." Berlin habe, ähnlich wie London, viele unterschiedliche Kieze.

In Brandenburg sei sie dagegen nicht so häufig unterwegs. Es sei denn, hier steigt wieder mal ein Filmdreh. Ihre allererste wichtige Rolle hatte sie in den Studios Babelsberg, in der Telenovela "Tessa – Leben für die Liebe". Viel zu selten schaffe sie es privat ins Märkische, seufzt Sarah Alles. Die zählt Simone Thomalla und Marianne Sägebrecht, mit denen sie auch schon vor der Kamera stand, zu ihren liebsten Kolleginnen. "Beide sind nicht nur tolle Schauspielerinnen, sondern auch extrem angenehme Menschen", hebt die Mimin hervor.

Am oft aufreibenden Filmjob gefalle ihr, "dass er Horizonte erweitert". Im Filmspiel könne sie "Empathie trainieren" und sich neue Gedankenwelten erschließen. "Am spannendsten sind für mich dabei Rollen, die von mir selbst, also von meinem eigenen Wesen, sehr entfernt sind." Die zu spielen, gelingt Sarah Alles nun schon seit 20 Jahren sehr erfolgreich. Denn seitdem die Berlinerin 1999 mit gerade einmal 12 Jahren von einem Talentscout auf der Straße angesprochen wurde, ist sie Fernsehzuschauern hierzulande ein vertrautes Gesicht.

Nach dem Abitur studierte Sarah Alles an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. 2008 spielte sie den Gegenpart zu Christoph Waltz in "Das Geheimnis im Wald" sowie an der Seite von Christian Oliver und Marianne Sägebrecht in "Immer Wirbel um Marie". Serienfans kennen sie aus "Rote Rosen" sowie "Leben für die Liebe".

Weitere große Rollen sind im Gespräch. Zu den nächsten Vorhaben gehört aber auch, die Heimat ihres Vaters, den Iran, zu bereisen. Rund um den Globus hat sie schließlich bereits einiges gesehen: Von Sri Lanka bis Neuseeland. Mit dem ZDF-"Traumschiff" schipperte Sarah Alles aber auch schon mehrere Wochen nach Macau.

Dass die Schauspielerin das Herz am rechten Fleck trägt, beweisen ihre sozialen Engagements. Sie ist u.a. Schirmherrin von "Kinderhelfer mit Herz" e.V. sowie Lesebotschafterin der "Stiftung Lesen".

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