Im Sommer war der Straßenbau auf dem Acker bei Ziethen im Beisein der Ministerin gestartet worden. Die Verkehrseinschränkungen hielten sich seither aber in Grenzen, allenfalls konnte man von der Straße aus die schleppenden Arbeiten zum Bau eines parallelen Radweges beobachten. Jetzt aber geht es richtig los. Der Landesbetrieb Straßenwesen hat bekanntgegeben, dass die B 198 zwischen der Autobahn-Anschlussstelle Joachimsthal und der Kreuzung mit der B 2/L200, dem sogenannten Ziethener Kreuz, ab 4. Oktober voll gesperrt wird. Die Sperrung soll bis Dezember 2018 andauern.
Gebaut wird vom Ziethener Kreuz bis Klein Ziethen sowie zwischen Klein und Groß Ziethen. Auf beiden Abschnitten erhält die Bundesstraße jeweils eine weitere Fahrspur zum gefahrlosen Überholen in jeweils eine Richtung. Bisher schränken auf der Strecke kurze Sichtweiten das Überholen ein. Durch den Ausbau sollen Kraftfahrer sichere Möglichkeiten zum Überholen erhalten.
Wie der Landesbetrieb Straßenwesen mitteilte, ist die Vollsperrung der Straße aus bautechnischen und Gründen des Arbeitsschutzes für die Bauleute unumgänglich. Die bestehende Trasse wird als Zwischenlager und für den Materialtransport genutzt. Baustelleneinrichtungen neben der Straße seien aus Gründen des Naturschutzes nur sehr eingeschränkt möglich. Das beengte Baufeld und der erforderliche Aushub großer Mengen von Asphalt und Boden soll Grund für die lange Bauzeit von 15 Monaten sein.
Vergeblich hatten Wirtschaftsvertreter aus Schwedt bei Verkehrsministerin Schneider gegen den Bau unter Vollsperrung und gegen eine so lange Bauzeit protestiert. Das Schwedter Klinikum befürchtet sogar Kündigungen von Ärzten, die unter diesen Umständen nicht mehr bereit sind, nach Schwedt zu pendeln.
Als offizielle Umleitung wird die Strecke über die L 200 in Richtung Eberswalde bis zur L 23 und die L 23 über Britz bis zur Autobahn-Anschlussstelle Chorin ausgewiesen. Dieser Umweg ist zwölf Kilometer länger als die direkte Verbindung, laut Landesbetrieb müssen Fahrzeugführer mit einer Verlängerung der Fahrtzeit von 20 Minuten rechnen. Schwedter Auto- und vor allem Lkw-Fahrern rät der Landesbetrieb alternativ nach Norden über die B 166 und das Autobahnkreuz Uckermark auf die A 11 Richtung Berlin zu fahren. Diese Strecke wird nicht als Umleitung ausgewiesen. Sie ist zwar 24 Kilometer länger als die normale Route nach Berlin und damit doppelt so lang wie die offizielle Umleitungsstrecke. Sie soll aber durchschnittlich nur 13 Minuten mehr Zeit in Anspruch nehmen als sonst, das wären sieben Minuten weniger als über die ausgewiesene Umleitung.
Weitere mögliche Alternativen sind die Fahrt über Eberswalde und Finowfurt zur gleichnamigen Anschlussstelle, in deren Verlauf jedoch bis Mai 2018 noch die Ortsdurchfahrt Eberwalde für den Bau der Brücke an der Rathauspassage umgeleitet wird. Auch die Route von Angermünde über Greiffenberg zur Anschlussstelle Pfingstberg ist eine Alternative, mit nur 15 Minuten mehr als die gesperrte Route ist auch sie kürzer als die regulär ausgeschilderte Umleitung. Das Land habe sich dennoch für die offizielle Umleitung über Chorin und Britz entschieden, weil sie besser ausgebaut und leistungsfähiger ist.
Groß und Klein Ziethen sind aus Richtung Berlin zunächst weiter erreichbar, Richtung Angermünde, wo viele arbeiten, gibt es eine gut 30 Kilometer lange Umleitung Althüttendorf, Grumsin und Altkünkendorf. Der einzige Verkehr, den der Landesbetrieb an der Baustelle vorbei leiten will, ist der Schulbusverkehr. Dafür soll der neue Radweg parallel zur B 198 genutzt werden, der bis Oktober mit einer Schotterschicht versehen wird. Schranken sollen verhindern, dass andere Fahrer ihn nutzen.