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Mit einem 2:1-Sieg gegen Preussen Eberswalde kicken die Bernauer den zweiten Brandenburgligisten aus dem Landespokal

Einheit nicht zu stoppen

Britta Gallrein / 06.09.2015, 21:55 Uhr - Aktualisiert 06.09.2015, 21:56
Bernau (MOZ) Die TSG Einheit Bernau bestätigte ihre bestechende Form und ließ sich auch im Pokal nicht stoppen. Mit einem verdienten 2:1-Sieg gegen den Brandenburgligisten FV Preussen Eberswalde zogen die Bernauer Landesligisten ins Achtelfinale des Fußball-Landespokals ein.

"Für einen Verein wie Cottbus zum Beispiel ist das sicher nicht der Rede wert, aber für einen kleinen Verein wie uns ist das ein toller Erfolg", fand ein sichtlich zufriedener Einheit-Coach Nico Thomaschewski nach dem Spiel. Achtelfinale! Nachdem in den vergangenen zwei Jahren schon in der ersten Runde Schluss war. Überhaupt - FC Energie. Das wäre natürlich der Traum-Gegner in der nächsten Runde. "Ich würde sehr gerne mal gegen meinen alten Kumpel Torsten Mattuschka spielen", grinst Thomaschewski. Jener trug gerade mit zwei Treffern dazu bei, dass Cottbus mit 12:1 gegen MSV Rüdersdorf als Traumgegner weiter im Landespokal bleibt.

Im Spiel gegen die Nachbarn aus Eberswalde ließen die Bernauer von der ersten Sekunde an keinerlei Respekt erkennen. Eine Liga höher - na und? Schließlich ist man mit neun Zählern aus drei Spielen und einer blitzsauberen Weste mit einem 10:0-Torverhältnis Klassenprimus - und kann mit breiter Brust antreten.

Preussen dagegen tat sich von Beginn an schwer. Neben Torwart Lennard Peter, der beruflich verhindert war, fehlten mit dem verletzten Kapitän Marcel Hellmich, Stürmer Steven Zimmermann und Tolga Yilmaz gleich vier Stammkräfte. Auch die Umstellung auf den kleinen Bernauer Kunstrasenplatz fiel den Gästen sichtlich schwer. "Wir haben erstmal einige Zeit gebraucht, um uns da zurechtzufinden", erklärt später Preussens Kapitän Steffen Sasse.

Die Bernauer machen das Spiel - und belohnen sich früh. Einheits Neuzugang Ricky Ziegler trifft auf knapper Distanz zum 1:0 gegen einen chancenlosen Dave Pankow im Eberswalder Tor (12.). Kurze Zeit später die nächste Großchance für die Gastgeber. Neuzugang Julian Graf köpft ebenfalls aus Nahdistanz aufs Preussen-Tor, doch Keeper Dave Pankow kann den Ball in letzter Sekunde abwehren. Robert Lorenz verzieht im Nachschuss.

Dann eine folgenschwere Szene. Einheits Robert Lorenz foult Nick Lange, Schiedsrichter Eric Tegge gibt Freistoß. Es tritt an: Preussens bester Spieler an diesem Tag, der zurückgekehrte Japaner Yasuaki Osato. Mit einem Glanzschuss zirkelt er den Ball vorbei an der Mauer und am chancenlosen Keeper Niklaas Seifarth (31.). 1:1 - Preussen nutzt seine bis dato erste Torchance und ist wieder im Spiel.

Der Ausgleich gibt den Gästen neuen Schwung, sie kommen nun deutlich besser in diese Partie, die nun an Fahrt aufnimmt. In der 36. Minute trifft Richard Böttcher. Während die Einheit-Fans schon jubeln, zückt der Linienrichter die Fahne. Abseits. Einheit Goalgetter Vladimir Pestov vergibt vor der Pause die nächste Chance für Einheit.

Nach der Pause geht Preussen engagierter zu Werke, doch Einheit hält dagegen. Nach einem Freistoß in der 51. Minute steht Julian Graf erneut goldrichtig, steigt am höchsten zum Kopfball und versenkt das Leder im Preussen-Tor zum 2:1. Es folgt ein munterer Schlagabtausch, in dem die Gäste mehr Chancen bekommen. Patrick Töpfer rettet in höchster Not auf der Linie. Immer wieder setzt sich Eberswaldes Yasuaki Osato in Szene, der pfeilschnell über die rechte Seite saust und immer wieder für Gefahr sorgt. So wie Preussen-Stürmer Raif Windiks, der zunächst aus gut 20 Metern abzieht und Einheit-Keeper Niklaas Seifarth zu einer Glanzparade zwingt. Windiks ist es auch, der kurz vor Schluss aus Nahdistanz verzieht. So bliebt es beim 2:1-Sieg für Bernau.

"Es war ein robustes Spiel von beiden Seiten, ein Spiel auf Augenhöhe, in dem am Ende der Glücklichere gewonnen hat", so Preussens Kapitän Steffen Sasse. "Uns fehlte heute die Cleverness, außerdem hat der Schiedsrichter zwei klare Elfmeter für uns nicht gegeben, darunter einen ganz klaren Handelfmeter." Trotzdem, so der Preussen-Kapitän, sei man nicht sehr traurig über das Ausscheiden. Der Fokus liege auf der Meisterschaft.

"Die cleverere Mannschaft hat gewonnen", findet auch Einheits Kapitän Jens Manteufel. "Spielerisch hat man keine Unterschiede gesehen."

Keine Unterschiede? Dann ist Einheit also reif für die Brandenburgliga? Da tritt Trainer Thomaschewski jedoch auf die Bremse. "Man hat gesehen, dass Eberswalde vom Kopf her schneller war als wir. Da fehlt uns noch etwas."

Nicht ganz so zufrieden war naturgemäß Eberswaldes Trainer Obran Marjanovic. "In der ersten Halbzeit haben sie uns mit hohen Bällen einfach keine Chance gelassen. Erst in der zweiten Halbzeit haben wir angefangen, Fußball zu spielen." Aber auch er betont: Es gibt Wichtigeres als den Pokal: "Die Chance, den zu holen, steht bei 1:100. Wir wollen in der Meisterschaft im oberen Mittelfeld landen." Und Einheit? Die wollen jetzt erstmal Energie Cottbus. Oder den FSV Bernau.

Bernau: Seifarth, Töpfer, Graf, Walter, Böttcher (46. Wienbreyer), Pestov (75. Wiesner), Ziegler (82. Schlender), Lorenz, Schneider, Engel, Manteufel, Töpfer

Eberswalde: Pankow, Ben-Abdallah, Alvarez Laube (73. Ziethen), Koepnick, Osato, Lange, Wendland (73. Mba), Dymek, Okumura, Sasse, Windiks

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