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Ausgebufft und hochfokussiert

Extrem-Couching: Für das Siegerbild nach dem gewonnenen Derby gegen Wittstock wählten die HCN-Handballer diesmal die eigens für dieses Spiel aufgestellten VIP-Sofas. Lauthals wurde "Derbysieger, Derbysieger, he he" angestimmt.
Extrem-Couching: Für das Siegerbild nach dem gewonnenen Derby gegen Wittstock wählten die HCN-Handballer diesmal die eigens für dieses Spiel aufgestellten VIP-Sofas. Lauthals wurde "Derbysieger, Derbysieger, he he" angestimmt. © Foto: MZV
Gunnar Reblin / 14.02.2016, 22:22 Uhr - Aktualisiert 17.02.2016, 10:33
Neuruppin (RA) Anders als im Hinspiel ließen die Neuruppiner Handballer am Sonntag gegen Hansa Wittstock nicht zwischenzeitlich die Zügel schleifen, sondern zogen in den entscheidenden Phasen des Derbys das Tempo an. "Da haben wir uns reingekniet. Das war der Schüssel zum Sieg", freute sich HCN-Trainer Christian Will über den erfolgreichen Auftakt in die ausgerufenen Wochen der Wahrheit im Meisterrennen.

Und dieser "besondere, weil eben Derby-Sieg", wie alle HCN-Akteure unisono betonten, ob Rechtsaußen Christian Lück ("einfach geil") oder Kapitän Marcel Pekrul ("spitzenmäßig"), dürfte den Neuruppinern zusätzlichen Aufwind geben, um auch die folgenden zwei Aufgaben (auswärts bei Oranienburg III) und (daheim gegen den Zweiten TSG Liebenwalde) zu meistern.

Neuruppins Handball-Legende Peter Knebel (siehe Streiflicht) bewerte den HCN-Erfolg als "hochverdient, weil Neuruppin das reifere Team stellte". Christian Will lächelte und fügte an: "Meine Jungs sollten das Publikum mitnehmen. Das haben sie gemacht. Mit der 4:2-Deckung der Wittstocker habe ich gerechnet." Sein Team fand aber vor allem über gelungene Eins-gegen-eins-Duelle oftmals den passenden Schlüssel.

Nach der erwartet ausgeglichenen Anfangsphase, in der der HCN zwar zweimal eine Zwei-Tore-Führung besaß, aber nicht davonziehen konnte, sorgte HCN-Torwart Tobias Kröcher mit einem gehaltenen Siebenmeter im Duell mit Boris Löhlein (19.) für die Initialzündung einer Tempoerhöhung in der entscheidenden Phase vor der Halbzeitpause. Die Neuruppiner Abwehr schien fortan unüberwindbar für die Hanseaten. Die Hausherren dagegen bauten ihren Vorsprung aus. "Uns war aber klar, dass eine Vier-Tore-Führung zur Halbzeit nichts bedeutet", sagte Comebacker Michael Drefahl (siehe untenstehendes Interview). Für den 42-Jährigen hatten die HCN-Verantwortlichen flugs die Spielberechtigung beantragt und ihm am Donnerstag ein Trikot anfertigen lassen.

In Halbzeit zwei fanden beide Teams eher schleppend hinein. Der HCN blieb jedoch Herr der Lage. Beim Stand von 13:19 aus Sicht der Wittstocker sah sich deren Coach Thomas Brigzinsky dazu gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Zu viele technische Fehler hatten sich seine Schützlinge geleistet. Zudem erhöhten einige Schiedsrichter-Entscheidungen den Frust auf der Gäste-Seite. Vielleicht war Hansa-Trainer Brigzinsky deshalb nach Spielende schnell in den Katakomben verschwunden. Für die Pressevertreter war der "Trainer des Jahres 2015", so wurde es am Freitagabend auf der Sport-Gala im Hauptsitz der Sparkasse in Neuruppin verkündet, jedenfalls nicht mehr vor Ort zu greifen.

Obwohl seine Neuruppiner 13 Minuten vor dem Ende mit 20:13 einen beruhigenden Vorsprung herausgeworfen hatten, war Trainer Christian Will keineswegs entspannt, wie er später zugab. "Wir haben im Hinspiel eine Fünf-Tore-Führung aus der Hand gegeben. Wir waren gewarnt." Doch diesmal blieb sein Team fokussiert, überstand selbst Unterzahl-Situationen mühelos. Und am Ende löste Schlussmann Tobias Kröcher im sicheren Gefühl des Sieges mit einem Super-Reflex gegen Tobias Hennigs einen emotionalen Vulkanausbruch im Lager des HC Neuruppin aus.

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