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Die Bernauer Bären (z)erlegt

Alle mir nach: Jonas Simon führte die Raupe an, mit der der HC Neuruppin  vom Parkett ging. Der Sekt floss in Strömen, nachdem feststand: Der Neuruppiner Handball ist wieder sechstklassig.
Alle mir nach: Jonas Simon führte die Raupe an, mit der der HC Neuruppin vom Parkett ging. Der Sekt floss in Strömen, nachdem feststand: Der Neuruppiner Handball ist wieder sechstklassig. © Foto: MZV
Matthias Haack / 03.04.2016, 22:45 Uhr
Neuruppin (MZV) Die schlechte Nachricht - ein Derby mit 500 Zuschauern gegen Hansa Wittstock wird es in der neuen Spielserie nicht geben. Die gute - der HC Neuruppin steht als Staffelsieger der Landesliga bereits drei Spieltage vorm Ende fest und erfüllte sein Ziel: Aufstieg in die Verbandsliga.

28 Sekunden waren am Sonnabend gespielt, da nutzte Ronny Wolf eine zentrale Lücke in der Bernauer Defensive mit aller Wucht aus - 1:0. Sechs Minuten später hatten Marcel Pekrul und Nico Hecht auf 5:0 erhöht. Von Bernau kein Lebenszeichen. Erst jetzt: Auszeit. Dieses taktische Mittel von Trainer Christopher Metzdorf half nicht viel. Der HCN beeindruckte mit einer Mauer am Sechs-Meter-Raum, die trotz ihrer Masse extrem flexibel agierte. Christian Lück, Ronny Wolf und Christian Koall räumten alles ab. Koall, jetzt 39 Jahre, spritzte in die halbherzigen Pässe der Bären wie vor einem oder gar zwei Jahrzehnten. Über die drei Zeitstrafen (9., 38., 44.) konnte er schmunzeln, denn zu diesem Zeitpunkt hatten beinahe jeder der 220 Zuschauer im Sportcenter sowie die Spieler des gastgebenden Teams ein breites Lachen aufgesetzt: Der Vorsprung war mit 29:10 uneinholbar. Koall saß inmitten der Fans und genoss nach der Sperre die letzte Viertelstunde im Sitzen. Drei Minuten vorm Abpfiff wandelte sich die Neuruppiner Bank schon vom Weiß ins Rot - das Paket mit den Aufstiegs-T-Shirts wurde aufgerissen und der Inhalt an Reservespieler und Trainerteam verteilt. Warum Rot und nicht die Farben des Vereins? Shirt-Obmann Dennis Plötz: "Ich hatte den Auftrag vom Vorstand und zeigte den Entwurf. Weiß-Blau sah einfach nicht aus. Das Rot ist zugegeben ein wenig dunkler als gedacht, aber Rot ist mal anders und schön."

Schon vor zwei Wochen beim Spiel in Finowfurt (24:26-Niederlage) hatte er die Sonderanfertigung dabei, nur durfte das keiner wissen, und von der Dramaturgie passte der Aufstieg ohnehin besser zu einem Heimspiel, um den Fans einen ersten Dank zukommen zu lassen. Der zweite folgt wohl am 16. April im letzten Heimspiel gegen Bad Freienwalde. Dann gilt es auch, die weiße Weste zu wahren. Immerhin sind die Neuruppiner zu Hause ungeschlagen und lösten mit dem 39:13 gegen den Tabellenfünften einen Jubel aus, der in der aktuellen und künftigen Staffel zu hören sein wird. Ein längeres Interview mit Trainer Christian Will folgt.

HCN: Kröcher, Plötz, Zolper - Kehnscherper (3), Simon (7), Pekrul (3), Koall (3), Lück (4), Lehmann (1), Drefahl, Kühne (1), Wolf (5), Engelhardt (1), Hecht (8)

Bernau: Mucha - Billeb (1), Findeisen (1), Gunawan (2), Schleicher, Meier (5), Wissinger (2), Bohne (1), Prüfer (1), Schönstädt, Rolermund, Schröder

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