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Mit Torfestival aus der Saison

So kannten und liebten ihn den West-Fans - Tobias Reckzeh mit wuchtigem Wurf. In dieser Szene machte er sein letzte Tor für den Verein.
So kannten und liebten ihn den West-Fans - Tobias Reckzeh mit wuchtigem Wurf. In dieser Szene machte er sein letzte Tor für den Verein. © Foto: MZV
Martin Terstegge / 10.05.2016, 14:24 Uhr
Brandenburg (MOZ) Zum Saisonfinale in der Handball-Oberliga Ostsee/Spree empfing der SV 63 Brandenburg-West den BFC Preussen. Brisanz versprach die Partie nicht, die Gäste standen als Absteiger fest, die Gastgeber hatten Rang acht sicher, tiefer ging nicht, aber mit einem Sieg wäre eventuell eine höhere Platzierung möglich.

Die West-Handballer wollten mit einer vernünftigen Leistung ihre treuen Anhänger in die lange Sommerpause entlassen. Doch dazu gehören in der Regel zwei Mannschaften. Bei den Gästen bestand die Bereitschaft mitzuspielen lediglich in der ersten Viertelstunde. Bis zum 7:9 blieben sie auf Schlagweite, dann konnten sich die Gastgeber binnen vier Minuten leicht auf 12:8 absetzen.

Die Gäste versuchten weiter mit langen Angriffen die Lücke in der West-Deckung zu finden, die aber ihre Aufgabe recht ordentlich erfüllte. Immer wieder wurden die Bälle abgefangen um dann Konter zu fahren. Zur Freude des Publikums war der Vorsprung in der 25. Minute auf 16:10 angewachsen. In den restlichen Minuten bis zur Pause kam aber "Sand ins Getriebe" des West-Teams. So hatte der Sechs-Tore-Vorsprung (18:12) beim Gang in die Kabinen bestand.

Nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeber aber ihre letzten Hemmungen ab, zogen kontinuierlich davon. Auch wenn es wohl der letzte Auftritt der Preussen-Mannschaft war - Gerüchten zu Folge löst sie sich nun auf - war der Auftritt beschämend. Ohne große Gegenwehr durften die Brandenburger ihre Tore erzielen. In der 39. Minute traf Gregor Teichert bereits zum 29:16.

Natürlich nutzte das Trainergespann Dietmar Rösicke und Frank Seiler schon längst die Gelegenheit allen Spielern Einsatzzeiten zu gewähren. Da Stammtorhüter Andy Witowski verletzt ausfiel, stand zunächst Danny Alpers zwischen den Pfosten und in der zweiten Hälfte überwiegend Jurij Benkendorf, der sich gekonnt in Szene setzte. Positiv fiel auch Marko Tietz auf, der in der Abwehr sicher stand, einige kluge Angriffe einleitete und selbst dreimal traf.

Als Torschützen glänzten Christoph Witt auf der rechten Seite, Phillip Kryszon der die Gegenstöße sicher abschloss und aus dem Rückraum Sebastian Ackermann, dem anzumerken war, dass er beschwerdefrei aufspielte.

Emotionaler Höhepunkt war dann die Einwechslung Tobias Reckzehs, sechs Minuten vor dem Spielende. Er musste zunächst eine monatelange Verletzungspause überstehen, doch zudem hatte er den Verantwortlichen mitgeteilt mit dem Handballsport aus privaten Gründen aufzuhören. Einen letzten Auftritt wollte er sich aber gönnen, um sich nach jahrelanger Vereinszugehörigkeit auch von seinen Anhängern zu verabschieden. Wenn sich die Möglichkeit bot, wurde er von seinen Mitspielern miteinbezogen, mit dem Torerfolg wollte es aber nicht klappen. Doch Sekunden vor Schluss war es soweit. Er stieg aus dem halblinken Rückraum hoch und drosch den Ball zum 41:24-Endstand in die Maschen.

Da der Bad Doberaner SV sein Heimspiel gegen den VfL Lichtenrade verlor, beendeten die West-Handballer ihre Oberligasaison auf dem siebenten Platz. Co-Trainer Frank Seiler zog eine positive Bilanz für sein Team: "Sicher, zwischenzeitlich war sogar Rang vier möglich, doch wir sollten die Kirche im Dorf lassen."

West: Benkendorf, Alpers, Reckzeh 1, Witt 7, Richter 3, Käselau, P. Kryszon 8, Teichert 1, T. Kryszon 4, Wollweber 3, Tietz 3, Ackermann 11/2.

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