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Triathleten
Mit dem Rad entlang der Oder

Deutsche und polnische Sportler gemeinsam unterwegs: Die Wintertour ließen sich auch Marcin Bilski, Grzegorz Domanski und Lukasz Kowalski nicht entgehen (von vorn), dahinter die beiden Initiatoren Marek Rydzewski (links) und Uwe Venzke.
Deutsche und polnische Sportler gemeinsam unterwegs: Die Wintertour ließen sich auch Marcin Bilski, Grzegorz Domanski und Lukasz Kowalski nicht entgehen (von vorn), dahinter die beiden Initiatoren Marek Rydzewski (links) und Uwe Venzke. © Foto: privat
Heike Bettino / 11.01.2019, 02:15 Uhr - Aktualisiert 11.01.2019, 15:38
Frankfurt ( ) Was im Kleinen begann, ist für Radsportler und Triathleten beiderseits der Oder inzwischen unverzichtbar geworden – gemeinsame Trainingsfahrten und lockere Touren. Zum sportlichen Jahresauftakt trafen sich Aktive des MSV Tripoint Frankfurt und Sportler vom Zahnklinik Slubice Cycling Team zur Wintertour.

Die Waldwege auf der Mountainebike-Tour von der Stadtbrücke nach Müllrose, über die Kersdorfer Schleuse und durch den Frankfurter Stadtwald haben auf der Kleidung der Sportler ihre Spuren hinterlassen: Schmutzflecken finden sich auf Jacken und an Hosenbeinen. Aber das sind sie gewohnt, genau wie die Temperaturen mit wenigen Grad über Null. „Wichtig sind warme Handschuhe, Winterhosen und Überschuhe. Wir haben durch unsere Wintertouren gute Erfahrungen gesammelt und geben sie an diejenigen weiter, die nicht so oft fahren“, berichtete Marek Rydzewski vom Zahnklinik Slubice Cycling Team, der mit Tripointler Uwe Venzke die Fahrten seit 2017 organisiert.

Diese Hinweise wird sich Ulf Heidenreich sicher merken. Mit zwei kurzen Hosen und einfachen Sportschuhen bekleidet, wurde es für ihn kühl. Aber er wollte unbedingt dabei sein, erzählte der Binnenschiffer, der auf dem Rhein unterwegs ist. „Es hat endlich mal gepasst. Ich habe nicht so viel Zeit zum Radfahren, laufe eher ein bisschen. Das war heute schwer, aber wir sind gemeinsam angekommen. So war es schön“, betonte der Frankfurter nach den 60 Kilometern. Für Tempo unterwegs hatte immer wieder Triathlet Bartosz Borula, ein Opernsänger, gesorgt.

So beruflich illuster die Truppe mit Angestellten, Erziehern und Handwerkern in ihren Reihen ist, so ist sie es zugleich mit ihren sportlichen Ambitionen. Ein großes Ziel hat sich Karsten Schöke gesetzt. Der 53-Jährige hat für den Ironman in Frankfurt am Main gemeldet. „Ich habe mehrere Halbdistanzen hinter mir, jetzt will ich den Ironman probieren. Der Platz ist nicht wichtig, sondern das Ankommen.“ Als Vorbereitung nutzt er das Training mit den polnischen Sportlern. „Ich finde das Gemeinsame schön, man trainiert als Triathlet oft genug allein.“

Bei Triathlons startet auch Uwe Venzke, allerdings nur in Staffeln, wo er sich für die Radstrecke zur Verfügung stellt. „Im vorigen Jahr ist unser deutsch-polnisches Team beim Schlaubetal-Triathlon sogar Zweiter geworden“, erzählt er stolz. Schwimmer Bartosz Borula und Läufer Lukasz Kowalski bildeten mit ihm die Mannschaft. Ansonsten ist Venzke im Radsport zu Hause und beim Power Biking in der Oderstadt dabei, wo die polnischen Freunde ebenfalls starten. Marek Rydzewski erwähnt die erstmalige Teilnahme seiner Landsleute 2018 am Old Man Race in Groß Lindow und dass einige Tripointler Zuschauer bei einem Rennen in Slubice waren. So werden die Kontakte enger, auch wenn die Sprachbarriere bleibt. „Manche versuchen es auf Englisch“, so Rydzewski, der diesseits der Oder lebt, arbeitet und als Vermittler zwischen beiden Seiten fungiert. Die Polen verabreden sich über Facebook, auf deutscher Seite leitet Venzke die Informationen weiter. So kommen regelmäßig und wechselnd etwa zehn Sportler zu den Trainingsfahren, „im Sommer fast jeden Sonntag“, ist Rydzewski stolz.  „Man kann uns gut erkennen, immer mehr Leute bekommen es mit.“ Er sieht vor allem einen Grund für diesen Erfolg: „Gemeinsam entdecken wir neue Strecken. Allein traut sich mancher nicht, auf fremdem Territorium zu fahren. Mit den geführten Touren auf deutscher oder polnischer Seite nehmen wir ihnen die Hemmschwelle.“ Zwischen 80 und 100 Kilometer werden in der warmen Jahreszeit zurückgelegt, im Winter bis zu 60 Kilometer.

Enorm ist die Resonanz auch bei den großen Ausfahrten im Jahr. Zum Saisonabschluss auf polnischer Seite seien fast 70 Leute gekommen, doppelt so viele wie im Jahr davor im Schlaubetal. Da kann man auf den Jahresverlauf gespannt sein.

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