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Justin Boulais unterliegt in einem dramatischen Finale der Schwapp-Tennis-Serie gegen Karlo Cubelic

Tennis
Aufschlag-Riese aus Kanada

Bernd Prawitz / 27.02.2019, 11:42 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Sofiya Afandieva vom Potsdamer TC Rot-Weiß und der für den Tennispark Versmold spielende gebürtige Kroate Karlo Cubelic haben in Fürstenwalde die Auftaktturniere der Schwapp Serie gewonnen.

Die gelben Filzkugeln flogen im Finale der Herren beim Aufschlag mit einer Geschwindigkeit über den grünen Teppich, die in der Domstadt noch nie erreicht worden waren: fast 220 Kilometer pro Stunde – Regionen, in denen sich sonst die Weltklasse-Profis Federer, Djokovic und Co. bewegen. Aber auch die Vorhand des vielseitigen Linkshänders Justin Boulais aus Kanada, der für ein paar Wochen beim ehemaligen deutschen Top-50-Spieler Lennart Zynga in Halle/Westfalen trainiert, und die präzisen,  punktgenauen Volleys und Rückhände von Sieger Karlo Cubelic vom Tennispark Versmold (Nordrhein-Westfalen) waren Spitzenklasse.

Die beiden topgesetzten Spieler hatten das Feld mit 30 Teilnehmern aus fünf Landesverbänden des Deutschen Tennis Bundes beherrscht, sich recht mühelos ins Endspiel gekämpft. Der 21-jährige Cubelic (Nr. 1) gab auf dem Weg dorthin nur acht Spiele ab, der vier Jahre jüngere Boulais musste 13 Spielverluste hinnehmen. Der Paderborner, der in der Wertung der neuen World Tour der Internationalen Tennis Federation (ITF) auf Rang 1215  geführt wird, besiegte den leidenschaftlichen, schon 47 Jahre alten Serve- and Volley-Spieler Tibor Szabados (TC Grün-Weiß Baumschulenweg) 6:2, 6:1, machte auch mit dem Zehnten der polnischen Rangliste, Norbert Tayszak vom AZS Poznan, kurzen Prozess (6:2, 6:0). Im Halbfinale war Julius Hillmann (TuS Sennelager-Paderborn) beim 0:6, 1:6 chancenlos. Dieser hatte zuvor in einem anfangs sehr umkämpften Match Joshua Kugel (TC Grün-Weiß Nikolassee) bezwungen. Der berliner führte lange mit einem Break vor, verlor den Satz aber 5:7. Damit war sein Kampfeswille gebrochen, Durchgang zwei ging mit 6:0 an Hillmann.

In der unteren Tableauhälfte zog der junge Kanadier Justin Boulais, in der ITF World Tennis Tour  auf Position 1169  platziert, ebenso ungefährdet seine Kreise. Sein erster Gegner war Moritz Arlt (TC Grün-Weiß Begfelde), den er mit 6:1, 6:0 vom Platz fegte. Danach nahm er Michal Skonieczny (TC Moers) mit einem glatten 6:1, 6:3 aus dem Turnier. Philip Olsson (TC Grün-Weiß Nikolassee), Nummer 366 der deutschen Rangliste, konnte Boulais zumindest etwas Paroli bieten, brachte manchen Aufschlagkracher zurück. Jedoch nicht immer so platziert, dass der Nordamerikaner nicht hätte im zweiten Zupacken punkten können. „Ich laufe zu oft in die falsche Richtung“, haderte der Hauptstädter. Das lag aber nicht an seinem Unvermögen, sondern an der spielerischen Klasse seines Gegenübers. Die 3:6, 4:6-Niederlage war für Olsson ein Achtungserfolg.

Das Finale der beiden Linkshänder bot vom Aufschlag bis zu den Grundschlägen  beeindruckendes Hochgeschwindigkeits-Tennis. Die gleichwertigen Spieler lieferten sich ein Match auf Augenhöhe, kämpften um jeden Ball und Punkt, was die wenigen Zuschauer zu viel Beifall animierte. In Durchgang 1 reichte Cubelic ein Break zum Satzgewinn mit 6:4, im zweiten hatte der Kanadier bei 6:5 und eigenem Service einen Satzball. Aber ausgerechnet den vergab der sonst so brillante Aufschläger. So ging es in den Tiebreak, der ebenso eng und ausgeglichen verlief. Beim 7:6 verwandelteCubelic schließlich den Matchball – die größere Erfahrung hatte den Weltklasse-Aufschlag besiegt, der im entscheidenden Moment nicht kam ...

Bei den Damen führte Sofiya Afandieva (PTC Rot-Weiß Potsdam) die Setzliste des 15-er Feldes an. In dem gab es einige unerwartete Ergebnisse. Dazu zählte der glatte 6:2, 6:2-Erfolg von Christin Marie Laabs (452. der Deutschen Rangliste/ SV Zehlendorfer Wespen) gegen die an Nummer 4 gesetzte Lina Brandt (440/TC Blau-Weiss Berlin).Laabs unterlag im Halbfinale 2:6, 6:1 und 7:10 im Match-Tiebreak der alle Schläge beidhändigspielenden Alessa Oruc vom TC Weiße Bären Wannsee. Auch die Dritte der Setzliste, Svetlana Samardzic vom TK Blau-Gold Steglitz, Finalistin der Jugend-Hallenmeisterschaft des TVBB der U 16, tat sich in ihrem ersten Match unerwartet schwer, brauchte gegen Nele Sophie Sieber (TC Grün-Weiß Lankwitz) drei Sätze zum Weiterkommen (4:6, 6:3, 10:6).

Favoritin Afandieva besiegte Aline Buhr (Harburger Tennis Bund) sicher mit 6:3, 6:2, war auch im Halbfinale gegen Samardzic ungefährdet (6:4, 6:1). Das Endspiel gegen Oruc gewann sie dank besserer Technik und Kondition 6:2 und 6:3.

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