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Optik-Elf ringt Dynamo nieder
Hart erkämpfter Erfolg

Nico Roesenberger\MOZ / 21.10.2019, 15:55 Uhr
Rathenow Nach der bitteren Pokalpleite wollten die Fußballer des FSV  Optik Rathenow Wiedergutmachung leisten und zumindest in der Liga wieder an die kleine Erfolgsserie mit zuletzt drei Unentschieden anknüpfen.

Doch alle guten Vorsätze waren in der Partie gegen den BFC Dynamo Berlin schon nach sechs Spielminuten dahin. Joey Breitfeld konnte unbehelligt in den Rathenower Strafraum eindringen und zum 0:1 einschießen. Nur zwei Minuten später fast der vorzeitige K.O., doch Optik-Schlussmann Lucas Hiemann parierte den Kopfball von Marvin Kleihs stark.

Die Berliner dominierten das Spiel deutlich, kombinierten blitzschnell und wurde vor allem immer wieder über die rechte Seite mit Philip Schulz gefährlich. "Zum Glück haben die das zweite Tor nicht gemacht", wusste auch Trainer Ingo Kahlisch.

Doch nach gut zehn Minuten richteten sich die Gäste in ihrer Führung ein, die Optik-Elf konnte sich zaghaft befreien. Mehr als eine Einzelaktion des starken Glody Zingu, der relativ deutlich verfehlte (24.) und ein Eckball von Süleyman Kapan, der an Freund und Feind vorbei rauschte und von BFC-Verteidiger Schaal auf der Linie geklärt werden musste, passierte nach vorn zunächst aber nichts.

Dennoch, die Gastgeber hatten sich heimlich, still und leise aus der Umklammerung befreit - und waren plötzlich dicke da! Eine Flanke servierte Benny Wilcke in der 41. Minute genau auf den Kopf von Caner Özcin, der mutterseelenallein zum 1:1 einnicken konnte. Nur zwei Minuten später versuchte es noch einmal Glody Zingu nach Steilpass von Jerome Leroy. Im Laufduell mit Chris Reher setzte sich Optiks Außenverteidiger im Strafraum durch, bei Torwart Kevin Sommer war dann Endstation, Zingu kam zu Fall - und Schiedsrichter Patrick Kluge zeigte zum Entsetzen der Berliner auf den Elfmeterpunkt. Alle Proteste nutzten nichts, Süleyman Kapan schnappte sich fest entschlossen den Ball und schoss souverän zum 2:1 ein (44.).

Mit dem nächsten Angriff wurde es gleich wieder gefährlich, diesmal kam Öczin nach einer Flanke von Kapan im Strafraum zu Fall, hatte aber zuvor auch gegen seinen Bewacher geklammert - im Nachsetzen verzog Langner aus dem Rückraum deutlich. Ein 3:1 wäre aber auch des Guten zu viel gewesen.

BFC-Trainer Benbennek hatte das Unheil für seine Mannschaft durchaus kommen sehen: "Wir hatten wieder eine Phase im Spiel, wo wir nicht richtig aktiv waren und defensiv nicht zugepackt haben." Diese Phase hatte Optik eiskalt genutzt und konnte mit einer 2:1-Führung in die Pause gehen.

Waren die ersten 45 Minuten, bis auf die turbulenten Anfangs- und Schlussphasen noch relativ zäh verlaufen, entwickelte sich in der zweiten Hälfte ein packendes und nervenaufreibendes Kampfspiel. Durchpusten bei Optik in der 54. Minute: Einen Schuss von Philip Schulz hatte Hiemann eigentlich schon sicher, ließ den Ball aber wieder fallen und konnte kurz vor der Linie noch vor dem nachsetzenden Breitfeld zupacken.

Insgesamt waren nun sogar die Rathenower mehr am Zug, der BFC schien zu schwimmen. Erst nach einer Stunde und einem Doppelwechsel übernahmen die Gäste wieder deutlicher die Kontrolle. Die Optik-Elf kam dennoch immer wieder zu Kontergelegenheiten, spielte diese aber entweder nicht gut zu Ende oder bekam leichtes Nervenflattern, wie Jerome Leroy, der, frei auf Sommer zulaufend, in den Rasen trat und den Ball am Tor vorbei jagte (71.). Knapper war es bei Süleyman Kapan, der aus 20 Metern abzog und an der Latte scheiterte (69.).

In der Schlussphase wurde es hektisch, sowohl die Rathenower als auch die Berliner Betreuerbank sah Gelb, und auch auf dem Rasen wurde um jeden Zentimeter gekämpft - Optik wollte die drei Punkte um jeden Preis ins Ziel retten. Die sechsminütige Nachspielzeit kostete reichlich Nerven. Der eingewechselte Lukas Krüger jagte den Ball frei vor Lucas Hiemann über den Kasten und auch bei den letzten tumultartigen Szenen im Strafraum hielt Optik mit Glück und Geschick das Tor sauber.

So ausgelassen die Mannschaft den Sieg auch mit den Zuschauern feierte, am Ende forderte der schwere Kampf seinen Tribut. Der verletzt ausgewechselte Torschütze Caner Özcin droht mit einer Knieverletzung länger auszufallen.

Christian Benbennek: "Ich bin sauer über die Niederlage, weil sie unnötig ist, wenn wir sehen, wie gut wir im Spiel waren, aber nicht mit aller Konsequenz darauf drängen, das zweite Tor zu machen. Wir hatten wieder eine Phase im Spiel, wo wir nicht richtig aktiv waren und defensiv nicht zugepackt haben. Und dann ist es klar, dass du dich nach dem 2:1 schwer tust gegen eine Mannschaft, die so gut organisiert und extrem gefährlich bei Kontern ist. Der absolute Wille, dieses Spiel wenigstens noch unentschieden zu gestalten, hat mir gefehlt. Diese Niederlage tut richtig weh, weil wir die drei Punkte völlig unnötig hergeschenkt haben."

Ingo Kahlisch: "Ich freue mich riesig, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Der BFC war in der ersten Halbzeit sehr stark, hat sehr gut den Ball laufen und zum Glück das zweite Tor nicht gemacht. Wir haben dann aus zwei Situationen Tore gemacht, die wir nicht jede Woche machen und haben dann versucht mit allen Mitteln diesen Sieg zu verteidigen. Wir hätten natürlich ein paar Konter besser ausspielen können. Man sieht aber immer wieder, dass es, wenn die Spieler nur zweimal in der Woche trainieren, ab der 60. Minute schwer wird. Aber heute freuen wir uns erstmal, dass wir drei Punkte haben und uns ans untere Ende des Tabellenmittelfelds geschoben haben."

Optik: Hiemann - Zingu, Bilbija, Aydogdu, Wilcke - Hellwig, Langner (85. Karupvic) - Kapan, Leory, Adewumi (90. Matur) - Özcin (80. Sakran).

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