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Handball
Grünheider SV sich holt viel Erfahrung ins Team

Wechselt von der Elbe an die Löcknitz: Torwart Jan Vogt kommt von Zweitligist HC Dresden nach Grünheide.
Wechselt von der Elbe an die Löcknitz: Torwart Jan Vogt kommt von Zweitligist HC Dresden nach Grünheide. © Foto: Frank Rupprecht
Roland Hanke / 20.05.2020, 05:30 Uhr
Grünheide (MOZ) Noch kann das Viertliga-Team am Berliner Rand wegen der weiter herrschenden Pandemie-bedingten Einschränkungen keine gemeinsamen Übungseinheiten absolvieren. Doch es ist Land in Sicht, wie Co-Trainer Dirk Köhler sagt. "Der Plan ist, dass wir im Juni einmal wöchentlich zusammen im Freien auf dem Sportplatz in Grünheide trainieren. Zugleich müssen wir abwarten, was die Politik in Sachen Hallensport entscheidet."

Bis dahin halten sich die GSV-Handballer nach entsprechenden Plänen individuell fit, tauschen sich regelmäßig mit Chefcoach Frank Morawetz und Köhler in Videokonferenzen aus. So auch zuletzt am Sonnabend. Da ging es unter anderem auch um eine Lauf-Challenge mit Liga-Kontrahent SG OSF Berlin, die noch bis Ende der Woche andauert. Im kommenden Monat soll ein solcher Vergleich mit dem Lokalrivalen MTV Altlandsberg folgen.

Mit dabei sind auch die Grünheider Zugänge für die neue Saison. Mit Torwart Jan Vogt, Rückraumspieler Florian Folger und Linksaußen Phillip Hudewenz, der ein Jahr pausierte, hat sich der Oberligist viel Erfahrung ins Team geholt. Auch Folger hat schon beim GSV gespielt – dieser war sein Jugendverein.

Zweitliga-Torwart kommt

Gänzlich neu an der Löcknitz ist Jan Vogt. Allerdings kennt der 26-Jährige noch einige Spieler aus seinen Zeiten bei den Füchsen Berlin. Der Torhüter kommt vom HC Elbflorenz Dresden, wo er Erfahrungen in der 2. und 3. Liga gesammelt hat. "Die zwei Jahre als Profi-Handballer waren eine schöne Zeit", sagt Vogt, der gerade seinen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre gemacht hat.

Und warum nun der Schritt in die vierte Liga? "Zum einen, weil ich nach der Zeit allein in Dresden auch wegen der Corona-Krise zu meiner Freundin Maxi zurück wollte, und zum anderen, weil ich mir eine Arbeit in Berlin suchen will", erklärt der Schlussmann. "Allerdings wollte ich nicht ganz auf Handball verzichten – und da bot sich Grünheide für mich an." Seine ersten Schritte im Tor absolvierte der gebürtige Berliner, der jetzt am Nöldnerplatz in Lichtenberg wohnt, 2007 beim TSV Rudow. 2015 wechselte er zu den Füchsen, wo er in drei Jahren auch Bundesliga-Luft schnuppern konnte. Die nächste Station war dann Elbflorenz Dresden mit dem Debüt in der 2. Bundesliga. Sein Vertrag läuft am 30. Juni aus.

Nun will Vogt also dem Grünheider SV helfen. "Ich habe mich in Dresden weiterentwickelt und will meiner neuen Mannschaft eine Stütze sein", sagt der 1,89-Meter-Mann. Als Torwart körperlich nicht der Größte, aber agil und stark im Eins-gegen-eins – so sieht sich der Neue, der eine Führungsrolle beim GSV übernehmen soll. "Dafür muss ich aber erst mal Leistung zeigen. Ich freue mich auf die Herausforderung, die für mich kein Rückschritt ist. Zugleich will ich  ja auch beruflich vorankommen."

Jetzt hofft Jan Vogt, mit seinem neuen Team so früh wie möglich mit dem Training beginnen zu können, um eine gute Vorbereitung zu haben. "Ich wünsche mir, dass die neue Saison normal anfängt, doch die Gesundheit steht natürlich im Vordergrund. Ich habe die Mannschaft noch nicht spielen gesehen, aber zumindest in den Videokonferenzen die Gesichter der Jungs. Und die Trainer kenne ich auch", erzählt Vogt. Wenn alle fit sind und bleiben, traut der Torhüter dem Team eine gute und auf jeden Fall bessere Rolle zu als in der jetzt abgebrochenen Saison.

Fünf Jahre in Thüringen

Ähnlich sieht das Florian Folger, der von 2004 bis 2013 bereits beim GSV spielte, danach zum Studium nach Erfurt ging und jetzt seine Master-Arbeit als Grundschullehrer und Sportpädagoge schreibt. "Wenn die Vorbereitung auf die wann auch immer beginnende neue Saison gut läuft und alle gesund bleiben, ist mein persönlicher Anspruch, mit der Mannschaft im oberen Drittel der Tabelle zu landen", sagt der 1,90 m große Rückraumspieler, der in den vergangenen zwei Jahren bei Oberligist HBV Jena spielte und dort noch bis Ende Juni unter Vertrag steht. Zuvor agierte er bei den GoGo Hornets Gotha/Goldbach/Hochheim (Rückrunde 2014/15) und HSV Apolda (2015 bis 18/ebenfalls beide Oberliga Mitteldeutschland).

Nun heißt es für den 27-Jährigen, der aus Schöneiche stammt, zurück zu den Wurzeln. "Ich stand mit den Grünheidern immer in Kontakt, kenne die Mannschaft gut und habe auch, wenn ich zu Hause war, öfter mal beim Training vorbei geschaut", sagt Folger, der wie Vogt unter anderem über Uwe Manohr, den Vorsitzenden des Fördervereins des GSV, den Weg an die Löcknitz fand. Folger, der im Sommer von Erfurt nach Berlin, vorzugsweise nach Karlshorst oder Köpenick, ziehen will, freut sich schon auf seine neuen Mitspieler. Der wurfstarke Rechtshänder will der Mannschaft dabei helfen, mehr Variabilität und Gefahr im Rückraum zu entwickeln.

Jetzt zweifacher Vater

Wiedersehens-Freude gibt es derweil bei Phillip Hudewenz, der nach einem Jahr Pause seine fünfte Saison beim Grünheider SV in Angriff nehmen will. Der 26-Jährige hat wegen der Geburt seines zweiten Kindes – der kleine Raphael kam im November zur Welt – ausgesetzt. "Das hatte ich meiner Frau Nadin versprochen, die mich sehr bei meinem Sport unterstützt. Und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Auch die Familie braucht ihre Zeit", erklärt der 1,69 m große Linksaußen, der auch auf der rechten Seite spielen kann. Zusammen mit seiner Frau und der fast vierjährigen Tochter Lilly ist er gerade in ein Reihenhaus in Berlin-Karow gezogen.

Es kribbelt wieder

"Ich bin wieder richtig heiß auf Handball und hoffe, dass es bald losgehen kann", sagt der Blondschopf, dem es bei Besuchen zu den Heimspielen seines Teams in der Löcknitzhalle "mächtig in Händen und Füßen gekribbelt hat". Seit 20 Jahren spielt der aus Rangsdorf stammende Hudewenz jetzt Handball, war an den Sportschulen Potsdam und Cottbus sowie beim Ludwigsfelder HC. "Zum Glück bin ich bis auf einen Kreuzbandriss von größeren Verletzungen verschont geblieben. Ich hoffe, dass dies auch weiterhin so bleibt", erklärt der Linksaußen, der als Senior Recruiter in der Personalabteilung der Ber-liner Firma ArtNight arbeitet.

Neben den drei erfahrenen Zugängen sollen künftig auch Spieler aus der A-Jugend ins Training der Oberliga-Mannschaft einbezogen werden. Wann ein regulärer Betrieb wieder aufgenommen werden kann, steht aber eben weiter in den Sternen.

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