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Fußball
Friedrichsthal klärt die Trainerfragen

Stefan Zwahr / 26.06.2020, 12:29 Uhr
Friedrichsthal (MOZ) Nun ist es amtlich: "Steven Rohrlack wird die erste Männermannschaft trainieren", bestätigte Thomas Wilde, Vorsitzender des SV Friedrichsthal, auf Nachfrage. Der 34-Jährige hatte beim Kreisoberligisten im Februar kommissarisch die Nachfolge von Enrico Diedrich übernommen. "Jetzt steht fest, dass er Coach bleibt", so der Vereinschef.

Der neue Übungsleiter gehört dem Verein seit Jahren an – und blieb den Friedrichsthalern auch nach seinem Laufbahnende treu. Dieses verkündete er vor zwei Jahren, absolvierte dann aber doch noch einmal vier Spiele. Dennoch gab es schon in dieser Phase andere Pläne. "Ursprünglich war vorgesehen, dass ich zur neuen Saison als Co-Trainer einsteige", berichtet Rohrlack, der vor sechs Jahren Co-Trainer der C-Junioren war und im Sommer 2019 die zweite Mannschaft übernahm. "Für die Zukunft hatte ich mir schon immer das Ziel gesetzt, als Trainer zu arbeiten. Es sollte der nächste Schritt sein. Dass es nun schneller geklappt hat, ist super."

Neuzugang aus Sachsenhausen

Der Start in die Vorbereitung ist am 4. Juli geplant. "Dann werden wir sehen, ob es noch Corona-Einschränkungen gibt. Man kann in dieser Phase aber viel machen, was kontaktlos ist." Der neue Coach kündigt an, dass einige Spieler aus der Zweiten die Chance bekommen, sich zu bewähren. "Mal sehen, wie sie mitziehen. Das Zeug haben sie allemal." Insgesamt plant Rohrlack mit einem 20-Mann-Kader. Darunter ist auch Christian Conrad, der vom TuS 1896 Sachsenhausen II kommt. "Weitere Gespräche mit potenziellen Neuzugängen stehen noch aus."

Das gilt auch für die Position des Co-Trainers. Diese nimmt Thomas Wjasmin, der auch die Frauen des Vereins betreut,  nicht mehr ein. "Für seine Nachfolge habe ich zwei Personen im Auge. Es muss einfach passen. Wenn nicht, würde ich es auch allein machen", so Rohrlack. Dass unter seinen Schützlingen viele Akteure sind, mit denen er selbst zusammen spielte, "ist schon komisch". "Da sind auch viele sehr gute Freunde bei. Darum habe ich mir schon die Frage gestellt, ob sie mich jetzt als Trainer respektieren." Den Spagat, zwischen Freund und Trainer unterscheiden zu können, würden beide Seiten aber schaffen. "Die Spieler waren einverstanden, als thematisiert wurde, dass ich Trainer werde. Und die ersten Einheiten waren super."

Steven Rohrlack bezeichnet sich als sehr ehrgeizigen Typen. Er hatte einst bei der Oranienburger Eintracht mit dem Fußball begonnen, schloss sich nach einem ersten Gastspiel bei Friedrichsthal aber den A-Junioren des TuS 1896 an. "Im letzten Jahr im Juniorenbereich bin ich dann wieder zum SVF gegangen." Seither wurde er dem Verein nur drei Jahre lang untreu. "Da habe ich in Germendorf gespielt. Wir wurden 2010 Kreismeister und haben ein Jahr Landesklasse gespielt."

Was nun mit Friedrichsthal geht, müsse sich zeigen. "Im Kopf schwirrt mir ein Ziel rum. Schön ist, dass wir nach den Punktabzügen in den beiden letzten Jahren bei Null beginnen können." Der Kader mache einen motivierten Eindruck. "Ich denke, dass wir unter den Top 5 landen können."

Thomas Wjasmin: Ein Fußballleben in der Erfolgsspur

Thomas Wjasmin wird auch in der neuen Saison die Fußballerinnen des SV Friedrichsthal trainieren.

Zur Saison 2016/17 hatte er die Mannschaft aufgebaut. Die Bilanz: Vier Meisterschaften sowie jeweils zwei Triumphe im Pokal und unter dem Hallendach.

Ein Abschied stand nun aus mehreren Gründen im Raum. "Der Hauptpunkt ist die Gesundheit", spielt er auf Probleme mit der Bandscheibe an. "Da ist es schwierig, immer Vollgas zu geben." Hinzu seien Dinge im Vereins- und allgemeinen Sportleben gekommen, "mit denen ich nicht so zufrieden bin". Ein Beispiel: Es sei schwierig, mit einer Spielergeneration zu arbeiten, die den Fußball nicht mehr fest in ihr Leben einplant. "Die Trainingsbeteiligung bei den Männern war erschreckend. Mit einer besseren Einstellung hätten wir mehr erreichen können."

Die Coronavirus-Zwangspause führte dazu, dass Wjasmin Gefallen am Leben ohne Fußball fand. "Ich habe die zusätzliche Freizeit echt genossen. Das Training und die Spiele haben mir nicht gefehlt", räumt er ehrlich ein.

Das Frauenteam sei ihm aber ans Herz gewachsen. "Die ziehen mit. Und ich merke an der Resonanz, dass sie sich freuen, dass wir weiterhin zusammenarbeiten."

Christian Miemitz habe entscheidenden Anteil daran, dass Wjasmin weitermacht. "Er ist ein Grund, dass ich weitermache, da ich mich auf ihn verlassen kann, wenn ich mal nicht da bin."

Der 53-Jährige führt ein Leben für den Fußball – und das in der Erfolgsspur: Kreismeister und Pokalsieger mit den Frauen und der Männer-Reserve des Oranienburger FC Eintracht, Cupsieger mit dem FC Kremmen. Zudem ist er siebenfacher Hallenchampion im Kreis. "Ich habe ein bisschen was erlebt."

Bei der Oranienburger Eintracht engagierte sich Thomas Wjasmin über zwei Jahrzehnte. Die Liste der Erfolge ist lang. Mit den E-Junioren wurde der Fan des 1. FC Köln Kreismeister und Hallen-Landesmeister, führte die D-Junioren zum Staffelsieg in der Landesliga, erreichte mit den C-Junioren das Landespokalfinale und erlebte mit den Frauen bis zu deren Abmeldung im Sommer 2014 "sehr schöne und auch schwierige Zeiten". Sportliche Höhepunkte waren der Landesliga-Staffelsieg und der Triplegewinn auf Kreisebene.

Im Männerbereich übernahm "Locke" im Januar 2010 die zweite Mannschaft des OFC Eintracht. Eine Erfolgsgeschichte begann. Dreimal in Folge wurden die Kreisstädter Hallen-Kreismeister, in der Saison 2011/12 feierten sie das Triple mit Meisterschaft, Pokalsieg und Hallentriumph.

Den FC Kremmen führte der Oranienburger – der 2005/06 Trainer des Birkenwerder BC war – 2014 zur Hallenkreismeisterschaft und zum Pokalsieg. In der Kreisliga wurde Kremmen Vizemeister – mit 78 Punkten.⇥sz

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